Gedanken oder Fragen

02.06.2012 um 12:51 Uhr

Montaigne und das Wollen

Ich richte mich nach mir; was ich wünsche,
wünsche ich gewöhnlich lau; und ich wünsche wenig;
und ich setze mich auch nur selten und mit Ruhe für etwas ein.
Die meisten wenden gleich ihren ganzen Willen und ihre ganze Energie auf, wenn sie etwas wollen und in die Hand nehmen.
Es gibt viel schwierige Situationen in der Welt, über die man am sichersten hinwegkommt, wenn man sie leicht und oberflächlich anpackt, wenn man darüber hinwegrutscht und nicht tief hineintritt.
Selbst die Wonne ist in der Tiefe schmerzreich:
"Das Feuer über das du schreitest, ist nur mit einer trügerischen Ascheschicht bedeckt"

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

Schöne Worte von Montaigne, aber manchmal wollen wir doch und trotzdem "tief hineintreten und uns der Gefahr des des Verbrennens an der Glut des Lebens aussetzen.
Irgendwie macht dieses doch das Leben aus, diese Lebendigkeit, sich dem auszusetzen und lernen, ja, lernen können wir auch daraus.
Auch das "nicht tief hineintreten" will gelernt sein, aber kann dieses "Mit Leichtigkeit darüber hinwegrutschen" die Lösung sein?
Nur ganz und gar versinken, dieses sollten wir wohl nicht.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. gohappy schreibt am 02.06.2012 um 13:40 Uhr:"Nicht tief hineintreten" ist wie um das Leben herumgehen. Ich galube nicht, dass das in aller Konsequenz machbar ist. Jedes Problem ist wie für uns speziell gemacht und wenn wir es meiden oder verdrängen wird es an anderer Stelle wieder kommen. Danke für's Anregen. :)
  2. waterlili schreibt am 02.06.2012 um 15:02 Uhr:tief hineinzutreten und die folgen zu tragen, das gehoert fuer mich dazu. nicht fuer jeden und wer sich darin nicht wohlfuehlt sollte einfach die fuer sich bessere loesung finden..
    man sagt, die spanier sind temperamentvoll in allem was sie tun, sie leben und lieben emotionen und geniessen lust, liebe, schmerz und trauer.. auch ich muss sagen, ich mag trauer manchmal, das ist das gefuehl des lebens, leidenschaftlich weinen, schmerz empfinden, das ist schoen..
    ich finde, wenn man ueber etwas nur "hinwegrutscht" bleibt es keine bleibende erfahrung, schlechte aber auch moegliche gute, und mein baut keine bindung zu der materie auf.. aber ich muss zugeben, manchmal (selten) rutsche ich auch ueber sachen hinweg;) jedenfalls versuche ich mir das einzureden..denn es wird wohl nie meine person sein einfach ueber etwas hinwegzufliegen..
  3. sternenschein schreibt am 05.06.2012 um 18:12 Uhr:@gohappy,
    so sehe ich es auch. Was wir nicht lösen, wovor wir davonlaufen, es holt uns wieder an anderer Stelle ein,
    @waterlili,
    ohne Schmerz und Trauer würde es wohl auch kein Glück geben.
    Der Schmerz und die Trauer können bittersüss sein, ja schön sein, in dem Sinne zu spüren man lebt. Leben heisst auch zu verlieren, Verlust gehört dazu, ebenso wie der Gewinn. Nur eine Seite der Medaille wird es kaum geben.

    Liebe Grüsse

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