Gedanken oder Fragen

21.09.2012 um 07:56 Uhr

Nie wieder heiraten?

Wenn man liebt, glaubt man es sei für immer.
Doch das Leben spielt manchmal andere Spiele, hat anderes mit uns vor.
Die Partner leben sich auseinander, entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen.
Was dann? Wie soll es weiter gehen?

Lisa schrieb in einem Kommentar dazu:

lisa (Gast)
Ich bin mit einer meiner großen Lieben seit 8 Jahren verheiratet, Kind, Haus, gemeinsame Schulden, gemeinsame Arbeit...
Seit einem Jahr bin ich nun unsterblich in einen Anderen verliebt und es gibt niemanden, dem ich mich mitteilen könnte und keine Hoffnung auf Erfüllung.
Ich liebe meinen Mann trotzdem noch, aber der Schmerz der unerfüllten Lieben droht langsam alle anderen Gefühle zu überschatten.
Teilweise kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Ich weiß dass wir gut zusammen passen würden, weiß aber nicht mal, ob er meine Gefühle erwidert.
Und ich möchte weder ihn noch meinen Mann verletzen.
Also bleibt mir nur Schweigen.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich nie wieder heiraten oder mich sonstwie endgültig an einen Mann binden würde. Ich erlebe gerade die dritte große Liebe in meinem Leben, und dazwischen gab es immer wieder kleinere Verliebtheiten.
Jede der großen Lieben war so gewaltig, dass ich mir sicher war: das hält für immer!
Und ja, die Liebe hält auch für immer!
Nur: die Beziehungen gehen trotzdem irgendwann auseinander, wir wandeln uns mit dem Leben, gehen ein Stück zusammen um dann wieder alleine oder mit jemand Anderem ein Stück gehen zu wollen... eigentlich ist das ganz normal.
Ich wünschte unsere Gesellschaft wäre anders strukturiert... das Besitzdenken und das Endgültige stört die Liebe!
Es tut gut, hier zu erfahren, wie vielen es so geht ...
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. TheNicciPain schreibt am 21.09.2012 um 09:01 Uhr:... einer der Gründe für mich NIE zu Heiraten? =)))
  2. TheNicciPain schreibt am 21.09.2012 um 09:02 Uhr:! nicht ?
  3. sternenschein schreibt am 21.09.2012 um 09:15 Uhr:@Nicci,
    es heisst ja: "Sag niemals nie"
    Aber "Ja" wirst du wohl auch aus den genannten Gründen nur schwerlich sagen.
    Ansonsten musst du ganz Blogigo zu deiner Hochzeit einladen, wenn du wortbrüchig wirst.
    Soll solch guten Salat bei dir geben.;-)

    Es ist merkwürdig, meistens liest man ja:"Mein Freund sagt er will nie wieder heiraten".
    Hier hört man jetzt, dass auch Frauen so denken und sich vor der Ehe scheuen.
    Liebe Grüsse
  4. Bloomsbury schreibt am 21.09.2012 um 09:23 Uhr:Da gab es doch diese Politikerin, die forderte, dass eine Ehe nur 7 Jahre gelten soll. Dann soll man sie auflösen können.

    Ich für mich habe schon den Wunsch, in einer sicheren Bindung zu bleiben. Dinge nur in der Kraft des ersten Augenblicks (und damit des Neuanfangs) durchsetzen zu können fand ich für mich irgendwann nicht mehr richtig.
  5. TheNicciPain schreibt am 21.09.2012 um 09:32 Uhr:Klar, Bindung ist wichtig - spricht doch auch nix dagegen. Aber die Ehe selbst klingt für mich wie Zwang. Kein Ausweg. Ein Muss ... und das sind alles Dinge, die ich nicht möchte. Für mich. Andere können gern Heiraten, ich komme gerne und futter' mich durch =)

    Und nein Sternenschein: ich werde NICHT wortbrüchig .... :D
  6. sternenschein schreibt am 21.09.2012 um 09:38 Uhr:@Bloomsbury,
    ja, es war die Frau Pauli, damals noch bei der CSU.
    Sie meinte, es sei besser wenn die Ehe nach 7 Jahren automatisch aufgelöst wird, wer wollte, hätte sie ja verlängern bzw. seinen Partner wieder heiraten können.
    Kommt ja auch manchmal vor nach einer Scheidung, dass die EX Partner dann doch noch einmal heiraten.
    Ich glaube es ist nicht nur die von dir angesprochene Sicherheit contra Freiheit in seiner Lebensgestaltung, wenn zwei sich das jawort geben.
    Wahrscheinlich ist es auch, so wie Lisa es sagt, dieser Glaube, es sei für immer und hält auch ewig, dem man sich hingibt.
    Ob Partnerschaften ohne Trauschein weniger haltbar oder belastbar sind, bleibt noch die Frage.
    Nicis Partnerschaft hält jetzt ja auch schon (fast) ewig.
    Auch wenn noch so viele Paketboten an ihr vorbeiradeln sollten.;-)
  7. trinidad schreibt am 21.09.2012 um 09:41 Uhr:@nicci: meine Rede!
  8. TheNicciPain schreibt am 21.09.2012 um 09:53 Uhr:pssssssssssssst! =)
  9. grenzgaenger schreibt am 21.09.2012 um 15:53 Uhr:bisher dachte ich immer wie nicci. heiraten ist konvention, heiraten ist zwang, ohne mich. jetzt gibt es da einen menschen in meinem leben, und ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als sie irgendwann, wenn die zeit gekommen ist, zu heiraten. auf einmal ist der gedanke an heiraten mit einem gefühl von freiheit verbunden...
  10. Kieselstein schreibt am 21.09.2012 um 20:27 Uhr:...ich habe geheiratet, als ich 19 war, und ich trennte mich, als ich 33 war. Damals habe ich geheiratet, "weil man das eben so gemacht hat".
    Und heute... Ich empfinde Ehe nicht als Zwang. Wenn man es möchte, tut man es; wenn man es nicht möchte, lässt man es. Das Bekenntnis dazu ist und bleibt freiwillig. Ist ja schließlich nicht mehr so wie anno dunnemals ;)
    Doch ich selbst... empfinde es als etwas Wunderschönes, die Frau von "ihm" zu sein; das er mein Mann ist. Heute stelle ich mir vor, dass - wenn es je noch einmal so kommen sollte - wir am Strand heiraten, nur wir zwei, irgendein Dorfpfarrer, wir barfuss, ich in einem irren Kleid und er in einem legeren Anzug, wo das Hemd raushängt... Und im Korb liegen ein paar Flaschen Wein.
    Ich mag diesen Gedanken, verheiratet zu sein, ich mag es, wenn an der Tür ein Schild hängt "Familie ..." - auch wenn man keine Kinder miteinander hat.
  11. Kieselstein schreibt am 21.09.2012 um 20:36 Uhr:...und um zu Lisas Zeilen noch meine Gedanken aufzuschreiben: Wenn ihr Mann ihre große Liebe war und ist und sich diese Liebe offenbar am Alltag aufzubrauchen droht - warum kann Mann oder Frau dann nicht alles dafür tun, dass die Beziehung wieder zu leben beginnt, etwas Besonderes bleibt? Ob man ein Paar mit oder ohne Trauschein ist, von allein bleibt doch nichts wie es am Anfang war.
    Ich versteh gar nicht... Wieso die Menschen dazu neigen, alles hinzuwerfen, nur weil man gerade auf der Bremse steht... 7 Jahre Gültigkeit der Ehe... Mich friert allein bei dem Gedanken, dass man ernsthaft so etwas in den Raum stellen kann. Dann gibt man doch der Liebe von vornherein keine Chance. Und passt zu dieser unserer Wegwerfgesellschaft.
    Die Tage las ich in einem fremden Blog eine kurze Geschichte über ein Ehepaar, das seinen 65. (!!) Hochzeitstag feierte: "Nach 65 Jahren Ehe (zur Eisernen Hochzeit) wurde ein Paar befragt, wie sie es geschafft haben, so lange zusammen zu bleiben. Die Frau dachte ein paar Sekunden nach und antwortete: "Wir wurden in einer Zeit geboren, in der man kaputte Dinge reparierte, anstatt sie wegzuwerfen."
    Davon nehme ich jedoch Ehen aus, in denen Gewalt etc. herrschte..

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