Gedanken oder Fragen

13.12.2012 um 22:16 Uhr

Sind wir alles Franzosen

Ab dem 13.12.1810 gehörte Hamburg, Bremen, Oldenburg, Harburg, sowie viele andere Orte und Städte Norddeutschlands, per Dekret Napoleons, zum französischen Kaiserreich.

Hurra, wir waren Franzosen im Elbmündungsdepartment.
Was für die Menschen hier in Norddeutschland vielleicht besser war, als zum Königreich Hannover zu gehören.

Denn alles böse kommt aus Hannover, wie wir ja seit Wulff, Maschmaier, Schröder und dem letzten Klüngeltatort aus dem Hannoversumpf wissen.

Ab jetzt, als zum französischen Kaiserreich gehörend, galt die modernere französische Zivilgesetzgebung.und die Gewerbefreiheit. Gleiches Recht für alle.
Die Franzosen bauten wunderschöne Strassen und Alleen, schufen bei Harburg die erste Elbquerung.
Gut, die Stassen konnte man auch als Heerstrassen benutzen, so wie die Bremer Strasse.
Auf alle Fälle waren wir plötzlich alle Franzosen, ob mit Baguette oder auch ohne. Jedenfalls keine Hannoveraner oder Braunschweiger mehr.

Es fragt sich, wieviel von diesem französisch sein, in uns zurückgeblieben ist?

Es waren in der Vergangenheit, ohne die EU, sowieso merkwürdige undurchschaubare Zeiten.
Mein Grossvater war Däne, wovon ich niemals etwas bemerkte. Er sprach wohl auch kein Dänisch.
Er wurde in Altonas geboren, woraus später Hamburg- Altona wurde.
Zur der Zeit seiner Geburt gehörte Altona zum Königreich Dänemark.
Ja, Altona war im Jahre 1803 mit 24.000 Einwohnern, nach Kopenhagen, sogar die zweitgrösste Stadt im dänischen Gesamtstaat.

Ja, sind wir überhaupt Deutsche, oder eher Franzosen oder Dänen, die Geschichte würfelte vieles damals durcheinander, wenn sie ihren Mantel durch die verschiedenen Länder schleifen liess, infolge der Wirren, der europäischen Kriegsunruhen.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Phil_Sophie schreibt am 14.12.2012 um 06:57 Uhr:Ein Patchwork-Volk also. Das nenne ich praktiziertes Europa :-)
  2. aloneone schreibt am 14.12.2012 um 08:41 Uhr:Und ausgerechnet wir motzen über die "Ausländer" *gg*! Schon verrückt...

    Wir hier im Saarland kennen dieses Hin und Her ja bestens - auch heute werden wir gerne mal noch als "Saarfranzosen" bezeichnet, und Restdeutschland ist überzeugt davon, dass hier schon jedes Kind Französisch kann. :-)
  3. Phil_Sophie schreibt am 14.12.2012 um 08:56 Uhr:Sind wir nicht alle ein bisschen Napoleaner? Zeigt her eure Hüte Mädels :-)
  4. elfatuo schreibt am 16.12.2012 um 21:29 Uhr:Und mein Großvater wurde als Deutscher in einem Deutschlandgeboren, was sowohl einige Jahre vorher, als auch hinterher Polen war. Die Frage ist ja, sind wir nun das, wo wir geboren sind, oder sind wir das, von denen wir abstammen - dann wäre ich Viertel-Posener/ Viertel-Ostfriese / Viertel-Rheinländer und Viertel-Oldenburger (immerhin zur Hälfte Niedersachse)... So einfach ist es wahrscheinlich mittlerweile alles nicht mehr - meine Oma kann zwar auf einen 300 Jahre alten ostfriesischen Stammbaum zurückblicken - hat aber den Großteil ihres Lebens schon nicht mehr in Ostfriesland verbracht...

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