31.08.2006 um 07:52 Uhr
30.08.2006 um 10:43 Uhr
Blogigo
Der Vertrauensvorschuß für den neuen Betreiber von Blogigo ist jetzt langsam aufgebraucht. Obgleich es einige bemerkenswerte Neuerungen gibt, sind nach wie vor viele Fehler zu bemängeln.
Vor allem stört die mangelhafte Kompatibilität zum Internet-Explorer, der der meistbenutzte Browser ist, ob man das nun gut findet oder nicht. In den Charts finden sich falsche Daten, im Ordner Datei werden die Dateiangaben nicht geordnet dargestellt, sondern bunt durcheinandergewürfelt,
in älteren Kommentaren gibt es immer noch falsch konvertierte Sonderzeichen. Lästig ist auch der Sonderstatus der österreichischen Blogs.
Es ist schön, daß man jetzt Stichwörter setzen kann, aber bei manchen Layouts springen die Zeilen heraus, wenn es zu viele Stichwörter sind. Außerdem sind Groß- und Kleinschreibung der Tags willkürlich. Ich möchte jedoch "Mensch" lesen, wenn ich "Mensch" geschrieben habe – und nicht "mensch", was für mich keinen Sinn macht.
Was aber am meisten zu bemängeln ist, ist die Tatsache, daß auf der Baustelle Blogigo zwar einige Gerüste stehen, aber offensichtlich nicht ernsthaft gearbeitet wird.
Und der gute Blogigo-Julian hat offensichtlich Probleme, sinnvoll und offen zu kommunizieren.
Auch das muß sich ändern.
29.08.2006 um 17:52 Uhr
29.08.2006 um 14:20 Uhr
Hin und wieder
Hin und wieder
Hin und wieder sollte man mal in der Vergangenheit stöbern, um die Gegenwart besser wahrzunehmen und zu verstehen.
28.08.2006 um 09:17 Uhr
27.08.2006 um 09:05 Uhr
Sucht
Sucht
Es
ist immer wieder erstaunlich, daß verändertes Freizeitverhalten
besonders in der Pubertät, wenn es unerwünscht ist, von Leuten, die
ihre eigenen Interessen mit denen der Jugendlichen verwechseln, schnell
zur "Sucht" hochstilisiert wird.
Wenn ein Jugendlicher siebenmal die Woche exzessiv Schwimmtraining
betreibt oder etwas Ähnliches, weil Eltern und Gesellschaft ihm
eingeredet haben, er könne irgendwann mal Weltmeister werden und das
sei etwas Tolles, dann gilt das als normales Verhalten, aber wenn er
etwas anderes tut, das ihn interessiert, dann wird gern unheilschwanger
von "Sucht" geredet.
Für einen Menschen mit einer besonderen Neigung zu irgendeiner
Beschäftigung kann alles zur "Sucht" werden, und so kann es dazu
kommen, daß jemand nächtelang Doom spielt, obwohl (oder weil?) der Rest
der Familie im Sudoku-Fieber deliriert.
27.08.2006 um 08:45 Uhr
Vom Leben in der "realen Welt"
Vom Leben in der "realen Welt"
Die Klage, jemand habe den Bezug zur Wirklichkeit verloren, ist meist nichts anderes als der Vorwurf, dieser teile weder unsere Meinung noch unsere Interessen und erfülle deshalb nicht unsere Erwartungen. Eine solche Klage ist Ausdruck von naiver Realitätsferne, denn warum sollte jemand unsere Realität dauerhaft als die seine mißverstehen?
25.08.2006 um 12:58 Uhr
Dropping knowledge
Dropping knowledge
In Kürze werden Meinungen zu Fragen wie der, ob der Mensch einen freien Willen hat, zu Fragen also, über die die Philosophen bereits seit der Antike kontrovers diskutieren – und neuerdings auch die Neurowissenschaftler –, bei einer Veranstaltung mit Eventcharakter von "weltweit anerkannten Persönlichkeiten" an einem runden Tisch geäußert und medial aufbereitet.
Das ist eine lobenswerte Initiative und wird sicher den ein oder anderen zum Nachdenken darüber anregen, ob es sinnvoll ist, seine Lebenszeit überwiegend mit Zeittotschlagen zu verbringen. Wir werden viele Meinungen kennenlernen, aber neue, originelle Antworten auf all die drängenden Fragen sind eher nicht zu erwarten.
Doch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer fragt, aber leider meistens ebenso, denn Fragen zu wesentlichen Unklarheiten produzieren von jeher mehr neue Fragen als neue Antworten.
Wir hätten den Apfel besser am Baum hängenlassen.
25.08.2006 um 08:04 Uhr
Tirade 79 – Der Schimmer der Neuronen
Tirade 79 – Der Schimmer der Neuronen
Nichts ist wie es ist
augenverdrehend wenden
nicht mal die Rose
verwitterte Lichtgestalt
so zersehen zerstoben
24.08.2006 um 23:47 Uhr
Homo erectus Don sapiens
Homo erectus Don sapiens
Wir kämpfen alle
gegen Mühlenflügel
auf dürren Beinchen
wachsen Mut und Moos
wir bohren Löcher in die
tauben Hügel
und noch die Zwerge
sehn sich riesengroß
24.08.2006 um 09:00 Uhr
Tirade 78 – Wenn die Brille auf dem Nachttisch liegt
Betäubtes Sehen
Sonnenbrille der Moral
huschende Schatten
in Träumen bunte Bilder
das Wirbeln der Begierden
22.08.2006 um 09:38 Uhr
Tirade 77 – Rücksichtnahme
Du fragst nach der Schuld
wenn deine Füße schmerzen
ich lerne gehen
mancher Schritt ist ungeplant
solltest nicht soviel stehen
22.08.2006 um 09:18 Uhr
Gepflegter Wandel
Nur wer einen Sinn für Kontinuität hat, kann sich Diskontinuität leisten. Wenn er aber keinen Sinn für Diskontinuität hat, wird seine Kontinuität schnell zur Fessel, und er gesellt sich denen zu, die ihre Unbeweglichkeit von vornherein mit Kontinuität verwechseln. Da besteht die Bewegung des Lebens dann manchmal nur noch darin, daß oben etwas hereingesteckt wird und unten wieder herauskommt. Aber das kontinuierlich.
21.08.2006 um 07:37 Uhr
Eskapismus
Von gesellschaftspolitisch interessierten Menschen wird Poeten häufig vorgeworfen, sie interessierten sich nicht genügend für das Politische, und gern wird in diesem Zusammenhang das Wort Eskapismus gebraucht. Daß Poeten gesellschaftspolitisch Interessierten vorwerfen, sie beschäftigten sich zuwenig mit Poesie, hört man dagegen eher selten.
Dabei ist jede einseitige Orientierung eine Art Weltflucht und Verengung des Horizonts, und die Hierarchie der Prioritäten ist nicht allgemeingültig festzulegen. Nicht jedem ist es existentielles Bedürfnis, seinen Hintern auf Gewerkschaftsversammlungen breitzusitzen.
19.08.2006 um 10:17 Uhr
Über Ismen
Geschlossene ideologische Systeme sind nichts anderes als mehr oder weniger gut ausgestattete Gefängniszellen für unser Denken, je nach Geschmack eingerichtet, und manchmal (bei exquisitem Geschmack) sogar ansehnlich und gemütlich.
Zwar wird der Weitblick durch die geringe Größe des Fensters ein wenig eingeschränkt, und die Bilder, die wir uns von der Welt machen können, sind alle mit dunklen Streifen verunstaltet. Aber das ist doch nur eine Widerspiegelung der gestreiften Realität und nicht den Gitterstäben vor dem Fenster geschuldet. Oder?
Wer sich an diesen häßlichen Balken im Auge stört, dem sei geraten, lange genug zu meditieren. Dann verschwinden sie von ganz allein. Man muß sich nur den richtigen Ismus aussuchen, um frei zu sein und klar in die Welt blicken zu können.
18.08.2006 um 12:48 Uhr
Moralische Fragen
Moralische Fragen
Neulich las ich, "Arbeitssuchenden
dürften keine Angebote aus dem Erotikbereich vorgelegt werden". Nun
frage ich mich: Dürfen Vegetariern oder feinfühligen Menschen
Jobangebote aus dem Schlachthofbereich gemacht werden?
Vermutlich ohne weiteres.
16.08.2006 um 23:19 Uhr
15.08.2006 um 18:10 Uhr
Wir zwei
Wir zwei
Wir zwei
wir sind wie
rote Rosen
im Frühling
der nicht enden will
wir zwei wir sind
Gewittertosen
und sanfter Atem
weich und still
Dank an Jenny, meine Frau, für die in Öl gemalte Vorlage zu diesem Bild und für alles andere.
15.08.2006 um 12:22 Uhr
Tirade 76 – Photographie des Unbewußten
Tirade 76 – Photographie des Unbewußten
Betrachte das Bild
kein freies Spiel der Farben
gefiltertes Sein
unbewußte Gestaltung
ein Blick ins Verborgene




