Gedanken oder Fragen

27.06.2012 um 11:21 Uhr

Liebe sollte man nicht aufrechnen

Liebe kann und sollte man nicht aufrechnen.
Schon garnicht seinem Kind gegenüber.

Da sollte man nie, aber auch niemals damit kommen:"Was habe ich alles für dich getan". Vielleicht noch gar mit dem nachgeschobenen Satz :"Und was ist heute der Dank dafür".

Klar hat man viel getan, sich sozusagen ein Bein ausgerissen, dafür, dass es dem Kind gut geht. Windeln gewechselt, für Nahrung gesorgt, sich tausenderlei Sorgen und Gedanken gemacht, getröstet, am Bett gesessen wenn es krank war und viele mehr.
Aber dieses alles ist doch das normalste der Welt, sollte es jedenfalls sein. Auch wenn es nicht für alle immer so gewesen ist, wie wir hier in vielen Blogs leider lesen können,
Dank sollte man dafür nicht erwarten, es ist doch schon Dank genug ein Kind heranwachsen sehen zu dürfen, auch mal durch seine Augen die Welt ansehen zu dürfen, sich mitzufreuen wenn es sich freut.
Und Liebe? Ja, Liebe bringt es uns in der Regel von Haus aus entgegen.
Meistens jedenfalls, selbst wenn es vielleicht in der Pubertät mal sagt: Du bist doof".
So ist dennoch auch dann nicht die Liebe fort. Ein wenig Auflehnung muss halt sein und die müssen wir auch abkönnen.

Schlimm finde ich, wenn wir aufrechnen, oder auch das Taschengeld nach belieben kürzen, wenn uns etwas am Verhalten oder der Leistun des Kindes nicht gefällt.
Sollte man niemals machen, finde ich. Taschengeld ist etwas festes und nicht leistungsabhängig. Ebenso diese Verbote, vom Computer übers Fernsehverbot bis zum "Rausgehverbot" wenn die Schulleistungen oder anderes nicht stimmen.
Gerade so, als würden solche Verbote motivieren, Eher erzeugen sie doch Trotz und Wut.

Würde uns selbst doch nicht anders ergehen. Wenn wir Hausarrest, Fernsehverbot bekommen würden, wenn wir unserem Arbeitgeber nicht genügen, dazu noch eine Lohnstreichung. Na toll. Wer würde sich so etwas schon gefallen lassen.

In dem Song "No Charge" singt Tammy Wynette davon, wie ihre kleine Tochter in die Küche kommt, einen Zettel hinlegt, auf dem sie aufgerechnet hat, was sie alles getan hat, mit der entsprechenden Dollarsumme. Tammy Wynette erinnert sich, was sie alles für das Kind tat, schreibt auch einen Zettell und darauf zum Schluss, "No Charge". Alles kostenlos, aus Liebe getan.
Das kleine Mädchen, es streicht die von ihm genannten Summen durch, schreibt auf den Zettel:"Alles bezahlt", ja "No Charge"

Tausende von Müttern und Vätern fanden dieses Lied toll und anrührend, zu Herzen gehend.
Andere wiederum finden es äusserst kitschig und verwerflich, da es den Anflug einer Verrechnung dessen darstellt, was man aus Liebe tat oder tun sollte.
Wie findet ihr es?



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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. sternenschein schreibt am 27.06.2012 um 12:03 Uhr:Das Video ist natürlich mal wieder "Nicht in deinem Land verfügbar".
    Danke an die Gema, so kann keine Werbung für Tammy Wynette gemacht werden.
    Aber vielleicht kennen es ja einige von euch auch so.
    Ich selbst darf es hören, denn ich habe "No Charge" noch auf einer alten LP für die ich bezahlt habe..;-)
  2. Rabenmutter schreibt am 27.06.2012 um 12:38 Uhr:Gab's das nicht schon mal auf Deutsch - und als Gedicht in der Schule???
  3. TheNicciPain schreibt am 27.06.2012 um 12:52 Uhr:Moment mal .. natürlich MUSS es Verbote geben. Ich kann jetzt nur von mir / meiner Situation ausgehen: Lilly schleudert mir manchmal verbal Sachen entgegen, wo ich echt schlucken muss .. oder sie räumt ihren Krimskrams nach 5maliger Aufforderung immer noch nicht fort. Und wenn es ganz arg kommt, dann sage ich schon mal "okay, heute gibt es kein Fernsehen" - das merkt sie, das ist hart für sie. Sie weiß dann, irgendwas ist falsch gelaufen. Mal abgesehen davon, ist Fernsehverbot nix schlechtes. Sie soll ja nicht permanent vor der Glotze hängen ;)) Ich zieh das dann einen Tag konsequent durch und am nächsten Tag ist wieder gut. Aber alles kann und soll man nicht durchgehen lassen. Ansonsten haben wir ja ein astreines Verhältnis. Bis auf irgendwelche pubertärer Auswüchse wird auch später nix dazwischen kommen. Dessen bin ich mir sicher. Weil ich Vieles mit Humor sehe. In einigen Dingen ist sie auch viel entspannter/lieber/sozialer als ich .. Ich habe immer im Hinterkopf, dass ich viel viel böser und anstrengender war.

    Sätze wie, "Weißt du was ich alles für Dich getan habe.." werden nicht von mir kommen, eher was *Beklopptes* --- bestes Beispiel:
    Lilly: "Mama ich habe mir einen Splitter eingezogen, das tut sooooo weh" (Drama)
    Ich: "Ich habe einen halben Meter lebenden Menschen aus mir raus gequetscht - das tat sooo weh" (Lacher)
    Meistens lacht sie mir. (Wenn wirklich was ist, nehme ich sie schon ernst!!!)

  4. sternenschein schreibt am 27.06.2012 um 13:07 Uhr:@Rabenmutter,
    auf Deutsch hat es mal Johanna von Coczian ( Das biischen Haushalt ) gesungen. Von ihr fand ich es aber nicht so gut, wie in dieser Wynette Version, die wohl auch die ältere ist..
    Wurde wohl schon in vielen Sprachen gesungen.

    @Nicci, über deinen Kommentar muss ich noch nachdeneken.;-)
    Weiss ja, du bist eine überaus leibende Mutter, die für ihre Lilly (fast) alles tut, die immer will, dass es ihr gut geht. Und weiss ja auch wie oft du schon an ihrem Bett gesessen hast, wenn sie krank war oder die "Kotzeritis" hatte. Was du dir dann immer für Sorgen und Gedanken machtest.

    Liebe Grüsse
  5. sternenschein schreibt am 27.06.2012 um 16:23 Uhr:@Nicci,
    ich sage nicht, Verbote oder auch Gebote, wie Zimmer aufräumen hätten keinen Sinn. Und klar, bin absolut nicht dafür, wenn Kinder vor dem Fernseher "geparkt" werden, nur damit man sich mit ihnen nicht beschäftigen muss, damit sie nicht stören und abgelenkt sind. Da stimme ich dir voll zu.
    Konsequent in dem was man sagt sollte man schon sein, und DIREKT mit dem Kind sprechen, finde ich. Regeln, was das Zimmer aufräumen und so weiter betrifft, sollte es auch geben und die sollten eingehalten werden Ist ja alles ein wenig auf Gegenseitigkeit beruhend und wie man miteinander umgeht.

    Zum Thema Fernsehen, las ich gerade gestern eine Studie, dass weniger Fernsehkonsum schlank macht. Da soll man genauso viele Pfunde verlieren, wie bei einer Diät. Wahrscheinlich, denke ich, weil dann das unbewusste Essen wegfällt und man sich mehr bewegt. Was ja gerade für Kinder und wohl auch für einige Erwachsene wichtig ist. Besser jedenfalls als nur stur vor der Glotze zu hängen.
    Liebe Grüsse
  6. TheNicciPain schreibt am 27.06.2012 um 17:59 Uhr:Also mein Krümel sitzt im Sommer so gut wie gar nicht vorm TV - wir sind an der frischen Luft. Aber da sie eh ein Spargel ist, isses bei ihr Wurscht, ob es schlank macht =)

    Ich brauch bei einem solchen Verbot nicht groß mit ihr reden. Sie weiß, was verkehrt lief - behebt die Sache und alles ist gut. Ich finde, so ist es top. Was aber nicht heißen soll, wir reden überhaupt nicht miteinander ... aber etwaige 'Fehler' muss ich nicht stundenlang zerkauen oder ihr vorhalten. Das möchte Niemand.
  7. Bloomsbury schreibt am 27.06.2012 um 22:02 Uhr:(zum Ausgangsbeitrag)
    Eltern haben das ja auch für sich getan, zur eigenen Erfüllung, um vor sich und anderen als gute Eltern zu bestehen. Da kann man nicht nach Jahren eine Rechnung aufstellen.
  8. Findus schreibt am 28.06.2012 um 00:23 Uhr:Zum Glück kann man liebe weder aufrechnen noch kaufen. Wobei ich denke, keine Erziehung kommt eher Gleichgültigkeit gleich. Ist es doch viel schwieriger sich mit seinem Kind auseinander zu setzen und dazu gehört sicherlich auch ein Nein und vor allem ganz viel Lob. Denn Kinder brauchen Grenzen um sich sicher zu fühlen und sicherlich auch die Möglichkeit sie auszutesten.
  9. Majas_Traumwelten schreibt am 30.06.2012 um 15:00 Uhr:Das Lied kenne ich, hab es früher oft gehört und ich fand es immer wieder sehr anrührend. Ich finde, es gibt Verbote, die sind sinnvoll und welche, die sind es eben nicht. Wenn ein Kind in der Schule schlechte Leistungen bringt, dann wäre für mich immer die Frage, warum das so ist. Ist es Faulheit? Dann kann ein Fernsehverbot helfen. Wenn es aber nur um dieses - was so oft vorkommt - typische "Du bist nicht gut genug, jetzt kriegste die Strafe dafür" geht dann finde ich das grundverkehrt. Man muss hier einfach differenzieren.

    Die Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass man Kinder allerdings viel eher motivieren kann, in dem man positiv auf sie zugeht und ihnen zeigt, wie auch solch scheinbar "unsinnigen" Dinge wie Zimmer aufräumen einfacher und mit Freude geht. Mein damaliges Pflegekind hat bei mir immer gerne Zimmer aufgeräumt - bei seiner später Mutter nie. Woran das lag war mir klar - die Mutter brüllte und erteilte unsinnige Verbote und ich motivierte und redete mit dem Kind. Alles natürlich auch eine Frage des Tons usw.

    Liebe kann man nicht aufrechnen und sollte man auch niemals versuchen. Meine Mutter hat's mir von klein auf auch vorgeworfen, was sie alles für uns Kinder getan hat. Dabei war es ein Minimum dessen, was nötig gewesen wäre. Aber ich weiss heute, dass sie nicht anders konnte und wohl sehr verzweifelt war. Ich glaube, nur sehr unglückliche Eltern werfen ihren Kindern vor, dass sie sich um sie gekümmert haben. Für die Kinder ist das natürlich eine Katastrophe. Alles sehr traurig...
  10. TheNicciPain schreibt am 30.06.2012 um 22:59 Uhr:"Geschichten erzählen".. Blöd, dass Viele dieses
    Lied nicht kennen und die, die es kennen, lachen
    sich grad kaputt!


    Hmm, wie meint sie das jetzt wohl?

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