Tirade 31 – Entschlüsseltes Genom
Tirade 31 – Entschlüsseltes Genom
Die Schlüsselkinder
an ihren Mikroskopen
alles gefunden
schon drei von hundert Wörtern
Hugo weiß jetzt wie er heißt
Tirade 31 – Entschlüsseltes Genom
Die Schlüsselkinder
an ihren Mikroskopen
alles gefunden
schon drei von hundert Wörtern
Hugo weiß jetzt wie er heißt
What the Bleep Do We Know!?
Daß unser Wissen über das Reale in der Realität außerordentlich lückenhaft ist, das ist den meisten Protagonisten des Filmes What the Bleep Do We Know!? weitgehend klar, vielen ihrer Kritiker jedoch (noch) nicht.
So ist in Wikipedia zu lesen: "Kritiker behaupten, der Film sei zu selektiv in der Auswahl der präsentierten Informationen. Andere meinen, daß er zustimmende Gesichtspunkte hervorhebe und kontroverse Ideen nicht ausreichend berücksichtigt seien oder daß das Thema zu sehr unter dem Gesichtspunkt des Mystischen dargestellt ist und die Auswahl der beteiligten Wissenschaftler nicht nur nach objektiven Gesichtspunkten erfolgte, da sie nicht in allen Punkten die Ansicht der allgemein anerkannten Wissenschaft präsentieren."
Vielleicht liegt das daran, daß eine große Zahl von Wissenschaftlern keine Zeit hatte, weil sie zu sehr mit der Erforschung neuer Massenvernichtungswaffen und profitbringender Konsumgüter beschäftigt ist.
Der Film mag zwar nichts wesentlich Neues bringen, doch in ihm werden neben dem einen oder anderen Fragwürdigen zum größten Teil plausible Hypothesen auf der Grundlage von Relativitätstheorie und Quantentheorie, aber auch der Molekularbiologie zum Nachdenken über das menschliche Selbstverständnis angeboten.
Die "allgemein anerkannte Wissenschaft" ist eine andere Sammlung nachdenkenswerter Hypothesen.
Die Frage What the bleep do we know? muß immer wieder neu gestellt werden, indem man versucht, Antworten auf sie zu geben.
Der Film ist so ein Versuch.
Tirade 27 – Frühling
Sie klingen wieder
diese löchrigen Steine
unser Lebenshort
Luft weht herein und heraus
und Stimmen vermischen sich
Weltanschauung
Emanzipiertes Denken ist agnostizistisch offen, so wie die elementaren Bilder theistisch vieldeutig sind. Atheismus aber ist etwas anmaßend Reduziertes, eine Folge von Blindheit und Denkfaulheit. Theismus als Weltanschauung ist nur als spielerisch-harmlose Hypothese erträglich, als mehr oder weniger dogmatisch vertretene Weltanschauung jedoch eines denkenden Menschen ebenso unwürdig wie ernsthaft vertretener Atheismus. Beide Lehren haben denselben Kern: die Überschätzung des menschlichen Erkenntnisvermögens.
Am Anfang
Am Anfang war das Wort. So heißt es. Doch davor war der Gedanke, der es formulierte. Und der Gedanke war Ausdruck des Staunens über das, was Gott sah, als er zum ersten Mal in den Spiegel schaute.
Klarheit
Wir können klare Bilder haben ohne klare Sprache, aber keine klare Sprache ohne klare Bilder.
Tirade 25 – Radio
Zeitgeistgeräusche
okkultes Seelenbiegen
rhythmisches Rauschen
getakteter Körperkult
Marionetten Sprechgesang
Tirade 24 – Wörterreiben
Beim Wörterreiben
fällt manchmal ein Bild ins Bild
aus Abraumhalden
es dringt in alle Poren
und kommt nie wieder heraus
Tirade 22 – Gedenken
Auch ein Vermächtnis
am Grab die letzte Jacke
die Taschen sind leer
in der Fülle der Blüten
verwehen die Gedanken
Werteverfall
Am lautesten beklagen diejenigen den allgemeinen Werteverfall, die selbst ihr Leben an fragwürdigen Werten ausrichten, und am heftigsten widersprechen ihnen jene, die über keine Werte verfügen. Beide Gruppen (manchmal gehören sie sogar zu einer Fraktion, bisweilen sind sie gar Kläger und Widersprecher in Personalunion, je nachdem, über wessen Wertverlust geredet wird) hätten es am liebsten, wenn man sie selber nach Gutdünken schalten und walten ließe, aber alle andern sich zurückhielten und nach ihnen zugedachten Wertvorstellungen lebten.
Tirade 21 – Beckett
Wenn keiner mehr kommt
bammeln die Fahnen träge
das Endspiel ist aus
bleibt nur das Glück im Unglück
im Lob des grauen Himmels
Silvio Berlusconi
Wirklich eine Augenweide für Schadenfrohe und Stofflieferant für alle satirisch veranlagten Spötter. Wenn Silvio Berlusconi so weitermacht, wird ihm demnächst nichts anderes übrigbleiben, als sich in einer Toilette seines Amtssitzes einzuschließen und lautstark kundzutun, er werde nicht von der Stelle weichen. Aber am Ende wird er so klein geworden sein, daß ein einzelner Carabiniere ausreichen wird, um Berlusconi zu seinem Dienstwagen zu tragen. Der Carabiniere wird sich Herrnchen Silvio einfach unter den Arm klemmen.