Lyriost – Madentiraden

27.11.2007 um 17:25 Uhr

Beratung

von: Lyriost   Kategorie: Grafik

beratung

27.11.2007 um 10:26 Uhr

Fluchtwesen

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Fluchtwesen

Menschen sind Fluchtwesen. Die weniger Phantasievollen fliehen vor der Realität, die sie als bedrückend empfinden, in virtuelle Träume und Phantasien, die Phantasievolleren hingegen suchen ihr Heil in der Realität, um sich selbst vor ihren verborgenen Träumen und Phantasien zu beschützen, denen sie ausgeliefert sind – und die sie als nicht realisierbar oder nicht realisierenswert betrachten –, und zu verhindern, daß diese Gestalt annehmen. Die sogenannte Realität ist eine kollektive Phantasmagorie von Individualphantasien.

26.11.2007 um 07:36 Uhr

Blitzgedanken

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Blitzgedanken

Gelungene Aphorismen sind die elegantesten und charmantesten Formen der nichtsyllogistischen Beweiserschleichung. Sie sind schillernde Hypothesen im Dunkel unbekannter Voraussetzungen. Solche Aphorismen sparen sich die Mühe, zu Ihren Konklusionen fragwürdige Prämissen zu konstruieren.

24.11.2007 um 14:51 Uhr

Anders gleich

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Anders gleich

Jeder ist anders gleich. 

23.11.2007 um 09:04 Uhr

Neurotiker

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Neurotiker

Wenn ein Neurotiker in den Spiegel schaut und einen Neurotiker erblickt, denkt er erst mal, er hätte sich verguckt. Aber nachdem er ohne durchschlagenden Erfolg Spiegel und Brille geputzt hat, erkennt er zerknirscht seine eigene Behandlungsbedürftigkeit, geht zum Augenarzt und läßt sich eine neue Brille verschreiben.

13.11.2007 um 21:29 Uhr

Nützlichkeit

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Nützlichkeit

Wer alles mit der Meßlatte Nützlichkeit mißt, sollte sich nicht zuletzt auch fragen, welchen Nutzen seine Latte hat.

11.11.2007 um 11:20 Uhr

Nichts ist so rot

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Nichts ist so rot

Formlos weiß die Felder
das Wimmern der Weiten
im Honigschlaf
die braunen Wälder
im Traum das Summen
verklebter Gezeiten

Auf den Wegen die Spuren
die Chiffren des Lebens
der blinden Auguren
kein Klagen kein Weh

nichts ist so rot
wie Blut im Schnee

10.11.2007 um 14:50 Uhr

Endlich November

von: Lyriost   Kategorie: Grafik

November

10.11.2007 um 08:10 Uhr

Geheimnisse

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Geheimnisse

Jeder hat stille und weniger stille Geheimnisse. Mehr oder weniger geheim. Mehr oder weniger geheimnisvoll. Die geheimnisvollsten Geheimnisse aber sind die, die wir vor uns selber haben.

09.11.2007 um 15:51 Uhr

Tirade 123 – Verwehte Wolken

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 123 – Verwehte Wolken

Heute morgen einst
die Zeit kennt keine Gnade
verwehte Wolken

Herzkranzscherbengesplitter
und Pulsschlag wie Donnerhall

08.11.2007 um 08:26 Uhr

Homo felidae lupus

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Homo felidae lupus

Die reichsten zehn Prozent in unserem Land besitzen fast zwei Drittel der Vermögen. Das ist anstößig genug, doch leider nichts Neues. Aber viel unerträglicher als dieses Ungleichgewicht ist die Tatsache, daß sich die restlichen neunzig Prozent nicht in erster Linie untereinander um den zwei Drittel kleineren Kuchen streiten müssen, sondern daß die reichen zehn Prozent mit allen Mitteln versuchen, möglichst große Stücke vom Katzentischkuchen an sich zu reißen, indem sie den dort Sitzenden einreden, diese müßten Opfer bringen, weil die Logik der Globalisierung nun einmal Opfer von allen verlange.

FAZ

07.11.2007 um 10:12 Uhr

Im Angesicht

von: Lyriost   Kategorie: Grafik

Wahrheit

06.11.2007 um 12:13 Uhr

Tirade 122 – Ohne Augen

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 122 – Ohne Augen

Kein Blickezählen
Perspektiven verschieben
Multiplikation

Wahrheit ist nur im Dunkel
ohne Augen zu sehen

05.11.2007 um 14:24 Uhr

Haarschnitte

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Haarschnitte

Schlimm sind nicht unterdurchschnittliche Haarschnitte auf durchschnittlichen Köpfen, wie sie Ulf Poschardt beim Herrn Beck ausmacht. Schlimm sind durchschnittliche Haarschnitte auf durchschnittlichen Köpfen, was Ulf Poschardt selbstdiagnostisch bemerken könnte, wenn er nicht stets so in Eile wäre, daß er seinem Spiegelbild habituell voraushastete. Doch was will man von einem "bekennenden Single" erwarten, der sich über seine Einsamkeit wundert?

Abschied von der Moderne?