Gedanken oder Fragen

15.09.2010 um 20:37 Uhr

Unterhalt für Eltern, Familie vor Staat

von: sternenschein   Kategorie: Politisches   Stichwörter: Unterhalt, BGH, Pflegleheim, Mutter, gekuemmert, Staat, Rente

Kinder müssen für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen.
Ein Mann aus Hessen klagte dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht, da er darin eine Härte sah.
Seit 30 Jahren hatte er seine Mutter nicht mehr gesehen. Sie habe sich nicht um ihn gekümmert, als er Kind war. Es kam vor, dass die psychisch kranke Mutter die Kleidung der Kinder zerschnitt, so hatten sie manchmal nur noch ihre Schlafanzüge. Wurden ausgesperrt und auch sonst vernachlässigt.

Dieses alles, sei kein Grund nicht für die Pflegekosten der Mutter aufzukommen, urteilte das BVG, denn die Mutter konnte nichts für ihre Krankheit.

Das BVG betonte, Familien geht vor Staat. Wenn Kinder da sind, so müssen diese zahlen und nicht die Allgemeinheit für die Kosten aufkommen.
Die in diesem Fall 40.000 Euro betragen.

Ist das wirklich gerecht?

Klar, Eltern sollten sich um ihre Kinder kümmern und auch für sie aufkommen.
Doch sollten Kinder deswegen eventuell bis an das Lebensende der Eltern zahlen müssen.
Klar, jeder Mensch hat Eltern. Wenn es gut läuft, haben diese ihre Kinder auch gut versorgt.
Doch was ist mit den Menschen, die keine Kinder haben?
Für sie muss bei Bedürftigkeit doch auch die Allgemeinheit einspringen. Für das Pflegeheim zahlen.
Wo bleibt da die Gleichbehandlung?

Es ist auch die Frage, weshalb solche Fälle von Pflegebedürfigkeit nicht von der Renten- oder der Krankenkasse abgedeckt werden?
Weshalb werden Familien gegenüber Alleinstehenden immer wieder benachteiligt?
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Jari schreibt am 15.09.2010 um 21:07 Uhr:Ich muss leider sagen, dass ich noch gar keinen Plan habe, wie ich später für meine Eltern sorgen soll :(
  2. AngelInChains schreibt am 15.09.2010 um 21:15 Uhr:In Fällen von Misshandlung empfinde ich es auch immer als Zumutung, für seine Eltern aufkommen zu müssen. Wenn ich dran denk, jemandem das Leben bezahlen zu müssen, der mich immer schlecht behandelt hat, und ich das auch tun MUSS, weil mir das Gesetz das vorschreibt, wird mir ernsthaft übel.

    Wobei die Familien"haftung" zum Teil ja noch absurder ist. Meine Schwiegermutter hat neulich ein Schreiben vom Amt bekommen, sie solle für den Schwiegersohn ihrer Schwester Unterhalt zahlen (obwohl sie den noch nie gesehen hat, weil sie allein schon ihre Schwester seit Jahren nicht mehr gesehen hat). Hintergrund war wohl, dass der Mann H4 beantragt hat und das Amt mit allen Mitteln versucht hat, nicht zahlen zu müssen, sondern die Zahlungspflicht irgendwelchen auch extrem entfernten Verwandten aufdrücken zu können. Das war einfach ein schlechter Scherz, oder zumindest wirkt es so.
  3. sternenschein schreibt am 16.09.2010 um 03:29 Uhr:@Jari,
    da gibt es ja auch einen Selbstbehalt, unter dem man nicht zahlen muss. Hängt ja auch immer von deinem Einkommen und Vermögensverhältnissen an.
    Nur wenn einer sein gebautes Haus eventuell dadurch nicht halten kann, wie in diesem Fall, ist es schon traurig.

    AngelInChains,
    versuchen können sie es ja, scheinen sie bei deiner Schwiegermutter zu denken.
    Sie ist mit dem Schwiegersohn ihrer Schwester ja nicht abstammungsmässig verwandt. Und ich glaube noch nicht einmal,soweit ich weiss, dass man für Kinder der eigenen Geschwister, oder für eigene Geschwister aufkommen müsste. Ich glaube nur bei Verwandtschaft in direkter auf oder absteigender Linie ist dieses der Fall.
    Hört sich wirklic merkwürdig an.

    Liebe Grüsse
  4. AngelInChains schreibt am 16.09.2010 um 19:05 Uhr:Sie versuchen doch jedem, das Geld aus zu Tasche zu ziehen bzw eigene Kosten auf andere Menschen abzuwälzen. Mich wundert es nicht. Klar, dass meine Schwiegermutter da ihren Widerspruch hingeschickt hat. Seitdem hat sich interessanterweise vom Amt auch keiner mehr gemeldet.
  5. Mimi schreibt am 20.09.2010 um 13:31 Uhr:Ich stehe gerade vor diesem Problem. Ich bin nun 29 Jahre alt. Hab mir bisschen was gespart da wir eine Familie gründen möchten aber jetzt muss meine alkoholkranke Mutter in ein Pflegeheim mit 55 Jahren. Ich darf jetzt also locker noch 20 Jahre für sie aufkommen und zahlen. Ich weiss nicht wie wir das mit einem Gehalt dann noch machen sollen. Kann wohl meinen Kinderwunsch vergessen einfach. Ich finde es eine Schweinerei. Meine Mutter hat mich früher geschlagen, angeschrien, nachts nicht schlafen lassen als Kind. Mehrmals hab ich beim Jugentamt und bei Lehrern davon erzählt und geweint. Niemand hat mir geholfen. Bis ich mit 15 Jahren vor Gericht gegangen bin damit ich von meiner Mutter weg komme und zu meinem Vater darf. Und jetzt muss ich für diese Person zahlen dass es ihr gut geht. Sie hat ihr Leben versoffen und ist jetzt ein Pflegefall. Sie hat sich nie um mich gekümmert aber ich muss es jetzt für sie und nage daher am Hungertuch. Vielen Dank Vater Staat. So versaut mir meine Mutter eben mein gesamtes Leben und nicht nur Kindheit und Jugend!!!!

Einloggen zum Kommentieren:

Hinweis: viele Funktionen von blogigo (z.B. Einträge kommentieren) stehen Dir erst nach einer kostenlosen und unverbindlichen Registrierung zur Verfügung. Hier kannst Du Dich in Sekundenschnelle registrieren.