Lyriost – Madentiraden

29.11.2005 um 11:19 Uhr

Charisma

von: Lyriost

Charisma

In der Antike wurde Charisma als Geschenk, Gottesgabe betrachtet. Wenn ich mir die Geschichte und die jetzt lebenden charismatischen Menschen so anschaue, komme ich aber immer mehr zu dem Schluß, daß der Teufel mit seinen Geschenken weitaus großzügiger zu sein scheint oder Gott etwas weggibt, was er selbst aus moralischen Gründen nicht mehr haben möchte. Die Ausstrahlungskraft des Bösen, da sollte man ehrlich sein, ist größer als die des Guten. Wenn man dichotomisch denkt, muß man das beklagen. Oder aufhören, dichotomisch zu denken.

29.11.2005 um 11:00 Uhr

Charon

von: Lyriost

Charon

Der alte und bösartige Charon muß ein großer Charismatiker sein. Wie sollte er sonst die vielen Leute in seinen Kahn bekommen?

29.11.2005 um 10:23 Uhr

Peinlich

von: Lyriost

Peinlich

Das sind doch die wahrhaft peinlichen Leute: die, denen ständig etwas peinlich ist. Bei der Gruppe der Selbstmörder wahrscheinlich die Mehrheit. Denn am Ende der Peinlichkeiten findet mancher, es sei peinlich zu leben.

28.11.2005 um 17:41 Uhr

Rechtschreibung

von: Lyriost

Rechtschreibung

Und wieder gibt es neue restaurative Empfehlungen des Rechtschreibrates. Ich werde mich wie bisher nicht darum kümmern, sondern hier weiterhin alles richtig schreiben. Es ist wirklich von Vorteil, wenn man den vielen Anleitungen zur Falschschreibung, die es in der Vergangenheit gegeben hat, nicht gefolgt ist. Hoffentlich kommen die Kultusminister nicht demnächst auf die Idee, eine Rechtdenkreform in Gang zu setzen. Ach ja, das geht ja nicht, wie sollten sie denn ...

28.11.2005 um 12:56 Uhr

Sein und Schein

von: Lyriost

Sein und Schein

Um zu sein, was man ist, muß man sich von dem trennen, was man zu sein vorgibt. Sonst hat man zwar vielleicht äußerlich Erfolg, aber keine Chance auf innere Befriedigung.

26.11.2005 um 10:25 Uhr

Besonderes

von: Lyriost

Besonderes

Jeder Mensch ist etwas Besonderes. Ausgenommen die, die ständig demonstrieren, daß sie sich für etwas Besonderes halten.

25.11.2005 um 08:06 Uhr

Goyas Hund und ich

von: Lyriost

Goyas Hund und ich

Ein Schwimmer im Raum
die fellmaskierte Seele.
Wie schwer ist das Licht?

Es hält unsern Blicken stand
wirft Schatten in mein Gesicht.

 

24.11.2005 um 12:44 Uhr

Über Erwartungen

von: Lyriost

Über Erwartungen

Es ist ganz einfach, dem Gefühl der Zufriedenheit zu entgehen. Man muß nur seine Erwartungen hochschrauben.

22.11.2005 um 08:15 Uhr

Ermutigung

von: Lyriost

Ermutigung

Verkrieche dich nicht
wenn die Schatten sich spreizen
geh einfach hindurch.

Auch in dem dunkelsten Dorf
wartet die Nacht auf das Licht.

17.11.2005 um 08:42 Uhr

Hirngewitter

von: Lyriost

Hirngewitter

Bei genauerer Betrachtung ist so manche neue Erkenntnis nichts weiter als Folge der wiederholten Wiederholung eines Geistesblitzes, der uns seit längerem heimsucht. Manchmal braucht es eine Menge Hirngewitter, bis wir etwas begreifen. Aber es braucht nicht viel, um es wieder zu vergessen.

15.11.2005 um 08:34 Uhr

Nur nichts

von: Lyriost

Nur nichts

Nichts unvergleichlich
ohne Vergleich
nur Schattenatem
wandernder Ruhe
nur Spiegelbild
des Spiegelbilds
im Spiegelbild

12.11.2005 um 00:31 Uhr

Kronos spielt

von: Lyriost

Kronos spielt

Gedanken hämmern
an spiegelblinde Scheiben
bluthauchbeschlagen

im sandigen Nebelwahn
der dich umtobt wie ein Sturm

Ideenglut
Minuten immerwährend
im Siliziumkristall

knirschendes Rieseln
brüllt dir ins blutige Ohr

Sekunden staubt Stille
Dann wieder Beginn.

08.11.2005 um 08:22 Uhr

Ganz unbekannt

von: Lyriost

Ganz unbekannt

Die Jahre tropfen still
wie müde Kerzen
und fließen fort
ins Niemandsland
die Uhr schlägt wie sie will
im Nachtwind flattern Herzen
und wehn dahin
ganz unbekannt

01.11.2005 um 15:35 Uhr

Zeitgeist

von: Lyriost

Zeitgeist

Das Wesen des Zeitgeistes ist Bewegung. Man erkennt das vor allem daran, daß der Zeitgeist so schnell wechselt, daß ihn niemand zu fassen kriegt.