Gedanken oder Fragen

10.12.2012 um 02:00 Uhr

Wenn die Kinder zu Hause ausziehen

Die erste eigene Wohnung.
Irgendwann ist es immer soweit, die Kinder sind erwachsen geworden, sie nehmen sich die erste eigene Wohnung, ziehen von zu Hause aus.

Vieles ändert sich dadurch, es fällt schwer, die Kinder gehen zu lassen und doch muss es sein.

Die erste eigene Wohnung, welch ein Gefühl wenn man dort dann sitzt und sich seine eigenen vier Wände anschaut.
Eine Mischung zwischen ganz toll und stolzsein, aber auch Wehmut über das verlorene Kinderzimmer.
Auf eigenen Füssen zu stehen, ist nicht immer ganz leicht und dennoch auch etwas schönes.

Darüber schrieb ich hier vor 6 Jahren, es war einer meiner ersten Einträge:

Wenn die Töchter selbständig werden*klick*

@angelmagia schrieb damals in einem Kommentar:
"Noch habe ich es vor mir"
Heute lebt @Angelmagia in Wien, hat den Schritt gemacht. Wohnt nicht mehr "zu Hause".

Etlichen, die diesen Schritt auch machten, fiel er mehr oder weniger schwer.
So wie etwa @Muffin, die jetzt in München lebt und dort studiert, aber manchmal doch von der Sehnsucht gepackt wird nach ihrer Heimat, nach den Eltern und nach dem "zu Hause". Sie freut sich schon wahnsinnig auf die Weihnachtsferien, die sie daheim verbringen kann.

Ähnlich geht es wohl @filino, die in einem Kommentar zu meinem Eintrag schrieb:

filino schreibt am 25.08.2008 um 11:56 Uhr:

Dieser Eintrag hier ist zwar schon uralt (ich stöber immer ganz gerne in den Blog-Anfängen rum), aber ich möchte ihn trotzdem kommentieren.
Mir hat's beim lesen Tränen in die Augen getrieben, weil es mich an meinen Auszug erinnert hat. In den ersten Wochen habe ich ständig nach Mängeln in der Wohnung gesucht, damit mein Vater vorbeikommen muss - und er kam auch immer ;-)
Mittlerweile sehen wir uns seltener...telefonieren auch nicht mehr jeden Tag. Aber er ist immer noch meine erste Anlaufstelle, wenn ich Kummer habe und manchmal, wenn es mir schlecht geht, würde ich am liebsten meine sieben Sachen packen und wieder nach Hause ziehen.
Ich glaube nicht, dass man als Vater etwas verliert...es "gehört" einem irgendwie immer noch...es ist nur manchmal nicht mehr so deutlich zu erkennen.

Und ganz, ganz sicher erinnert auch ihr euch alle noch an dieses Gefühl, die erste eigene Wohnung zu haben. Zu Hause auszuziehen.
War es nicht grandios, diesen Schritt zu machen, oder eher beängstigend für euch?

Nur so, wie hier in diesem Viedeo "Jesse" von Stefan Waggershausen und Victor Laslo sollte es wohl nicht sein.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Phil_Sophie schreibt am 10.12.2012 um 10:00 Uhr:Ich bin gezwungenermassen in die eigenen vier Wände, weil meine Eltern zurück nach Canada sind und ich wegen der Ausbildung hier geblieben bin. Ich muss sagen, es war eine weniger schöne Zeit, schwer und immer in Geldnöten weil von zu Hause nichts kam. Ich wünsche meinen Kids einen besseren, leichteren Start ins Leben.
  2. Hedera schreibt am 10.12.2012 um 13:45 Uhr:hach, ich denke immer noch mit grauen daran, dass mein kind nächstes jahr gehen will. sooft wir auch gestritten haben und es auch immer noch tun...sie begleitet mich seit 19 jahren...länger als sonst eine person.....ich werde sie schmerzlich vermissen, versuche mich jeden tag an den gedanken zu gewöhnen..aber es fällt mir schwer....meiner freundin fiel es sehr viel leichter ihre tochter gehen zu lassen, sie war sogar froh. das fehlt mir trotz aller gegensätze noch.....
  3. Muffin schreibt am 11.12.2012 um 00:57 Uhr:Das erste Mal in den eigenen vier Wänden - das war schon ein großer Schritt. Ich bin da auch wirklich sehr dankbar für die Zeit vor München, als ich in Mühlhausen mein Abi nach gemacht habe. Dort habe ich ja auch schon in einem Wohnheim gewohnt, musste das Wochenende über aber immer nach Hause und in den Ferien. Das hat mir schon sehr geholfen - für die Selbstständigkeit. Man lernt dann ganz einfach solche banalen Dinge, wie einkaufen, wirtschaften, kochen - und das klingt immer alles so einfach, aber man muss es doch tatsächlich erst lernen. So wurde ich, zum Glück schon vor München, Stück für Stück auf eigene Beine gestellt. Ich glaube, wenn ich diese 3 Jahre vorher nicht gehabt hätte, wäre ich hier in der Großstadt gnadenlos untergegangen.
    Und ich lebe auch wirklich gerne alleine, aber dass ich mich auch immer wieder auf zu Hause freuen werde und jedes Mal Sehnsucht danach habe - das wird wohl nie vergehen :)

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