Gedanken oder Fragen

23.12.2012 um 02:57 Uhr

Nach OP im Krankenhaus verblutet

Es ist unfassbar, da lassen Ärzte nach einer OP einen Mann in einem Krankenhaus verbluten.
Menschen machen Fehler bei ihrer Arbeit.
Bei Ärzten nennt man es dann Kunstfehler.
Doch mit Kunst und können hat folgender Fall nichts mehr zu tun.
Eher mit Fahrlässigkeit.

Da durchtrennen Ärzte bei einer Prostataoperation ausversehen eine Vene des Patienten, lassen ihn in den nächsten Stunden langsam verbluten.
Seiner Witwe wurden jetzt in einem Vergleich 6.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.
Doch dieses Geld wird ihren Mann auch nicht wieder lebendig machen.

Ich bin mir sicher, es lag nicht an dem Unwillen der Ärzte und des Pflegepersonals.
Eher an der dünnen Personaldecke der heutigen Klinikbetreiber und den daraus resultierenden Überlastungen der Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern, die ihren Dienst im Schichtbetrieb leisten müssen und oftmals überlastet sind.

Diese ganzen Einsparungen kosten Menschenleben und können so nicht richtig sein.

Näheres zu diesem Fall auf:

bz-berlin.de/dagmar-m-verlor-mann-nach-einer-routine-op

.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Majas_Traumwelten schreibt am 23.12.2012 um 08:51 Uhr:Ich frage mich schon lange, wo der ganze Sparwahn noch hinführen wird - jetzt wissen wir es. Da verblutet jemand und niemand bemerkt es - bis es zu spät ist. Und 6.000 Euro Schmerzensgeld ist ein Witz! Kostet soviel ein Menschenleben? Sollte man aus diesem - und vielen anderen - Vorfall nicht endlich mal eine Lehre ziehen und kapieren, dass es total übertrieben wird mit den Einsparungen? Es ist traurig, dass Geld heutzutage mehr wert ist, als ein Menschenleben...
  2. grenzgaenger schreibt am 30.12.2012 um 07:11 Uhr:das ist sicherlich ein einzelfall und geht - ganz klar - zu lasten der operierenden ärzte und darf auch nicht mit einsparungen erklärt, geschweige denn entschuldigt werden. deren aufgabe war und ist es, sicherzustellen, dass nichts mehr blutet, wenn zugemacht wird. wenn der situs (so nennt man den "operationsbereich") mal zu ist, kann man eben nicht mehr reingucken, dann entzieht sich eine blutung der (sichtbaren) kontrolle.
    irgendwann hätten die in den keller rauschenden vitalparameter auffallen müssen, was sie wohl nicht taten. der nächste fehler, der nicht hätte passieren dürfen.

    trotz einsparungen an allen ecken und enden (die sich allerdings in den kliniken weniger drastisch bemerkbar machen, als "draußen"): wenn man arzt ist/wird, weiß man das. und wenn man es nicht schafft, sich damit zu arrangieren und weiterhin so zu arbeiten, dass die sicherheit der patienten gewährleistet ist, spätestens dann sollte man gehen.

    ich weiß, nur zu gut, die realität sieht anders aus.
  3. sternenschein schreibt am 02.01.2013 um 20:15 Uhr:@Maja,
    die 6.000 Euro decken ja heute gerade einmal seine Beerdigungskosten ab.
    Für ein Menschenleben wahrlich nicht viel.

    @grenzgaenger,
    nehme auch an und hoffe es, es ist mehr oder weniger nur ein Einzelfall, um den es sich handelt.

    Fatal nur, es war eine Routineoperation, die medizinisch wohl nicht direkt notwendig war, der er sich aber vorbeugend unterziehen wollte.
    Am 8. wurde er operiert, am 20. nach 12 Tagen verstarb der Patient dann.
    Ich muss aber sagen, dass ich 24 oder auch gar 48 Stunden Schichten der Klinikärzte für unangemessen und kaum verantwortbar halte. Wobei zudem dann auch noch die patientenfreien Zwischenzeiten, als Bereitschaft gelten und nicht bezahlt werden.
    Es fehlte ein Anästhisist, war als Begründung zu lesen, weshalb dieser "Kunstfehler" erst so spät behoben werden konnte.
    Da sieht man mal wieder, wie gefragt doch dein angestrebtes Berufsbild in der heutigen Medizin ist.
    Seit nicht mehr mit viel Alkohol und Stock zwischen den Zähnen operiert wird.

    Liebe Grüsse

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