Gedanken oder Fragen

30.12.2011 um 22:09 Uhr

Mir bleibt aber auch garnichts erspart

Stimmung: gut

Mir bleibt aber auch garnichts erspart...
so denken wir oft wenn  ein  schlimmes  Ereignis  nach dem anderen kommt. 
Haben manchmal das  Gefühl  es  nimmt  und  nimmt  kein  Ende, wird nicht besser.
Doch wenn wir wüssten, was uns in  Wirklichkeit  alles erspart bleibt,  ich glaube wir würden  auf die  Knie fallen und nur noch dankbar sein.
Leider sehen wir in dieser Zeit  in der wir  das  Gefühl haben, uns bleibt nichts erspart, auch die guten Dinge nicht, die uns geschehen.
Für diese sind wir blind.

Es gibt den Satz
Einem Menschen wird nur aufgebürdet, was  er ertragen kann.
Da ist wohl vieles dran.
Mir blieb sehr vieles erspart.
Ich würde schon  garnicht mehr leben,wenn es anders wäre.
Ich wäre schon erstickt, ertrunken, von herabfallenden Dachziegeln
erschlagen, bei Unfällen getötet,zerquetscht worden.
Vielleicht auch nur  querschnittgelähmt dadurch.
Aber jedesmal hatte mein Schutzengel in der  rettenden Sekunde ein waches Auge auf mich.
Mal kam er daher in Gestalt eines Menschen,  mal bog  er schicksalshaft das Geschehen um  oder gab mir einen siebten Sinn.
Es sollte nicht sein, und ich habe  wohl noch  Aufgaben zu erfüllen.

Gibt es Schutzengel? Es ist im Grunde egal. Denn manchmal bedienen sie sich des Menschen. Führen uns zur richtigen Zeit an den richtigen Ort um  eingreifen zu können.
So konnte ich ein kleines Mädchen, welches schon mit dem Kopf nach unten auf dem Wasser trieb, während sich die Eltern unterhielten herausfischen. Auf der Autobahn, in der Nacht aus einem  brennenden Wagen der auf dem Kopf lag, mit Hilfe  anderer, den Fahrer herausziehen. 
Einem Mann, dem sich die Lenksäule in die Brust gebohrt hatte, und einem anderen der  nach einem Unfall auf einem Zaunpfahl gespiesst war,
 Beistand leisten und Rettungskräfte alarmieren.

So gibt es viele Situationen, in denen man zur richtigen Zeit
am richtigen Ort ist.
Tuen was getan werden muss, auch wenn man selbst geschockt ist.
Und doch, es ist als ob diese  Kraft einem von  Schutzengeln gegeben wird. Die dafür sorgen, dass  man handelt.

Engel brauchen Flügel um zu fliegen, wer das glaubt  ist kein Realist, schreibt Sterntalermädchen.
Ja das stimmt wohl.  Sie kommen in vielerlei Gestalt, manchmal als Mensch  wie Du und ich.

Und ich denke dabei an ein Mädchen, welches in Frankreich,  oben
auf den Klippen der  Steilküste liegt, um unten den Strand und das Meer zu sehen. Erst als sie bäuchlings sich zurücktbewegt, sieht  sie die neuen Risse im Fels, genau dort wo sie lag. 
Sie hatte wohl einen Schutzengel, der sie nicht herabstürzen liess.

Und so wünsche ich Euch auch allzeit einen  Schutzengel an Eurer Seite, der achtgibt und auf Euch aufpasst. Nur bedenkt, er kann  nicht so schnell fahren, wie ihr es manchmal macht.  
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. life_after_god schreibt am 28.02.2008 um 19:30 Uhr:Ich kenne das selber sehr gut, was Du beschreibst, da ich oft mehr Glück als Verstand zu haben scheine. Mir ist selber noch nie etwas ernsthaftes passiert, obwohl es genug Anlässe gegeben hätte.
    Erst Ende letzten Jahres bin ich von einem Rekruten fast über den Haufen gechossen worden. Ich bin als "Aufsicht beim Schützen" auf der Schießbahn nebenher gelaufen und war nur einen winzigen Moment unachtsam. Betreffender Rekrut hatte Sinn und Zweck dieser Übung wohl nicht richtig erfasst, war auch sehr unsicher im Umgang mit dem Gewehr. Natürlich sollen wir immer darauf achten hinter dem Schützen zu bleiben, doch dieser blieb ganz aprupt stehen ( die Ziele klappten hoch, normalerweise geben wir die Feuererlaubnis und erst dann wird geschossen , aber er war halt sehr aufgeregt) und ich lief noch ein kleines Stück weiter. Das ganze geschah in einem Sekundenbruchteil. Jedenfalls war ich auf einmal mitten in der Schußbahn, so schnell wie der die Waffe hoch riß, entsicherte und abkrümmte, konnte ich gar nicht reagieren. Allerdings ...bin ich in genau diesem Augenblick gestolpert...ohne ersichtlichen Grund...und hab mich fast lang gemacht. Es hat aber gereicht um aus der Schußbahn zu kommen.
    Reiner Zufall? ^^ Ich bin nicht gläubig, würde mich eher zu den Agnostikern zählen. Ich kann nicht sagen, ob dort etwas oder jemand ist, was auf uns Acht gibt, aber ich kann es auch nicht ausschließen.

    Es ist so wie mit diesen Leuten, die in bestimmten Phasen meines Lebens aufgetaucht sind um mich wieder auf den richtigen Weg zu führen. Gekannt habe ich keinen Einzigen davon und danach auch nie wieder gesehen. Du sitzt irgendwo an einer Bushaltestelle...eine wildfremde Person setzt sich neben Dich, fängt eine Unterhaltung an und öffnet Dir innerhalb kürzester Zeit die Augen, gibt Dir die Lösung für ein Problem, welches sie gar nicht kennen kann. Ich habe manchmal nicht mehr gesagt als "Guten Tag" . Danach steht dieser Mensch auf, verabschiedet sich und geht weiter. Hallo?...Eine Bushaltestelle? Auf den Bus hat die Person jedenfalls nicht gewartet.

    Vielleicht gibt es so etwas...kleine Wunder in einer fast entzauberten Welt. Das ist ein sehr schöner und tröstlicher Gedanke. :)
    War ich vielleicht auch schon Schutzengel für jemanden, ohne es je zu erfahren?

    Wer weiß :)

    Es grüßt ganz lieb
    Jennifer
  2. sternenschein schreibt am 28.02.2008 um 19:59 Uhr:Dnake für Deinen kommentar, Jennifer.
    Beim lesen bekam ich eine Gänsehaut..
    Eine Gänsehaut der angenehmen Art, denn ich habe für mich beschlossen, Gänsehaut nbei dingen die wir nicht erfassen können, sie zeigt uns dass etwas da ist, was wir nur mit den Sinnen spüren. Dem verstand bleibt es verschlossen.
    Genau darüber wollte ich auch schreiben, aber der Eintrag wäre zu lang geworden.
    Über diese *Zufälle*, die Frage an jeden, ob er weiss wem er zufällig, und sei es nur durch einige Worte, das Leben rettete oder zumindest einen Weg durch die Dunkelheit aufzeigte.

    Ist es Bestimmung, ist es Zufall, soll es alles so geschehen, wir wissen es nicht.
    Und manchmal ändert sich ein leben an der Bushaltestelle.
    Dieses stolpern, welches Dich vielleicht rettete, oder Du sagst zum Abschluss noch ein zwei Worte, so dass der andere etwas später geht, alles kann Leben verändern.
    Bei Dir weiss ich ja, durch deinen Dienst warst Du sicher schon manchesmal ein mensch der im Auftrag eines Schutzengels handelte, Selbst wenn wir diese Aufträge nicht bemerken. Sie führen uns wohl zwangsläufig in diese Situationen, in denen wir dann eben so handeln wie wir handeln müssen und sollen.
    Alles liebe
    sternenschein
  3. LittleLunaticGirl schreibt am 29.02.2008 um 20:15 Uhr:Es gibt im Roman "The Other Side Of The Story" von Marian Keyes eine interessante Figur, die Autorin Lily.

    Lily ist eine sensible Frau, der die Medienaufmerksamkeit als gefeierte Autorin nicht sehr gut bekommt. Sie hat eigentlich ein feines Gespür für die Gefühle anderer, lebt aber mit einer schrecklichen Schuld. Sie ist zudem ziemlich labil.

    Ihre Lebenshilfe ist es, sich immer ganz ganz ganz schreckliche Dinge unglaublich realistisch vorzustellen. Sie stellt sich also, wenn es ihr nicht gut geht, vor, sie komme nach Hause, ihr Mann sei todkrank und habe stinkenden, nässenden Hautausschlag, ihr zufriedenes Baby weine und kotze nur noch, zudem sei ihre Mutter bei einem Autounfall gestorben und sie selber habe Haarausfall, niemand wolle je wieder eines ihrer Bücher lesen und ihr Bruder sei neustens arbeitslos und so weiter. Darin verharrt sie dann ein paar Minuten, bis der Schreck sie so richtig am Wickel hat - denn Lily hat eine gute Vorstellungskraft. Danach ruft sie sich selber zu "Hey, ist doch alles nicht passiert - Dein Mann wartet gesund zu Hause auf Dich, Dein Baby schläft friedlich im Kinderwagen usw." Danach ist sie unendlich erleichtert und dankbar.

    Sie schreibt dann sogar ein Buch, das vor allem daraus besteht, was seiner Heldin NICHT passiert, also z.B. "Sharon wachte auf und es regnete nicht, das Bild fiel über ihrem Bett fiel ihr nicht auf den Kopf und kein Wirbelsturm hatte ihr Haus zerstört..."

    Interessante Idee das Ganze, fand ich damals (ausserdem ein empfehlenswertes Buch von Marian Keyes, gibt's bestimmt auch in Deutsch).

    Ähm ja, ich verquatsch mich ziemlich grad, sorry. Das ist mir einfach in den Sinn gekommen.
  4. eule70 schreibt am 31.12.2011 um 02:44 Uhr:Die Lebensrettungen, die Du schon geleistet hast, bewundere ich sehr. Ich habe ständig Angst, dass ich bei so etwas versagen könnte, denn ich bin so langsam in der Reaktion. Ich war erst einmal in so einer Situation (ein ganz kleines Kind unter einem Auto), da war ich auch zu langsam, aber es ging dann noch glimpflich ab (habe das seinerzeit in meinem alten Blog beschrieben: http://alteeule.blogg.de/eintrag.php?id=493.
    Es heißt ja, Kinder haben Schutzengel.

    Jetzt wünsche ich Dir alles Gute und gute Schutzengel im Neuen Jahr.
  5. eineReisende schreibt am 28.01.2012 um 04:04 Uhr:Ich war damals vielleicht acht Jahre alt und konnte noch nicht schwimmen. Wir waren mit unserem Ruderboot bis ins tiefe Wasser der Ostsee hinaus gefahren. Dort zogen wir uns zum Baden aus und legten dabei unsere Schwimmwesten ab. Durch das Zusammentreffen unglücklicher Umstände kippte das Boot in dieser Situation über die kurze Seite hinweg um und wir fielen ins Wasser. Noch heute sehe ich das senkrecht stehende Boot neben mir mit der Schwimmweste, die mir aus dem oberen Teil des Bootes direkt in die Arme fiel. Mit der tragenden Wirkung dieses Kleidungsstücks vertraut fing ich es intuitiv auf und hielt mich daran fest.
    Für mich ist es der Liebe Gott, der damals zielsicher geworfen hat. Im anderen Fall säße ich heute nicht hier.

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