Lyriost – Madentiraden

25.08.2014 um 16:17 Uhr

„F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 39

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 39

Angesichts „perlengleich schimmernder Haut“, „meerblauer Augen“ und dem Zauber von „nachtschwarzem Haar und ungewöhnlich leuchtenden Saphiraugen“, olivfarbenem Teint und so weiter und so fort erlegen, und wegen Zeitknappheit, habe ich mich jetzt entschlossen, nicht mehr jede dritte adjektivische Exzentrizität zu kommentieren, sondern mich mehr auf die Highlights des logischen Denkens und die metaphorischen Eskapaden der Autorin zu konzentrieren.

Aber keine Sorge: Auch wenn ich vielleicht hin und wieder eine Seite, wie etwa die nächste, unerwähnt lassen werde und nicht auf jeden unbeabsichtigten Kalauer oder falschen Bezug eingehe: Die besten sprachlichen und gedanklichen Fehltritte kommen noch – und das schon auf Seite 41. Auf der nächsten Seite gibt es nur Banalitäten wie „Die Wände wurden von schreiend bunten Bildern geziert [Hervorhebung von mir]“ (oder mit geschmackvollen Gemälden verschandelt?), und es ist die Rede von „dezent blühenden Kamelien“ (wahrscheinlich mit Fernbedienung stufenlos regulierbar), erwähnt wird die „beeindruckende Rückenansicht von Leannes Verlobtem“ und mit welchen Männern „sie Umgang pflegte“. Außerdem setzen „gegensätzliche Betonungen ... angenehme Kontraste“. Ja, der eine Gegensatz steht meist im Kontrast zum anderen, denn dadurch erst ist der eine wie der andre das, was er eben ist.

Auch gibt es auf der Seite 40, die ich auslassen werde, noch ein unangenehm hohles Gefühl im Bauch (gemeint ist ein Mangelgefühl, das sich als Hohlheit empfinden läßt, nicht ein hohles Gefühl – wie denn auch: Ich kann ein Loch im Bauch fühlen oder im Kopf, aber es gibt kein „hohles Gefühl“, Gefühle sind stets etwas: positiv, auch wenn sie negativ, also unerwünscht, sind –, sondern ein Gefühl der Hohlheit), das sich beim Lesen wohl auf meinen Kopf übertragen hat, weshalb ich für heute Schluß mache.

Morgen geht’s weiter mit Seite 41 und dem „Wuchs seiner Gliedmaßen“.


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