Lyriost – Madentiraden

30.01.2008 um 00:24 Uhr

Tirade 124 – Fallen

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 124 – Fallen

Reinweiße Wahrheit
ein Tropfen Messiaswahn
im Weihwasserfluß

die Sammlung Mausefallen
im Buchstabenmuseum


29.01.2008 um 12:55 Uhr

Wörter

von: Lyriost   Kategorie: Gedicht & Grafik

Wörter

25.01.2008 um 23:01 Uhr

Gedanken zur Gewaltdefinition

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Gedanken zur Gewaltdefinition

Eines der Hauptprobleme bei einer weitgefaßten Definition der Gewalt scheint mir zu sein, daß dadurch Legitimierungsanreize für Gewaltbereite entstehen, etwa dahingehend, daß ein unter struktureller Gewalt Leidender die eigene "rohe" Gewaltanwendung  rechtfertigt, indem er erklärt, er könne sich nur so wehren, da ihm die strukturelle Macht fehle, sich auf der gleichen Gewaltebene zur Wehr zu setzen. Schließlich läuft die Argumentation von Gewaltanwendern in den meisten Fällen auf die Postulierung einer Notwehrsituation hinaus. Der eigentlich Gewalttätige und die Ursache der eigenen Gewaltanwendung ist immer der andere.

25.01.2008 um 15:32 Uhr

Schweizer Wörter

von: Lyriost

Schweizer Wörter

Die Lieblingsausrede von Wortkäseherstellern, die auf Widersprüchliches oder andere Ungereimtheiten in ihren Texten hingewiesen werden: Man solle doch bitte "zwischen den Zeilen lesen", sonst könne man nicht verstehen, was gemeint sei. Ich schaue dann immer gern zwischen den Zeilen nach, finde aber normalerweise nur käseweißes Papier. Es sei denn, es handelt sich um Texte, die in zensurverseuchten Diktaturen geschrieben wurden.

Jeder Verkäufer von Emmentaler würde gern seinen Käse nach Volumen berechnen, weil er meint, die Löcher seien das Wesentliche. Aber aus gutem Grund geht's doch nicht nur beim Käse, sondern auch bei Texten nach Gewicht.

25.01.2008 um 11:01 Uhr

Klettische Rechtschreibung

von: Lyriost   Kategorie: Statements

Rechtschreibung

 


Klettische Rechtschreibung

Letztens fand ich in meiner Post einen Brief von Klett College. "Damit Ihr Kind mehr Erfolg in der Schule hat! – Perfekte Hilfe für bessere Noten". Nun hat meine Tochter auch ohne Klett Erfolg in der Schule, aber das können die bei Klett ja nicht wissen, denn so weit ist die Überwachungs-Verkabelung der Individuen glücklicherweise noch nicht gediehen.

Was die Klettianer jedoch wissen müßten: Wer "perfekte" Hilfe anbietet, sollte ein Mindestmaß an Professionalität walten lassen. Zwar wurde das Wort "perfekt" richtig geschrieben und nicht mit "ck", aber so einiges andere leider nicht.

Wie es scheint, ist bei Klett nicht bekannt, daß das "neue und besondere", unangetastet von jeder Rechtschreibreform, von jeher das "Neue und Besondere" ist. Glasklare Nomen werden selbstverständlich am Anfang mit einem Großbuchstaben versehen.

Auch gibt es in anständigen Texten nach wie vor keine Abkürzungen am Satzanfang, Gedankenstriche sind Gedankenstriche und keine Divise, vor Prozentzeichen findet sich immer ein Zwischenraum, und nicht nur manchmal, ok schreibt man in Deutschland o.k., vor sowie steht, außer bei Appositionen, kein Komma, eine "CD-Rom" gibt es nur als CD-ROM, außer vielleicht in Italien ...

"Für eine erfolgreiche Deutsch-Note ..." Erfolgreiche Note? Nein. Noten können nicht erfolgreich sein, sondern nur diejenigen, die eine gute Note bekommen. Jedenfalls manchmal.

Keine gute Note für Klett.

 

 

Anmerkung: Ich selbst schreibe natürlich, wie immer, nach den Regeln der traditionellen Orthographie.

24.01.2008 um 22:07 Uhr

Taphephobenkultur

von: Lyriost

Taphephobenkultur

Einer verbuddelt
Grabspieler Lebendversuch
mit Rattenkitzel

geistig früh Verscheidende
beim qualfreien Ersticken

23.01.2008 um 13:59 Uhr

Schattenpflügen

von: Lyriost   Kategorie: Sonstiges

 

Buch-Cover Schattenpflügen

 

 

... ist ein schönes Buch geworden – wenn man mal davon absieht, daß bei der Datenkonvertierung falsche Akzente herausgekommen sind (z.B. bei Déjà vu).

 

 


22.01.2008 um 15:13 Uhr

Unterforderung

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Unterforderung

Wer sich überschätzt, unterfordert sich  – und überfordert andere.

22.01.2008 um 12:56 Uhr

Normopathie

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Normopathie

Der durchschnittliche Mensch leidet vor allem darunter, daß sein mühsam gezeichnetes heroisches Selbstbild von sich, die imaginierte Überdurchschnittlichkeit, von seiner Umgebung überhaupt nicht oder nur verzerrt widergespiegelt und unterstützt wird, was er als bedrückende "Eintönigkeit des Alltags" empfindet.

22.01.2008 um 10:09 Uhr

Dumm stellen

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Dumm stellen

Sich dumm zu stellen, um von den weniger Gescheiten als ebenso klug wie sie selbst betrachtet zu werden, ist weniger ein Zeichen von Klugheit als vielmehr Ausdruck von Eitelkeit.

21.01.2008 um 22:45 Uhr

Sprache und Utopie

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Sprache und Utopie

Einer der Herausgeber der FAZ, Berthold Kohler, schrieb in einem Kommentar: "Ein Regierungswechsel in Hessen aber ermöglichte es dem linken SPD-Flügel, wieder von sozialistischen Utopien zu träumen."

Woran wieder einmal deutlich wird, wie negativ ideologische Panzerung sich auf Urteilsfähigkeit und Sprachgestaltung auswirkt. Denn: Ein Flügel träumt nicht. Und wenn ein Linker in der SPD träumt, dann vielleicht von etwas, was ein Rechter in der FAZ für Utopie hält, weil er selbst andersgeartete Träume oder auch Utopien hat. Und wenn ich von einer Utopie als Utopie träume, dann hat sie bereits ihren utopischen Charakter verloren und ist bestenfalls nostalgisches Wehmutsschnarchen. Geträumte Utopie ist schimmeliger Schimmelkäse.

21.01.2008 um 18:12 Uhr

Outside in

von: Lyriost   Kategorie: Grafik

outside in

10.01.2008 um 10:15 Uhr

Singen im Wald

von: Lyriost   Kategorie: Grafik

Singen im Wald

08.01.2008 um 21:39 Uhr

Gewalt und Phantasie

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Gewalt und Phantasie

Die meisten Menschen, die ich kenne, sind für weniger Gewalt und für mehr Phantasie im Umgang miteinander. Dabei bedenken sie kaum oder gar nicht, daß es mehr Gewaltphantasien gibt als Gewalt und daß so ziemlich jeder Gewalttat Gewaltphantasien vorausgehen. Die Gutmeinenden haben zuwenig Phantasie, sich vorzustellen, welche Phantasien die weniger Gutmeinenden in ihren Köpfen ausbrüten.

03.01.2008 um 12:16 Uhr

Demnächst

von: Lyriost

buch