Lyriost – Madentiraden

22.08.2014 um 21:29 Uhr

„F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 37

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 37

Chloe fährt mit der U-Bahn. „Sie nutzte ungern ihren alten Mini, um ihre Mutter zu besuchen, denn es war schlichtweg unmöglich, einen Parkplatz in der Nähe zu ergattern. Also sparte sie sich die lästige Suche.“

Ungern“ kann nur bedeuten, daß sie hin und wieder doch den Mini nimmt. Aber wie das, wo es doch „schlichtweg unmöglich“ war, dort einen Parkplatz zu finden. Wenn es wirklich „schlichtweg unmöglich“ ist, wie blöd muß man da sein, wenn man trotzdem das Auto nimmt und überflüssigerweise sucht? Daß Chloe das hin und wieder tut, geht aus dem „ungern“ und aus der Bemerkung „sparte sie sich [diesmal?] die lästige Suche“ hervor. Wenn es nicht „schlichtweg unmöglich“ wäre, sondern „sehr schwierig“, ja dann könnte man das Suchen verstehen, das sie sich diesmal spart. Also wieder mal nur eine der häufigen Übertreibungen.

Chloe klagt über „mentales [also gedankliches] Unwohlsein“. Was ist denn das, fragt man sich. Eine Wohlbefindensstörung kenne ich bisher nur im körperlichen oder seelischen Sinne. Kann jemandem schlecht werden, weil es unter der Schädeldecke falschrum rumort? Ich weiß nicht so recht, ich habe jedoch meine Zweifel und denke, die Autorin ist sich nur mal wieder nicht bewußt darüber, was die Wörter bedeuten, die sie verwendet.

Chloe will nicht nur ihre Mutter besuchen, sondern auch deren neuen Freund, den sie für ihren kommenden Stiefvater hält und nun gar für sich ihren „zukünftigen Daddy“ nennt. Doch noch steckt sie im Aufzug „und lauschte dem typischen Gedudel, das in dezenter Lautstärke aus den … Lautsprechern schallte.“ Ach ja, dezentes Schallen.

Anerkannte Synonyme von schallen sind dröhnen und schrillen und Ähnliches. Auf jeden Fall ist Schallen alles andere als leise, nämlich per definitionem vor allem eines: sehr laut und ganz wenig dezent.

Morgen geht’s weiter mit Seite 38 und lieblichen Tönen.


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