Über Ich-Setzung
Ich-Setzung als Selbst-Definition, genau das ist es, was ich mit Selbst-Täuschung meine. Ich will es mal mit einer philosophischen Anekdote veranschaulichen, die mich immer wieder zum Lachen reizt: Nach seinem Tod fand sich in Schopenhauers Bibliothek das Exemplar einer Fichte-Ausgabe, in der Schopenhauer immer dann einen Stuhl an den Rand gezeichnet hatte, wenn es bei Fichte hieß: "Das Ich setzt sich." Klarer und humorvoller kann man den unsinnigen Wunsch des Ich, sich über den ganzen Menschen mit seinem Getriebensein zu erheben, nicht der Lächerlichkeit preisgeben.
Eine Ich-Setzung, die von der Abgründigkeit und Getriebenheit des Menschen abstrahiert, ist nichts weiter als die Schaffung eines Windbeutels mit Über-Ich-Kruste.