Lyriost – Madentiraden

30.09.2006 um 08:48 Uhr

Wenn bei Blogigo das Heu wächst

von: Lyriost

Wenn bei Blogigo das Heu wächst

Manche hören bei Blogigo immer mal wieder das Gras wachsen und stellen Veränderungen fest. Wenn irreale Wunschvorstellungen mit einem hohen Maß von Einfalt zusammenkommen, kann man sogar das Heu wachsen hören.

26.09.2006 um 09:11 Uhr

Was dabei gedacht?

von: Lyriost   Kategorie: Sonstiges

Was dabei gedacht?

Wenn ich höre, die Zunahme der NPD-Stimmen bei Wahlen hätte etwas mit Protest zu tun und die Wähler dieser Partei hätten sich etwas dabei gedacht, als sie ihr Kreuzchen machten, frage ich mich, wer einen größeren Riß im Urteilsvermögen hat: die Wähler oder die Wahlbewerter, die solche Naivitäten verbreiten.

25.09.2006 um 08:56 Uhr

Über Atheisten

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen   Stichwörter: Glaube, Atheismus

Über Atheisten

Man muß eine Menge Glauben haben, um sich als überzeugten oder bekennenden Atheisten zu bezeichnen.

22.09.2006 um 09:37 Uhr

Bekenntnisse

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Bekenntnisse

Allzu offensiv geäußerte Bekenntnisse sind meistens Ausdruck mangelnder innerer Überzeugung. So macht man sich selbst Mut.

20.09.2006 um 10:54 Uhr

Dialog

von: Lyriost   Kategorie: Grafik

dialog

20.09.2006 um 08:53 Uhr

Buchreligionen

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Buchreligionen

Buchreligionen wie Islam und Christentum waren nie etwas anderes als Mittel zum Zweck. Es ging immer darum, daß klerikalpolitische Kasten religiöse Gefühle gezüchtet haben, die sie für ihre eigenen politischen Zwecke manipulativ einsetzten. Heute kommt verstärkt dazu, daß sich westliche Politiker als Apostel versuchen, um ihre Einfallslosigkeit zu kaschieren. Und dann gibt es noch die vielen Spinner, die eine Begründung für ihre Boshaftigkeit suchen. Da kann man als überzeugter Agnostiker nur den Kopf darüber schütteln, daß die große Masse der Menschen nicht merkt, wie wenig alle Arten von institutioneller und in Buchdeckel gepreßter Religion mit dem zu tun haben, was man sich als Gott vorstellen könnte, wenn man es denn könnte. Man sollte nicht nur Waffen ächten, sondern auch Religionen, die über das Äußern einer Privatmeinung als Privatmeinung hinausgehen.

Der Mensch scheint jedoch so beschaffen zu sein, daß er dazu neigt, andere von seiner Privatmeinung überzeugen zu müssen. Notfalls mit Gewalt. Um dem Selbstzweifel zu entgehen.

18.09.2006 um 16:44 Uhr

Über Päpste und Muslime und andere

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Über Päpste und Muslime und andere

Ist es nicht eine der größten Merkwürdigkeiten daß so viele keine Gelegenheit auslassen, um dafür zu sorgen, daß die begründeten oder unbegründeten Vorurteile, die man gegen sie hat, immer neue Nahrung bekommen? Ist es nicht Zeichen einer wahnhaften Gesinnung, wenn man geradezu auf den Knien darum bittet, die eigenen religiösen Gefühle mögen verletzt werden, damit man gegen die Verletzung auf die Barrikaden gehen kann?

Nur wer sich seines Glaubens nicht sicher ist, kann von einem Andersgläubigen oder einem Nichtgläubigen verletzt werden.

Das gilt für Papstzitate wie für Papstsatiren gleichermaßen. Und natürlich auch für Karikaturen aller Art.

Wenn die Köpfe zu voll sind mit Glauben und vor allem Glauben an den Glauben, können die Denkinstrumente nicht störungsfrei tätig werden, und die Instrumentalisierer aller Fundamentalismen kochen böse lächelnd ihr vergiftetes Süppchen.


16.09.2006 um 11:34 Uhr

Blutreligionen

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Blutreligionen

Keine Religion ist es wert, daß für sie auch nur ein einziger Tropfen Blut vergossen wird. Und je weniger Blutvergießen mit ihr verbunden ist, um so wertvoller ist eine Religion. Christentum und Islam sind Blutreligionen.

15.09.2006 um 08:09 Uhr

Als schwierig

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Sprache

Als schwierig

Gerade in den Nachrichten im Deutschlandradio gehört: "Die Gespräche gestalten sich als schwierig." Gespräche sind schwierig oder einfach, und sie werden von den Sprechenden gestaltet. Die Gespräche selber gestalten sich nicht, ihre Gestalt wird ihnen von den Gestaltern gegeben und kann von ihnen oder von Außenstehenden "als schwierig" angesehen werden.

Auch die Gestaltung der Sprache scheint für manche schwierig zu sein und muß als schwierig betrachtet werden, weil es den Gestaltern häufig an Gestaltungsfähigkeit fehlt.

14.09.2006 um 15:35 Uhr

Tirade 84 – Schlechte Schrift

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 84 – Schlechte Schrift

Was du schreibst ist flau
es hilft auch nicht daß du weinst
wenn ichs dir winke

und alles Toben nützt nichts
du solltest besser schreiben

12.09.2006 um 10:41 Uhr

Tirade 83 – Leihbewußtsein

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 83 – Leihbewußtsein

Ein Wort wie ein Stein
am Hirnenrand gefunden
da lag es schon lang

in geliehener Kruste
ich gebe es her

11.09.2006 um 14:24 Uhr

Zu laut zum Hören

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 82 – Zu laut zum Hören

Nicht aus der Stille
wortreiches Taotönen
nur Leihbewußtsein

Logik im bunten Gewand
laut wie aller Machtverstand

08.09.2006 um 08:39 Uhr

Spiritus sanctus profanus

von: Lyriost   Kategorie: Statements   Stichwörter: spirituell, gewöhnlich, profan, Esoterik

 

Spiritus sanctus profanus


Einer, den ich von Zeit zu Zeit auf Widersprüche, falsche Verallgemeinerungen und ärmlich plausible oder auch ganz und gar unsinnige Behauptungen in seinen Texten hinweise, schrieb mir Folgendes:


»Du kannst den anderen nicht verstehen, wenn du innerlich schon Worte hast, denn dann verbindet sich alles mit deinen Worten, mit deinem Denkprozeß, und dann ist es gefärbt. Intellektuelles Verstehen bedeutet: Wenn du liest, argumentierst du gleichzeitig schon dagegen. Ein ständiges Argumentieren geht vor sich. Ich schreibe etwas, du liest es, und ständig ist in dir schon ein Gegenargument präsent: Ob dies richtig oder falsch ist. Du vergleichst es mit deinen eigenen Konzepten, deiner eigenen Ideologie, deinem eigenen System. Wenn du also hier liest, vergleichst du ständig, ob ich deine Ideen bestätige oder nicht, ob ich dir entsprechend bin oder nicht; ob du mir etwas zugestehen kannst oder nicht, ob ich dich überzeuge oder nicht. Wie ist auf diese Weise ein Verstehen möglich? Du bist zu voll von dir selbst. Was auch immer du also verstanden hast, wird nicht das sein, was ich gemeint habe. Das kann es nicht sein – denn wenn das Denken voll ist mit seinen eigenen Ideen, gibt es ständig allem eine Färbung, was zu ihm kommt. Es versteht nicht, was gemeint ist, sondern, was es verstehen möchte. Es wählt aus, es läßt aus, es interpretiert, und erst dann dringt etwas nach innen – aber das hat dann schon eine völlig andere Form. Dies also ist intellektuelles Verstehen.

Im spirituellen Leben sind die Gesetze diametral entgegengesetzt zu dem, was sie in der gewöhnlichen profanen Welt sind.«




Mein Kommentar dazu:

Wenn du willst, daß ich dich verstehe, mußt du sagen, was du meinst. Wenn du aber sagst, was du meinst, dann ist das, wie alles, was einer sagt, falsifizierbar, weil es mehr oder weniger plausibel ist. Und Plausibilität ist der Maßstab für alles, was einer sagt.

Wenn du dich auf die intellektuelle Abbildung deiner Denk- und Fühlprozesse einläßt – und das tust du, indem du etwas schreibst – und die Öffentlichkeit darüber informierst – und das tust du, indem du etwas publizierst –, dann mußt du damit rechnen, daß das, was du schreibst, überprüft wird. Dummerweise trifft deine eigene Ideologie nun auf andere Ideologien und muß sich mit ihnen messen, ob dir das nun paßt oder nicht, denn das, was du schreibst, ist keine heilige Schrift, sondern nur ganz »profane« Repräsentation von subjektiven Gedanken und Gefühlen und natürlich auch der Ausfluß der Ideologie, die du dir selbst zur Grundlage deiner Lebensweise gemacht hast.

An deinen Texten bemerke ich vor allem das, was du mir unterstellst – und sicher zu Recht: idiographische Färbung. Der Unterschied zwischen uns beiden aber ist der, daß ich ganz bewußt perspektivisch denke und meine Farben ständig wechsle und mische, während du dich allenfalls für die Mischung der Grautöne zu begeistern scheinst.

»Du bist zu voll von dir selbst. Was auch immer du also verstanden hast, wird nicht das sein, was ich gemeint habe.«


Aber sicher. Nur erwarte ich von dir, daß du aufhörst mit den Simplifizierungen und Generalisierungen, wenn es um die andern geht, und etwas mehr Genauigkeit und Präzision bei der Formulierung deines Anliegens walten läßt. Denn nur dann sind andere bereit, auf das einzugehen, was du sagst. Aber du scheinst mir so voll zu sein mit dichotomischen Bildern, daß du die andern nur als Kulisse deiner eigenen, ideologisch generierten Traumwelt wahrnehmen kannst.

Was du hier schreibst, ist ein ständiges Argumentieren von deinem ganz persönlichen, individuellen Standpunkt aus, und es macht ganz und gar keinen Sinn, anderen genau das vorzuwerfen, was du selber tust.

»Im spirituellen Leben sind die Gesetze diametral entgegengesetzt zu dem, was sie in der gewöhnlichen profanen Welt sind.«


Diesen Satz möchte ich mir zum Abschluß einmal kurz anschauen, damit du meine Denkweise etwas genauer kennenlernen kannst:

Was ist »spirituelles Leben«? Für mich ist das nur ein Spruch von Leuten, die ihr eigenes Leben auf einen Aspekt zu reduzieren versuchen. Aber es gibt nur mehr oder weniger Spiritualität im Leben, nicht »spirituelles Leben«. Ein spirituelles Leben ist kein »Leben«.

Im Grunde ist spirituelles Leben eine Contradictio in adjecto, aber so, wie du es gebrauchst, ein Epitheton ornans. Andere hängen sich andere Ketten um den Hals.

Welche »Gesetze«? Und wer hat sie erlassen? Und wie allgemeingültig sind sie?

»Diametral«? Das ist ein Lieblingsbegriff von Spätpubertierenden, die nicht begreifen wollen, daß sie in derselben Welt leben wie alle anderen. Weil diese Welt ihnen zu gewöhnlich ist. Und damit sind wir beim Schluß des Satzes:

»in der gewöhnlichen profanen Welt
«. Altes Priestergewäsch. Und dann auch noch pleonastisch. Ich gestehe dir ja gerne zu, daß diese Welt dich anekelt, mir geht es häufig auch nicht anders. Aber wir haben nur diese eine Welt. Und die »heiligen Bezirke«, auf die das Wort »profan« dichotomisierend rekurriert, sind selbstreferentiell und nichts anderes als der matte Abglanz uralter Priesterphantasien.

Es gibt in dem Film »Gandhi
« eine sehr schöne Szene, in der Gandhi seiner spirituell statusdünkelnden Frau deutlich zu machen versucht, daß es keine Schande ist, das eigene Klo selbst sauberzumachen. Für mich ist das eine Schlüsselszene.

Wenn du das hier liest, was ich schreibe, solltest du dir aber klarmachen, was grundsätzlich für alle gilt, die Profanen wie die Überprofanen: »Du vergleichst es mit deinen eigenen Konzepten, deiner eigenen Ideologie, deinem eigenen System. Wenn du also hier liest, vergleichst du ständig, ob ich deine Ideen bestätige oder nicht, ob ich dir entsprechend bin oder nicht; ob du mir etwas zugestehen kannst oder nicht, ob ich dich überzeuge oder nicht. Wie ist auf diese Weise ein Verstehen möglich? Du bist zu voll von dir selbst.«

Und du solltest nicht vergessen, daß aus deinem Hintern genauso unappetitliche, gewöhnliche, profane Krümel in die Welt entlassen werden wie aus jedem andern.

05.09.2006 um 20:50 Uhr

Tirade 81 – Fleischkultur

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte   Stichwörter: Fleisch, Tiere, Schlachthaus

Tirade 81 – Fleischkultur

Sie schlachten Tiere
wie einer Spargel sticht
wie man Bäume fällt

und schneiden sie in Stücke
wie man Tomaten zerteilt

05.09.2006 um 11:31 Uhr

Garten

von: Lyriost   Kategorie: Grafik   Stichwörter: Garten, Lust

Garten garden

05.09.2006 um 09:44 Uhr

Von Tassen und Schränken

von: Lyriost   Kategorie: Statements

Von Tassen und Schränken

In manchen Schränken befinden sich nur wenige Tassen. Das ist eher traurig. Doch am ulkigsten sind die leeren Schränke, durch die der Wind pfeift und an denen draußen dransteht: Achtung, Porzellan! Aber auch das ist eher traurig als komisch.

04.09.2006 um 13:02 Uhr

Mängel bei Blogigo

von: Lyriost   Kategorie: Sonstiges   Stichwörter: Blogigo, Mängel

Mängel bei Blogigo

Neulich hatte ich bereits einige Mängel der neuen Version von Blogigo genannt (Blogigo, 30. August), an denen sich bis jetzt nichts geändert hat. Nun ist mir wieder etwas Gravierendes aufgefallen: Durch die Veränderungen bei der Monatsansicht, bei der nur noch die ersten (bis zu zwanzig) Beiträge auf der Startseite direkt sichtbar sind, fallen die restlichen für Suchmaschinen unter den Tisch. Das bedeutet: Wer viel schreibt, hat Pech gehabt, und es wird auf längere Sicht nur noch ein Teil von dem, was er schreibt, gefunden.

Dafür gibt es jetzt die allseits beliebten, nervigen Pop-ups zur Unterhaltung. Ich finde, das ist ein bißchen früh, denn bevor ich etwas vermarkte, sollte es auch einigermaßen einwandfrei funktionieren.

Das aber ist bei Blogigo nicht der Fall, und leider scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

03.09.2006 um 15:11 Uhr

Tirade 80 – Weiche Worte

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 80 – Weiche Worte

Wenn weiche Worte
die harten Sätze sprengen
im Takt des Herzschlags

wenn die Rinde vom Baum springt
tanzen wir den Hochzeitstanz


(für Claudia und Albert)

02.09.2006 um 14:48 Uhr

All die großen Reden

von: Lyriost   Kategorie: Gedicht & Grafik   Stichwörter: Reden, Zeit

All die großen Reden

All die großen Reden
Glanzskelettgestammel
Feuerwerk Gedankentod
ein Glimmen nur im Abendrot
glühwürmchengleich
nur hüpfende Lichter
in bunt gestreiften schwarzen Hosen
Gemurmel Lautgefummel
verzischen im ewigen Meer
im Nebel der gespenstisch
tickenden Zeit

 

reden

01.09.2006 um 08:52 Uhr

Über die Organisation des Denkens

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen   Stichwörter: Denken, Gedanken, Organisation

 

Über die Organisation des Denkens

Wenn man zu sehr mit der Organisation des Denkens und seiner Präsentation beschäftigt ist, kann es passieren, daß neue Gedanken verformt werden oder ganz ausbleiben.