Gedanken oder Fragen

30.04.2010 um 08:56 Uhr

Ölteppich erreicht Louisiana

Der Ölteppich der gesunkenen Ölplattform im Golf von Mexico hat die Küste Louisianas erreicht.
Noch immer strömt das Öl aus dem Bohrloch, der nach einer Explosion gesunkenen BP Bohrinsel ungehindert ins Meer. Unaufhaltsam.
Die Versuche die Katastrophe mit Ölsperren, beziehungsweise durch abfackeln, einzudämmen erscheinen recht hilf- und wirkungslos.

Offizielle Stellen weisen auf den Schaden für die Fischwirtschaft hin. Nach dem Hurrikan Katharina die zweite Katastrophe in diesem Gebiet Louisianas.
Menschen die dort vom Meer leben wissen nicht weiter. Wer wird die Austern den Muschelfischern noch abkaufen wenn sie nach Öl schmecken und andere Sorgen werden laut.

Der Mensch will das Öl, BP will das Öl, viele verdienen am Öl, diesem Lebenssaft der modernen Welt.
Die US Regierung denkt über ein Förderverbot für Bohrinseln im Meer vor ihrer Küste nach, bis die Ursachen hundertprozentig geklärt sind.
BP soll für die jetzt verursachten Schäden aufkommen heisst es.

Der Mensch will das Öl, der Mensch braucht das Öl, aber nicht so, nicht im Meer sondern in seinen Tanks zu Hause und im Auto.

Der Mensch will das Öl...aber

die Tiere, die Pflanzen, sie wollen das Öl nicht!
Sie brauchen es nicht und doch...
werden gerade sie unter dieser Ölpest am meisten leiden. Die Fische, deren Atemwege vom Öl verstopft werden, die Vögel, deren Gefieder verkleben wird, sie zu tausenden qualvoll verenden werden. Flugunfähig mit den Ölverdreckten Flügeln schlagend.
Die Meeres und Strandfauna, die mit einem Ölfilm überzogen wird und daran kaputt geht.
Sie alle wollten und brauchten das Öl nicht, und doch werden gerade sie von dieser Ölpest am meisten in Mitleidenschaft gezogen.
Was sind gegen diese Qual der unschuldigen Kreaturen schon wirtschaftliche Verluste der Fischindustrie, die nicht ihre Fänge machen kann, wie sie es sonst tut?
Was ist dieser Verlust schon gegen das qualvolle Sterben der an diesem Unglück unschuldigen Tiere.

Und wir, wir denken vielleicht an diese armen Tiere, aber mehr noch beschäftigt uns die Frage, ob durch ein Förderverbot für Bohrinseln das Öl und Benzin wieder teurer werden wird.
Woran wieder die Spekulanten und BP verdienen werden und ihre Gewinne weiter steigern.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 30.04.2010 um 14:17 Uhr:Als ich in den Nachrichten viel zu wirtschaftlichen Schäden gelesen und gesehen habe, aber zum Teil kein einziges Wort zu den Schäden für Tiere und Pflanzen fiel, habe ich mich gefragt, was eigentlich in den Hirnen der meisten Menschen vorgeht...

    Sicher benötigen die Menschen auch Benzin. Nicht nur private Autofahrer, sondern die gesamte Infrastruktur (Nahrungsmittel- und Medikamententransporte, usw). Aber darüber die Natur vollkommen zu vergessen, das ist krank.
  2. Sandsturm schreibt am 30.04.2010 um 17:45 Uhr:Hey, deinen Einrag vom Ölteppich find ich super! Zeigt wieder mal dass man Tiere und Natur nicht vergessen sollte! Sie tragen schliesslich auch dazu da dass wir auf der Erde leben können! Echt schlimm dass am Schluss die unschuldigen Tiere daran leiden bzw, sterben müssen. Es wäre schön wenn es auf der Welt manchmal ein bisschen mehr Gerechtigkeit gäbe!
  3. Marainge schreibt am 30.04.2010 um 20:52 Uhr:um ehrlich zu sein: Ich trauere nicht (mehr) um die einzelnen Tiere, die schrecklich leiden bis sie endlich sterben. Darüber bin ich hinweg.
    Ich bin wütend, dass Menschen nicht aus ihren Fehlern lernen und es immer wieder zu solchen Katastrophen kommt und dass die Kameras nur so lange vor Ort bleiben, wie der Ölpreis konstant ist. So bald dieser steigt, richten sie sich auf die Armen, die an das Öl und die damit verbundenen Mehrkosten angewiesen sind.
    Was ist mit dem Great-Barrier-Reef? Achso, da war ja eine Aschewolke, weshalb Millionnen Euro flöten gingen.
    Nein ich trauere nicht.
    Solange Menschen nicht ihre Egophillie überwinden wird Geld und Profitsteigerung und Gier diese Welt bedrohen und zerstören.

    Marainge
  4. Lohan schreibt am 30.04.2010 um 22:16 Uhr:Danke fürs Augen öffnen. Mir tut das Herz weh...
  5. eineReisende schreibt am 01.05.2010 um 23:47 Uhr:Eine "gute Portion" mehr Demut würde uns Menschen gut zu Gesicht stehen.

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