Lyriost – Madentiraden

15.02.2008 um 07:30 Uhr

Dummheit und Proportionalität

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Dummheit und Proportionalität

 

Einer, der sich für besonders schlau hält, sagte:

" ... das ist das proportionale Verhältnis zwischen Stupidität und Intelligenz, also muss es immer überall das gleiche Größenverhältnis sein."


Hier wird nicht nur qua postulierte eigene Großartigkeit eine unsinnige Behauptung aufgestellt, sondern diese Behauptung gleich in den Rang eines Naturgesetzes erhoben.

Niemand Nichtstupides zweifelt daran, daß zwischen dem Endlichen, in diesem Falle der endlichen Intelligenz, und dem Unendlichen, hier der Dummheit, kein proportionales Verhältnis bestehen kann, sowenig wie zwischen gerader und krummer Linie.

Für solche Leute wie für einen Großteil der Möchtegern-Philosophen-Zunft gilt ein umgekehrt proportionales Verhältnis, das ich schon oft festgestellt habe:

Je großspuriger die Aussage, um so geringer die Intelligenz des Kopfes, dem sie entschlüpft.

taologisch 6025 

14.02.2008 um 14:04 Uhr

Karikaturen

von: Lyriost

Karikaturen

Mit jedem ernstgemeinten Protest gegen Karikaturen machen Gruppen sich erst recht zur Karikatur. Diese unfreiwillige Selbstkarikatur wirkt stärker karikierend als jede noch so gelungene Darstellung von außen und ist sogar noch prägnanter als die gewohnte und gewünschte Selbstdarstellung, die für den kritischen Außenstehenden stets karikaturistische Elemente enthält. Und je ausgeprägter die Ernsthaftigkeit der Selbstdarstellung von Gruppen, um so stärker das Humorpotential. Ob es sich dabei um weltumspannende Religionsgemeinschaften oder den örtlichen Schützenverein handelt, spielt keine Rolle.

12.02.2008 um 10:40 Uhr

Karnevalszeit

von: Lyriost   Kategorie: Sonstiges

Es ist

Karnevalszeit.

12.02.2008 um 08:33 Uhr

Nur eines

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Nur eines

Die Mauern bröckeln erdbereit
und alles Weiche härtet sich zum Stein
der Fluß vertrocknet schmal und breit
was alles war wird nicht mehr sein

nur eines trotzt dem Wahn der Zeit
auf ewig jung Vergänglichkeit

11.02.2008 um 19:58 Uhr

Kitsch und Kunst und Kommerz

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Kitsch und Kunst und Kommerz

Spätestens dann, wenn ein mehr oder weniger beliebiges Kindergartenbild durch zelebritäre Signatur und professorale Expertise galeriefähig wird – und damit begehrtes Objekt des Kunstmarktes –, während ein vergleichbares Werk eines unbekannten Künstlers im scheinbar wissenden Lächeln der Fachleute verblaßt, ahnen wir, daß es für den einigermaßen Kunstverständigen nicht so sehr um die vergleichsweise einfache, wenn auch weniger relevante Unterscheidung von Kunst und Kitsch geht, sondern vielmehr um die zwischen Kunst und einträglicher Scheinkunst, also Kunstkommerz. Das eine vom anderen definitorisch klar zu distinguieren ist jedoch wegen der Vielfalt der Erscheinungsformen und Widersprüche ein aussichtsloses Unterfangen. So bleibt uns nichts als unser individueller Blick, die Intuition des wachen Rezipienten und der koryphäenkritische Verstand.

11.02.2008 um 16:50 Uhr

Bildungsferne

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Bildungsferne

Soll ich es bedenklich finden oder eher von der humoristischen Seite betrachten? Diejenigen, die euphemistisch von den "bildungsfernen Schichten" sprechen, sind zumeist jene Halbgebildeten, denen es ein Gefühl von Bildungsnähe verschafft, andere durch ihr ausgrenzendes Gerede in das Abseits der Bildungsferne zu stoßen. Wenn schon keine Bildung, dann wenigstens ein Bildungsgefühl.

Bildungsferne ist tatsächlich ein schichtenunspezifisches Phänomen, und sie ist eine heimtückische schleichende Erkrankung, die von den Betroffenen selbst nur in Ausnahmefällen wahrgenommen wird.

Leider gibt es kein Gerät, das den Grad der Bildungsferne so objektiv mißt wie ein Fieberthermometer die Körpertemperatur, sonst würde der Begriff "bildungsfern" zukünftig mit Sicherheit etwas seltener verwendet werden.

07.02.2008 um 09:03 Uhr

Denken und Konsum

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Denken und Konsum

Wir konsumieren täglich Worte, Theorien und Schriften. Und beladen uns damit. So wie wir uns mit Erdbeerkuchen und Sahne vollschlagen. Mit Denken hat das allerdings nichts zu tun.

Denken ist nicht beladen mit Worten, Theorien und Schriften. Denken ist die Fähigkeit, Worte, Theorien und Schriften auf ihre Sinnhaftigkeit hin abzuklopfen, bevor man sich mit ihnen belädt. Denken ist auch ein probates Mittel, uns vor denjenigen zu schützen, die versuchen, uns mit Worten, Theorien und Schriften kollektiv für ihre individuellen Zwecke einzuspannen und zu mißbrauchen. So gesehen, ist Denken wie Seife: ein Hilfsmittel der Hygiene.

06.02.2008 um 14:00 Uhr

Flachschattenkontrast

von: Lyriost

Flachschattenkontrast
 

Die Jahre
meist nur verhuscht
mühsam die Liebe
vermieden
Ich ...
Ich ...
Ich ...
Bloß keine Intimitäten
gewissermaßen Selbsthingabe
Flachschattenkontrast.
Und am Ende
wieder nichts
dazugelernt.

05.02.2008 um 10:14 Uhr

Tirade 125 – Der Gerber

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 125 – Der Gerber

Das ist der Gerber
Handel mit fremden Häuten
Waschen in Unschuld

nach dem Bad in Eselsmilch
Krem für die alten Falten

 

Soldaten

04.02.2008 um 16:59 Uhr

Glaube

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Glaube

Wir haben alle unseren Glauben. Auch wenn wir daran glauben, daß wir an nichts glauben.

Gottlose Tiere 

04.02.2008 um 09:20 Uhr

Große Klappe

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Große Klappe

Es reicht nicht, ne große Klappe zu haben, man muß auch sprechen können. 

03.02.2008 um 10:30 Uhr

Ehrlich

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Ehrlich

Ehrlich lügt am besten. 

03.02.2008 um 09:44 Uhr

Wahrheit

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Wahrheit

Das Wort Wahrheit ist der liebste Schmuck des Lügners.