Zwischenweihe
Zwischenweihe
Uhren flüstern
werfen Falten
dem der ihre
Schritte hört
werden sie sich
angestalten
bis er jeden
Pakt beschwört
Zwischenweihe
Uhren flüstern
werfen Falten
dem der ihre
Schritte hört
werden sie sich
angestalten
bis er jeden
Pakt beschwört
Laborblick
"... So ist der Körper – ein Vehikel. Aber etwas Tieferes als der Körper ist da, etwas Höheres als der Körper ist vorhanden – etwas von der Totalität. Ein Fenster hat sich in die Ganzheit geöffnet."
Als ich vor 40 Jahren in der Pubertät Plotin las mit seinen platonischen Vorstellungen vom Körper als Kerker der Seele, konnte ich das damals mühelos nachvollziehen und dem vehement beipflichten, stand ich doch mit meinem eigenen Körper wie die meisten Pubertierenden auf Kriegsfuß. Heute aber habe ich eine ganzheitliche Betrachtungsweise, und ich sehe den Körper eher als Verkörperung meiner und seiner selbst. Und wenn etwas klirrt und rattert, dann klirrt und rattert es bei mir selbst. Das auf jemand anderen zu schieben ist so einfach wie unoriginell. Und ein Beitrag zur Theorie der Schizophrenie. Wer das lebendige Seiende in Körper und Seele aufspaltet, ist von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise weit entfernt. Merkwürdig nur, daß die meisten der lauthals Ganzheitlichen dies nicht bemerken. Sie reden von Ganzheitlichkeit und verachten doch ihren Körper.
Und wer ganz genau hinschaut, der vermißt bei dieser Art esoterischer Ganzheitlichkeit noch eines, was zur wirklichen Ganzheitlichkeit unbedingt dazugehört: den Geist.
Der Blick
Der Blick geht weit
tief in die Enge
als wär er
aus der Zeit
gewichen
vom Wahn befreit
von aller Strenge
als wär
er heimlich
fortgeschlichen
Sehnsucht
Sehnsucht ist eine, wenn nicht die Definition von Leben. Wer die Sehnsucht sterben läßt, ist schon weit auf dem Weg ins Dunkel, er verbrüdert sich mit dem Tod. Ein überflüssiger Akt, denn der Tod grinst im Bewußtsein seiner Macht über eine solche nutzlose Geste der Anbiederung.
Schattenlichter simultan
So wach kein Schlaf
abgeschnitten
die Sorgenschere
schnipp schnapp
mitten im Schlaflosträumen
rostig scharfe Klingen
gespiegelt
das hellwache Glück
traumlos
standhafte Wacht
vor den Räubern
der Nacht.