Lyriost – Madentiraden

17.08.2014 um 14:25 Uhr

„F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 31

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 31

Ryan ballte die Hände“ angesichts ihres Profils: Es zeigte [das Profil mit dem Zeigestock?] die zarte Linie ihres Kinns, die weiche Wange … lange Wimpern … zarte Haut … blasses Gesicht, sanfte Konturen … sahnige Haut.“ Da ballt er nun die Hände, der Ryan, nicht vor Wut, sondern angesichts dieser Häufung von Feinheitsattributen, weil ihn der Anblick verrückt macht. Wenn seine Hände feucht würden bei dem, was er sieht, das wäre vielleicht nachzuvollziehen, aber Fäusteballen?

Leise hüstelnd entstaubte er seine Stimmbänder.“ Wie das? Er hatte doch gerade noch verärgert gefragt: „Was machen Sie da?“ Und nun muß er die „Stimmbänder entstauben“? Das frage ich aus Gründen der Logik, nicht daß jemand glaubt, meine Kenntnisse der Anatomie wären derart rudimentär, daß ich Staub auf den Stimmlippen (umgangssprachlich Stimmbänder) für möglich hielte. Sicher ist jedenfalls: Es dauert eine Weile, liebe Autorin, bis etwas verstaubt, so daß es vor der nächsten Benutzung entstaubt werden müßte. Das gilt auch für metaphorischen Staub auf Stimmlippen.

Was ist noch erwähnenswert? Ach ja, diese logische Schlußfolgerung: „… Monument einer Freundschaft, die selbst über den Tod hinaus Bestand hatte, denn er würde Charlie [den Freund] nie vergessen.“ Das hat wohl eher etwas mit der Qualität des Gedächtnisses zu tun als mit Freundschaft. Wenn ich mit allen befreundet wäre, die ich nicht vergesse, obgleich sie tot sind, dann hätte ich einen immensen Freundeskreis. Und ist es nicht so, daß zu einer Freundschaft immer mindestens zwei gehören? Die „Freundschaft über den Tod hinaus“ ist tatsächlich nichts als pathetisches Gelaber.

Morgen geht’s weiter mit Seite 32 und dem „Brüllen seines Gewissens“.


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