Gedanken oder Fragen

07.06.2012 um 16:58 Uhr

Straba und Strassenbahnen

Ich frage mich, ob der Begriff "Straba" für Strassenbahn nur im Osten unserer Republik verwendet wird?
Ich kannte ihn nicht, in Hamburg sagten wir immer Strassenbahn, aber niemals Straba. Nie nicht. Vielleicht ist Straba auch ein Begriff der hauptsächlich in Cottbus verwendet wird.

Denn vor einigen Wochen schrieb eine Cottbuserin in ihrem Blog von der Straba.
Da war er wieder, dieser Begriff, von dem @Halleluja (wo bist du eigentlich?) so oft schrieb. Ich mich zuerst immer fragte was die Straba ist.
@Halleluja bewerkstelligte mit der Straba ihren ganzen Umzug, schleppte ihre Sachen in die Strassenbahn, um so nach und nach ihr neues Domizil bezioehen zu können.
Einen Umzug mit der Strassenbahn stellte ich mir äusserst schwierig vor. Aber als Studentin, mit wenig Geld bleibt einem wohl nicht viel anderes übrig.
Wenn das Geld mal nicht für die Fahrkarte reichte, latschte sie auch kilometerweit zu Fuss zum DRK, um sich mit Blutspenden ein Moantsticket kaufen zu können.
Und immer wartete sie darauf, dass ihr Konto mal im Plus ist, den Kontoauszug wollte sie sich dann vergrössern und über ihr Bett hängen.
Ich hoffe, es hat irgendwann mal damit geklappt.Vielleicht nach dem Besuch der blauen Grotte, die dort in der Gegend sein soll?

Aber zurück zu den Strassenbahnen.
Nennt man sie in Dresden oder Leipzig auch Straba?
Klar, in Hannover fährt die Strassenbahn teils unterirdisch, dann nennt sie sich wohl U-Bahn und oberirdisch vielleicht wieder Strassenbahn. In Wuppertal ist es die Schwebebahn, sie fährt ja nicht auf der Strasse, sondern schwebt über der Wupper. ;

In Hamburg heisst die U-Bahn U-Bahn, da sie mal unter der Erde in einem Tunnel fährt, dann mal wieder überirdisch, meistens erhöht auf Stelzen, aber niemals auf der Strasse.
Die Strassenbahn gibt es in Hamburg schon seit 1978 nicht mehr. Da wurde sie vom Hamburger Senat abgeschafft. Auch wenn das Hamburger Strassenbahnverkehrsnetz wohl das grösste in ganz Deutschland war.
1866 fuhr dort die erste Pferdebahn, im Jahre 1894 wurden die ersten Strecken elektrifiziert.
Wenn ich in Hannover oder München war, dann wunderte ich mich immer über die modernen Strassenbahnen dort, In Hamburg waren es mehr oder weniger noch diese roten Blechkisten mit harten Plastiksitzen, in denen im Winter die Heizung nur ein mildes lüftchen von sich gab, so dass die Fenster voller Eisblumen waren.
Wenn die Strassenbahn eine engere Kurve auf der Strecke hatte, dann qietschten die Räder ganz fürchterlich laut. So dass die Anwohner kaum schlafen konnten. Eine Strassenbahn rechts zu überholen war auch immer ein Akt, Da der Abstand der Bahn zum Kantstein nicht sehr gross war. Und die Strassenbahn konnte ja nicht ausweichen. Da hatte man als Autofahrer schlechte Karten.
Anfangs gab es in jedem Wagen noch einen Schaffner, der mit seinem Münzautomat herumging und die Fahrkarten verkaufte. Später wurde er abgeschafft, und man musste vorne an der Glasscheibe der Fahrerkabine sein Ticket lösen.
1978 war es dann alles vorbei, die Strassenbahnen wurden verschrottet, einige wenige fanden noch ihren Platz irgendwo als Imbiss mit Sitzplätzen. Aber die gibt es wohl auch nicht mehr.
Keine Strassenbahnen mehr, die über die Elbbrücken fahren, die sich vor dem Hauptbahnhof am Steindamm stauen, und auch keine mehr, die über die Lobardsbrücke und die Grindelchaussee nach Eppendorf hochfahren.

Und ja, manchmal träume ich noch von diesen alten Dingern, fahre im Traum mit der Strassenbahn durch den Wallringtunnel oder vom ZOB nach Billstedt hoch.
Da fahren dann im Traum teils noch diese offenen Strassenbahnen, bei denen man auf und abspringen konnte, auch wenn da die Schilder hingen, es sei verboten, so taten es doch einige.
Die Zeit der Srassenbahnen ist vorbei, jedenfalls in Hamburg und die "Straba" gab es dort sowieso nie.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. TheNicciPain schreibt am 07.06.2012 um 17:27 Uhr:In Leipzig sagen die Meisten auch "Straßenbahn". Wie ich. Der alte UrLeipziger sagt aber auch gern mal 'Bimmel' oder 'Glocke'. Straba sagt man eher weniger. Eigentlich gar nicht. Die Verkehrsbetriebe selbst nennen ihre Bahnen *Tram/Trambahn*, was ich aber blöd finde. Die Großfamilie, die erst Kind Nummer 12 gekriegt hat und die ich leider persönlich kenne, hat ihren Umzug auch mit der Bahn gemacht. Also mit der Straßenbahn. Jedes der (trage-)fähigen Kinder hat ein wenig getragen und irgendwann, gefühlte 35978trölf Bahnen später, war man fertig..
  2. Suzie schreibt am 07.06.2012 um 17:51 Uhr:In Schwerin heißen sie Straßenbahn,mit der Einführung der Tatrazüge gab es wohl mal den Versuch sie als "Tram" umzubennen,so genau weiß ich es aber nicht mehr.Jedenfalls erinnere ich mich noch an die Bimmeldinger der siebziger Jahre,als man den "goldigen"Zwanziger reinwarf in die Trommel und dann einen Hebel bediente,der den Fahrschein ausgab.Wenn sich die Gelegenheit ergab,bin ich in jeder Stadt in die ich kam,mit der Straßenbahn gefahren.War so eine Macke,aber man hat viel gesehen und es war eine billige Stadtrundfahrt.
  3. TheNicciPain schreibt am 07.06.2012 um 17:56 Uhr:Tatrawagen .. genau! Das waren die alten Dinger. Mit 3 Metall-Lochern in jedem Hänger, die die Papierschnippsel (Fahrkarten) lochten/entwerteten. Furchtbar. Ich hatte wenig Kraft und so waren die Löcher nie ganz durch. Aber: so konnte ich die Fahrscheine nochmal benutzen .. und nochmal .. und nochmal .. ich bin aber auch viel schwarz gefahren =)
  4. Annabel_64 schreibt am 07.06.2012 um 18:32 Uhr:Bei uns in Würzburg heißen sie schon immer "Straba"... Als mal ein Zugezogener fragte, was das denn heiße, hab ich erst gedacht, er macht Witze... so normal war/ist das... :)
  5. Valencia schreibt am 07.06.2012 um 18:50 Uhr:Die sind sehr interessant zu lesen, diese Gedanken zu und Erinnerungen an die Straßenbahn.

    Da wo ich herkomme gibt es sowas nicht, dazu ist meine Stadt zu klein. Quito, wo ich dazwischen war, wäre groß genug, hat aber auch nur einen Oberleitungsbus, den Trole. Ich bin gern damit gefahren, aber nur sehr selten, denn ich wohnte am östlichen Rand der Stadt und musste zum Trole sehr weit laufen. Der Trole ist nicht wahnsinnig schnell, meistens überfüllt der Arbeitsplatz vieler Taschendiebe. Eine Fahrt kostet nur 25 Cent. Fahrkarten gibt es keine: An jeder Station ist eine Kassa, du zahlst und gehst durch ein Drehkreuz.

    Da wo ich jetzt bin, sagen wir “Bim”. Ich fahre aber auch hier fast nie damit, denn hier ist es mir zu teuer. Glücklicherweise ist Graz sehr fahrradfreundlich und nicht allzu groß. Mit dem Rad muss ich mich außerdem nicht an Fahrpläne halten und habe keine Wartezeiten. In Uniform darf ich als Rotkreuzlerin gratis fahren; so komme ich auch im Winter bequem zur Dienststelle. Ich nehme einen Bus zum Jakominiplatz und fahre von dort noch drei Stationen mit der 6er Richtung St. Peter. Bimmeln tut die Bim übrigens nicht mehr, aber den Namen hat sie behalten.
  6. Puppy111 schreibt am 07.06.2012 um 20:03 Uhr:In Berlin hat noch niemand "Straba" zu der seit 1865 existierenden Strassenbahn gesagt. Irgendwann in den 30 iger Jahren wurde sie im Berliner Jargon mal "Elektrische" genannt.
    Es würde mich interessieren, ob HAmburg tatsächlich das größte Streckennetz hatte. Das kann ich nämlich nicht glauben. Leider habe ich auf die Schnelle keine Angaben dazu gefunden.
    Auf jeden Fall sollte Berlin derzeit das größte aktive Streckennetz haben.
    Ihr merkt : Ick bin een Berlina :-)
  7. Rabenmutter schreibt am 07.06.2012 um 21:03 Uhr:Straba benutzt man in DD höchstens mal als Abkürzung in ner SMS oder so, ansonsten heißt sie schlicht und ergreifend Straßenbahn :-)
  8. aloneone schreibt am 08.06.2012 um 07:08 Uhr:Bei uns heißt sie Saarbahn. :-)

    Ansonsten kenne ich nur die allseits "beliebte" STRABS - die STRassen Ausbau Beitrags Satzung, die regelt, dass man Anwohner an den Kosten für die Sanierung einer Straße beteiligen darf.
  9. TheNicciPain schreibt am 08.06.2012 um 11:44 Uhr:Oder die Strabag =))) Hahaha .. da gabs doch mal vor Jahren ein Lied ~ Shabba Ranks/Mister Loverman ~ und wir haben das in der 10. Klasse umgedichtet. Fanden wir total lustig .. immer wenn wir einen von der Strabag gesehen haben, sagen wir "Mister Loverman-Strabag"

    (wem die Melodie nicht geläufig ist, kann sie sich bei YT grausam ins Gedächtnis rufen)
  10. curasui schreibt am 08.06.2012 um 16:22 Uhr:
    Annabel_64:Bei uns in Würzburg heißen sie schon immer "Straba"... Als mal ein Zugezogener fragte, was das denn heiße, hab ich erst gedacht, er macht Witze... so normal war/ist das... :)


    *g* ich hab mich hier auch am Anfang gefragt, was wohl "Straba" heißen mag. Bis ich mit einem lauten "Vorsicht, da kommt ne Straba!" von den Schienen weggezogen wurde. Ab da wusste ich es ^^.
    Heut ist der Begriff für mich normal geworden und es kommt vor, dass ich zur "Stadtbahn" in meinem Heimatörtchen manchmal aus Versehen "Straba" sage.
  11. Nachtwolf schreibt am 08.06.2012 um 16:28 Uhr:Hmmm... Straba, ich glaub das haben wir nur als kleine Stüfte gesagt, gab mal ne Modezeit da wurde alles abgekürzt. Der Begriff "Bimmel" ist mir auch noch sehr geläufig. Konnte man sogar in manchen Kinderbüchern lesen. In der Schweiz sagen alle nur Tram. Steht auch überall nur Tram dran. Was ich an Zürich immer wieder so cool finde, Paragraph 1: die Tram hat IMMER VORFAHRT... Paragraph 2: die Tram hat IMMER VORFAHRT... und die Jungs nehmen ihre Vorfahrt sehr ernst. Da staunt man dann immer das nicht mehr passiert, auf den Strassen. Gibt hier nicht viele Verkehrsunfälle mit der Tram. Dann wohl eher mit den schweizer Autofahrern. ;-) Denn das Auto fahren haben die Schweizer definitiv NICHT erfunden. Sie versuchen sich immer noch darin. So müssen die Tram-fahrer ihre Vorfahrt wohl auch sehr ernst nehmen, denn bei dem täglichen Verkehrschaos in dieser Stadt könnten sie sonst nie einen Fahrplan einhalten. Und das ist es was mich immer wieder so fasziniert, die sind hier verdammt pünktlich. Ob es nun die Bimmel, der Buss oder die Bahn ist. Alter Schwede, sowas hab ich auch noch nicht erlebt. Doch hab ich mir sagen lassen, das dies wohl nur in Zürich so sei. Tram fahren in Zürich, kann ich jedem nur empfehlen. Wenn du nur in der Stadt unterwegs bist, dann brauchst du hier kein Auto.
  12. TheNicciPain schreibt am 08.06.2012 um 16:42 Uhr:.. deswegen haben wir für die Bahnen ein eigenes Gleisbett - da fahren dann auch nur Hirnis rein/drüber, die gerne ihren Unterboden opfern =)
  13. Rabenmutter schreibt am 08.06.2012 um 17:07 Uhr:Also früher hatte in Dresden die Straßenbahn auch IMMER Vorfaht - ich glaube, das ist nicht mehr so. Aber da ich in DD meist nur mit Bus und Bahn unterwegs bin, kann ich das aus Autofahrerseite jetzt schwer einschätzen.
  14. eule70 schreibt am 12.06.2012 um 01:37 Uhr:Wenn ich "Straba" höre, denke ich sofort, dass es sic um die Abkürzung für die örtliche Straßenbahn-Gesellschaft handelt, so wie unsere Stadtwerke als "Stawag" abgekürzt werden.
    Ob in Aachen die vor meinem Zuzug abgeschaffte und durch Busse ersetzte Straßenbahn "Straßenbahn" oder "Tram" genannt wurde weiß ich nicht. Ältere Leute aus Vororten sagen mir nur, dass sie früher (ich glaube doch sie sagen "mit der Tram" 20 Minuten zur Innenstadt brauchten, jetzt mit dem Bus 40 Minuten.... :-(.
  15. khiira schreibt am 18.06.2012 um 07:55 Uhr:bei uns (landkreis karlsruhe) hieß die straßenbahn straßenbahn, die kinder und jugendlichen sagten gerne strab dazu. wie das heutzutage ist, weiss ich nicht mehr, denn ich wohne dort nicht mehr. unsere damalige straßenbahn war aber eher eine s bahn, nur nicht im besitz der db. als ich irgendwann mal lernte, was woanders s-bahnen sind, hat mich das sehr durcheinandergebracht. oder dass es städte gibt, die entweder gar keine straßenbahn haben oder dies gar mal abgeschafft hatten oder städt, in der die straßenbahn kein eigenes gleisbett hatte oder nicht die eingebaute vorfahrt.
    derzeit wohne ich in einer stadt hessen, wo tatsächlich die straßenbahn abgeschafft wurde, stattdessen wurde der busverkehr ausgebaut, der regelmäßig im stau steht.....

    @valencia:
    gerne würde ich mal oberleutungsbus fahren, das habe ich noch nie gemacht.

    @suzie:
    wenn ich in fremden städten bin fahre ich auch gerne straßenbahn, das gibt einen schönen eindruck von stadt und leute.

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