Gedanken oder Fragen

26.10.2010 um 18:05 Uhr

Raucher sollen die Industrie entlasten

Energieintensive Betriebe sollen mit 500 Millionen Euro weiter subventioniert werden.
Sie werden auch weiterhin ihren Strom und andere Energie billiger beziehen können, als der Otto Normalverbraucher.
So beschloss es die CDU/FDP Koalition.
Um die Verluste auszugleichen sollen die Raucher herhalten.
Sie sollen im kommenden Jahr 200 Millionen Euro mehr Tabaksteuer bezahlen müssen. Die Daumenschrauben werden weiter angezogen, so dass im Jahr 2014 schliesslich 800 Millionen Euro mehr von den Rauchern über die Tabaksteuer zu entrichten sein wird.

Damit es auch wirklich die Menschen mit niedrigen Einkommen treffen wird, die die aus Geldgründen sich ihre Zigaretten selbst drehen, wird besonders der dazu verwendete Feinschnitt Tabak steuerlich höher belastet. Die Zigaretten dafür moderater. Ausweichen auf selbstgedrehte, auf Zigarren oder Zigarillos soll so unterbunden werden.

Die steuerliche Entlastung der energieintensiven Industrie wird mit Arbeitsplatzerhaltung von der Koalition begründet.
Nur wenn man dem Verbraucher, durch diese Erhöhung 800 Millionen Euro Kaufkraft entzieht, kann er diese auch nicht für den Konsum ausgeben, was zu einer sinkenden Nachfrage in der Binnenwirtschaft führen wird.
Und somit Arbeitsplätze im Handel und der Versorgung mit Verbrauchsgütern gefährdet.

Hartz IV Empfänger werden von der Tabaksteuererhöhung nicht betroffen sein.
Denn nach den Hartz IV Plänen der CDU/FDP Koalition wurde ihnen sowie schon das Rauchen untersagt und die Zuwendungen für Tabakwaren und Alkoholika in den Hartz IV Sätzen gänzlich gestrichen.
Sie dürften höchstens noch rauchen, wenn sie sich durch Beschaffungskriminalität Rauchwaren besorgen. Von Hartz IV jedenfalls nicht mehr.

Klar, man braucht und muss nicht unbedingt rauchen, aber muss und darf die Industrie soviel Energie durch den Schornstein jagen, und dann noch gefördert von der Bundesregierung.
Als Ausgleich müssen wieder die Bürger zahlen, und wie so häufig die, die am wenigsten haben.
Durch überproportionale Erhöhung der Steuer auf Feinschnitt-Tabak.
Es ist, als würde man die Steuer auf Wolle und Stoffe erhöhen, damit sich das selberstricken und nähen von Kleidung nicht mehr lohnen würde.
Zeichenblöcke und Fabe, sowie Baumarkttapeten und Wandfarben könnte man auch höher besteuern, da sonst der Verbraucher noch auf die Idee kommen könnte, sich seine Bilder selbst zu malen, oder ohne Handwerker seine Wohnung selbst renoviert.
Klientelpolitik unserer CDU/FDP Regierung, darin ist sie gut.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 26.10.2010 um 18:22 Uhr:"Hartz IV Empfänger werden von der Tabaksteuererhöhung nicht betroffen sein.
    Denn nach den Hartz IV Plänen der CDU/FDP Koalition wurde ihnen sowie schon das Rauchen untersagt und die Zuwendungen für Tabakwaren und Alkoholika in den Hartz IV Sätzen gänzlich gestrichen.
    Sie dürften höchstens noch rauchen, wenn sie sich durch Beschaffungskriminalität Rauchwaren besorgen. Von Hartz IV jedenfalls nicht mehr."

    Wieso gleich so kriminell denken? Man kanns sich von Kleidung und Essen absparen. Jedenfalls muss ich das als Mensch mit wenig Geld auch machen. Wenn ich ne Flasche Absinth will oder ein nicht medizinisches Korsett, japanische Räucherstäbchen, oder was auch immer, dann muss ich sparen... Endweder mir mit künstlerischen Aufträgen extra irgendwoher bisschen Geld verdienen, oder ich ess halt paar Tage weniger... Nicht schön, aber Realität. Und es geht definitiv auch, ohne kriminell zu werden. Wobei es kriminell sicher schneller ginge...

    Dass man den großen Betrieben eher finanzielle Erleichterungen verschafft als dem kleinen Bürger, und dass der kleine Bürger gerne geschröpft wird, ist natürlich eine andere Sache.

    Aber ganz abgesehen davon fänd ichs übrigens gar nicht schlecht, Alkohol und Tabak wieder als Luxusgüter zu bezeichnen, statt als Alltagsgut. Täte jedenfalls vielen Menschen nicht schlecht, wenn sie etwas bedachter saufen und rauchen würden, statt wie aktuell täglich, "ist halt so, macht man so, ist normal so". Natürlich sind Steuererhöhungen nicht der richtige Weg. Aber irgendetwas sollte man sich einfallen lassen.
  2. aenne schreibt am 26.10.2010 um 19:27 Uhr:Diese Gesellschaft ist doch nur noch schizophren. Sind unsere Politker wirklich so krank???
  3. AngelInChains schreibt am 26.10.2010 um 20:13 Uhr:Ach, eigentlich nicht kranker als vor 2000 Jahren. Anthropologische Konstante, wie man so schön sagen kann.
  4. ameamagao schreibt am 26.10.2010 um 21:14 Uhr:Es ist wirklich schön, dass die Politk Rauchern einen so guten Grund gibt, damit aufzuhören :). -.-
  5. sweetigirli111 schreibt am 26.10.2010 um 21:30 Uhr:Also ich finds gut wenn die die Steuer erhöhen...ist jeder selbst schuld der raucht.
  6. ameamagao schreibt am 26.10.2010 um 21:47 Uhr:@sweetigirli
    Müssen Raucher mehr beiträge bei den Krankenkassen zahlen, kann ich das nachvollziehen und finde es okay - denn das macht Sinn. Werden Raucher für so etwas zur Kasse gebeten, kann ich das nicht nachvollziehen.
    Kannst du mir einen guten Grund nennen, wieso nur Raucher zur Kasse gebeten werden für etwas, das alle betrifft...? Freilich kann man einfach aufhören - und das werde ich tun - aber es ist m.E. schlicht ungerecht, nur eine Bevölkerungs"schicht" für "alle" zahlen zu lassen.
  7. Hedera schreibt am 27.10.2010 um 13:49 Uhr:Also ich kann dieses Gekloppe auf Raucher - ob aus der Politik oder anderswo (teilweise hier in den Blogs) nicht mehr hören. Dieses selbstgefällige Urteilen über andere, welches natürlich durch die Antiraucherkampagnen schön geschürt würde und natürlich jedem Nichtraucher recht gibt. (und bytheway ich habe verständnis für nichtraucher und puste keinen von ihnen voll! nur bei manchen gelegenheiten merkt man schon, wie die eine oder der andere gestärkt überall und nirgends gegen das rauchen blafft - wo es ihn letztes jahr oder vorletztes jahr noch nicht gestört hat. Aber jetzt ist es ja Gesetz....Es wäre ein nimmermüdes Thema. Krankenkassenbeiträge erhöhen - nur für Raucher oder auch für DIcke? ich sage es extra so provokant. Bei den "Dicken", fragen wir da nach genetischen Störungen oder Eßsucht (das kann man doch heilen irgendwie, dann braucht derjenige auch nicht mehr soviel Geld für Essen auszugeben...IRONISCH gemeint!) oder reicht es da Dick zu sein? Da ergäbe sich doch auch ein weites Feld, wie man sparen kann, nicht wahr?
    Summasummarum gemahnt mich das an einen Weg, den ich unserer Gesellschaft eigentlich nicht wünsche und doch sind wir eindeutig auf dem besten Wege dahin.
  8. AngelInChains schreibt am 27.10.2010 um 19:53 Uhr:Soll ich dir was sagen? Mich kotzt es schlicht und einfach an, an jeder Haltestelle, vor jedem Uni-Institut, usw, zwangsläufig durch den Qualm der Raucher laufen zu müssen! Ich bin allergische Asthmatikerin und bekomme dann immer Luftnot, außerdem brennt mir noch Stunden später vom Qualm der ganze Mund- und Nasenbereich und die Augen tränen. Das will ich mir einfach nicht bieten lassen. Es stört mich seit Jahren.

    Rauchen ist, wenn man es nicht im stillen Kämmerlein macht, ganz einfach eine Körperverletzung an den Mitmenschen, die den Qualm mit abbekommen. Meiner Meinung nach also konsequent zu verbieten. Welche Körperverletzung ohne Einwilligung des Verletzen ist denn sonst in unserem Land erlaubt? Keine. Das Rauchen ist auch nur nicht verboten, weil der Staat mit den Steuern zu viele Einnahmen macht. Darauf will er natürlich nicht verzichten.
  9. ameamagao schreibt am 27.10.2010 um 20:13 Uhr:Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht in so einer Großstadt wie Berlin lebe, aber wenn ich durch die Uni / durch die Stadt laufe, kommt es nicht sonderlich oft vor, dass ich durch Qualm-Wolken gehe. Und wenn ich eine vor mir sehe, halte ich kurz die Luft an und gehe durch, wenn ich grad keine Lust drauf hab.
    Ganz abgesehen davon, dass ich selbst rauche und immer sehr genau darauf achte, dorthin meinen Rauch zu pusten, wo keiner ist, bin ich noch nicht sonderlich oft durch die Rauchwolke eines anderen gelaufen. Im Gegenteil. Liegt vielleicht aber auch daran, dass meine Stadt etwas kleiner ist als Berlin. Oder daran, dass ich dieser "Körperverletzung" bewusst und einfach aus dem Weg gehe, wenn ich keinen Bock drauf hab. Oder daran, dass ich keine allergische Astmathikerin bin und es deswegen nicht als so gravierend körperverletzend empfinde. Keine Ahnung...

    ...aber ich finde es ein wenig überzogen, hier von "Körpervereletzung" zu reden. Auch wenn es mir sehr leid tut, dass du unter rücksichtslosen Rauchern leidest, würde ich spontan sagen: es ist keine aktive Körperverletzung und man kann Rauch durchaus aus dem Weg gehen. In wette, dass du in meiner Gegenwart kein Problem mit Rauch hättest. Denn ich achte peinlich genau darauf, dass ich niemanden anpuste, weit genug wegstehe und bei Bedarf den Rauch wegwedel. Und - jetzt kommt's - wenn jemand es nicht mag, dass ich rauche, dann rauche ich in seiner Gegenwart nicht. Aber mir das Rauchen aufgrund von Körperverletzung verbieten....?
  10. Hedera schreibt am 28.10.2010 um 09:24 Uhr:Okay, ich habe kein Asthma, aber das rauchen draußen an der frischen Luft auch noch verbieten zu wollen, das finde ich einfach gaga. Genauso gaga eigentlich, wie auf den Bahnhöfen die eingezeichneten Areale in denen geraucht werden darf und 1 cm daneben nicht. Irgendwie ist das auch etwas blöde, dann den gesamten hinteren Teil für Raucher oder Nichtraucher lassen, aber ein Quadratchen....
    Hier bei mir weht meistens Wind, ich fände es absolut dämlich, wenn jemand behaupten würde, wenn er an einer Bank vorbeigeht, auf der ich sitze, dass der Rauch ihm den Atem raubt. Und in meinem Garten darf ich dann noch oder nicht? Ich rauche auch lieber an der frischen Luft als meine eigene Bude zu verpesten....Parfümgeruch dürfte auch auf die Atemwege gehen, wenn man sehr empfindlich ist. Verbieten wir das als nächstes, weil das auch einen allergischen Menschen (und das gibt es sehr wohl, mein Mann bekommt Atemnot von bestimmten Putzmitteln bzw. deren Gerüchen) verlezten könnte...stell dir vor, man ist mit einem sehr stark riechenden Menschen im Fahrstuhl gefangen und kann nicht raus......
    Ich kann es verstehen, wenn man in einem Raum mit Rauchern sein MÜSSTE, aber draußen, tut mir leid, da bin ICH genauso frei wie alle anderen und nicht zwangsläufig rücksichtslos...
  11. sternenschein schreibt am 02.11.2010 um 11:23 Uhr:Es ist klar, dass die Raucher und Nichtraucher diese Steuererhöhung unterschiedlich sehen und bewerten.

    Die Kürzung, bzw. Nichtberechnung von Alkohol und Tabak bei den Hartz IV Sätzen betreffen aber sowohl Raucher als auch Nichtraucher. Letztere haben dieses Geld wohl genutzt, um sich davon andere Dinge für sich oder die Kinder zu kaufen oder darauf zu sparen.
    Was jetzt wegfällt.
    Ich glaube Tabakwaren waren im Satz mit etwas über 15 Euro monatlich eingerechnet. Entspricht drei Schachteln Zigaretten im Monat.

    Zudem zahlen die Raucher jetzt schon jährlich 14,3 Milliarden Euro Tabaksteuer.
    Der reine Warenwert einer 5 Euro Schachtel Zigaretten wird wohl bei 1 Euro liegen, der Rest ist Steuer.
    Von dieser Tabaksteuer wurde der Antiterrorkampf finanziert und mit über 4 Milliarden Euro wurden das Gesundheitswesen subventioniert.
    Die Ausgaben für das Gesundheitswesen davon, wurden und werden aber zur Zeit heruntergefahren.
    Egal wie man zu dem Rauchen stehen mag, es ist ein überproportionale Belastung, besonders für Geringverdienende Raucher, denn die mit hohem Einkommen werden prozentual an ihrem Einkommen diese Steuererhöhung kaum bemerken.

    Wenn jetzt alle aufhören würden zu rauchen, würden diese 14, 3 Milliarden Steuereinnahmen wegbrechen, der Kampf gegen den Terror kann nicht weitergeführt werden.
    Deutschland wird dem Terror anheimfallen und wir alle untergehen.
    Terroristen fragen nicht nach Rauchern und Nichtrauchern, aber die Bekämpfung müssen die terroristischen Raucher mit ihren Steuern zahlen.;-)
    Nebenbei bemerkt, von den Einzelsteuern, kommt nur durch die Mineralöl und Energiesteuer noch mehr Geld zusammen, als durch die Tabaksteuer.
    Von der Ökosteuer sollte früher einmal der Bahn und Busverkehr ausgebaut und gefördert werden, damit mehr Menschen auf Bahn und Bus umsteigen, auf das Auto verzichten.
    Aber auch da wurden die Mehreinnahmen letztendlich für die Rentenkasse und das Gesundheitswesen verwendet, um Steigerungen der Sozialabgaben zu vermeiden.

    Liebe Grüsse und Danke für euere Kommentare.

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