Lyriost – Madentiraden

27.02.2009 um 10:32 Uhr

Können Lahmköpfe eigentlich intelligentere Menschen als gleichwertig erkennen?

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Können Lahmköpfe eigentlich intelligentere Menschen als gleichwertig erkennen?

Was wie eine dumme Frage wirkt, ist tatsächlich eine ernstgemeinte parodistische Umdeutung einer ähnlichen Frage, die da lautete "Können Atheisten eigentlich alle Menschen als gleichwertig erkennen?".

Die meisten Menschen mit ausgeprägtem Intellekt sind nach meinen Erfahrungen willens und in der Lage, weniger intellektuell geprägten Mitmenschen die gleichen Grundrechte zuzugestehen wie sich selbst, und bereit, die anderen trotz unterschiedlicher Fähigkeiten als essentiell gleichwertige Menschen zu betrachten. Das ist so, weil die intellektuellen Menschen, wenn sie nachdenken, was sie ja ganz gut können, zu dem Schluß kommen, daß intellektuelle Fähigkeiten zwar eine feine Sache sind, aber eher eine akzidentielle und daß es eine unfeine Herangehensweise wäre, den Wert des Menschen nach seinen Fähigkeiten und seiner Nützlichkeit zu bemessen. Und das nicht etwa nur aus moralischen Gründen, sondern durchaus aus egoistischen, denn der intelligente Mensch ist sich klar darüber, von heute auf morgen seine eigenen Fähigkeiten und seine Nützlichkeit einbüßen zu können, was ihn den Fähigkeits- und Nützlichkeitserwägungen anderer ausliefern würde.

Nun gibt es weniger intelligenzgeplagte Zeitgenossen, die, weil sie sich selbst oftmals für intelligenter und nützlicher halten als andere, schon mal in Frage stellen, daß andere ihnen gleichwertig sind, etwa weil die andern eine andere Hautfarbe haben, einen anderen Dialekt sprechen, körperbehindert sind oder sonstwie abweichen von der selbsterfundenen Norm des Menschlichen. Was nun, wenn die so in Frage gestellten Menschen über besondere Geistesgaben verfügen, die diejenigen derer übersteigen, die – wegen der genannten akzidentiellen Unterschiede Hautfarbe, Dialekt, körperliche Unversehrtheit – glauben, sie selbst seien etwas Besseres? Können die weniger Intelligenten nun erkennen, daß hier durch den Ausgleich im Akzidentiellen Gleichwertigkeit erreicht ist? Etwa: "Er kann zwar nicht laufen, aber dafür hat er einen scharfen Verstand." Oder reichen die Geistesgaben der Bewerter dafür nicht aus? Konkret gefragt: Wird ein intelligenter Mensch von einem weniger intelligenten als intelligenter Mensch erkannt? Und wenn ja: Auch dann, wenn der intelligente Mensch ein Asylbewerber ist?

Noch einen Schritt weiter zu gehen und zu begreifen, daß die Essenz des Menschlichen nicht mit dem Zollstock der Nützlichkeit oder Fähigkeit, also im akzidentiellen Bereich, gemessen werden kann, wäre natürlich zuviel verlangt, das gebe ich gern zu. Ob nur ein feinfühlender Mensch im andern den fühlenden Menschen erkennt, ganz ohne alle Intelligenz, wäre eine weitere, vielleicht noch wichtigere Frage.

Die Zeit   

27.02.2009 um 09:08 Uhr

Menschenrechte und Normativität

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Menschenrechte und Normativität

Alle Menschen gleich zu behandeln, ihnen gleiche Grundrechte zuzugestehen, ist die logische Grundlage einer vernunftgeleiteten Normativität, die sich in Gesetzen ausdrückt und die ein Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft in sich bis aufs Blut bekämpfende Gruppen und Grüppchen verhindert. Diese pragmatische Gleichheitsannahme ist für mich die einzig denkbare Grundlage einer dauerhaften zivilisierten Gesellschaft.

Die Zeit

26.02.2009 um 11:09 Uhr

Holzweg

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Holzweg

Wesentliches Charakteristikum eines Holzweges ist, daß diejenigen, die sich darauf befinden, nicht bemerken, daß sie auf einem Holzweg sind, selbst dann nicht, wenn der Blitz einschlägt und es unter ihnen zu qualmen beginnt.

Die Zeit

23.02.2009 um 03:52 Uhr

Haltung und Humor

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Haltung und Humor

Wer was auf sich hält, zeigt Haltung. Er ist auf seine Ehre und Würde, sprich seinen Stolz und Dünkel, bedacht und wahrt Coolness, Contenance. Leider geschieht das meist ziemlich verbissen, was bestenfalls zu Muskelverspannungen und in ernsten Fällen zu irreparablen Schäden des Bewegungsapparates und Verkrampfungen im Hirnbereich führt.

Deshalb ist es angeraten, die relaxierende Wirkung des Humors zu bedenken und die Haltungsbemühungen, die ohne Humor in den allermeisten Fällen kindisch und albern daherkommen, nicht nur humoristisch zu verkleiden, sondern vielmehr hauptsächlich aus Elementen des Humors zu gestalten. Diejenigen, die von Natur aus oder durch bittere Erfahrung eher zum Ernsten und zur Leichenbittermiene neigen und sich das gemessen Gravitätische so angewöhnt haben, daß sie nur schwer davon lassen können, haben die Möglichkeit, mit einem Kunstgriff am humoristischen Bemühen um Haltung teilzuhaben, indem sie inneren Humor entwickeln, ohne ihr äußeres Erscheinungsbild zu verändern.

Das ist allerdings die perfideste Art von Humor, und deshalb werden solche Humorwandler sowohl von den Humorlosen wie auch von den Humoristen meist argwöhnisch beäugt und nicht selten gemieden.

Die Zeit

20.02.2009 um 09:36 Uhr

Über die Funktion des Schlipses

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Über die Funktion des Schlipses

Seit Jahrzehnten schon denke ich darüber nach, welche Funktion dieser Strick hat, den sich viele Männer um den Hals hängen, ohne so recht zu wissen, warum. Heute morgen nun kam mir die Erleuchtung: Der Schlips hat die gleiche Funktion wie der Sicherungsbügel bei einer Waffe, etwa einem Gewehr oder einer Pistole. Das Ding um den Hals ist eine Hemdsicherung und soll verhindern, daß der Kragen zur Unzeit platzt.

19.02.2009 um 03:14 Uhr

Suboptimal

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Suboptimal

Die Verwendung des Wortes "suboptimal", sahniger Euphemismus allererster Güte, außerhalb einer ironischen Bemerkung ist nicht nur suboptimal, sie ist auch ein Zeichen für intransparente Gedankenführung eines Menschen nicht nur andern gegenüber, sondern auch gegenüber sich selbst. Er merkt nicht, daß er mehr scheinen möchte, als er ist, und möchte den andern suggerieren, daß er mehr ist, als er scheint. Das gilt insbesondere dann, wenn eigenes Fehlverhalten ohne verschämtes Lächeln als "suboptimal" bezeichnet wird.

13.02.2009 um 17:33 Uhr

Vorurteile

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Vorurteile

Manche Menschen stecken so voller Vorurteile über andere, daß man ihnen noch nicht mal ein Urteil über sich selbst zutrauen mag.

12.02.2009 um 08:28 Uhr

Gibt es Zeugen?

von: Lyriost

Gibt es Zeugen?

US-Satellit zerstört russischen Weltraumschrott. So kann man lesen. Nein, es war umgekehrt: Russischer Weltraumschrott zerstört US-Satelliten. Wenn ein 8er BWM in deine alte Blechgurke hineinbrettert, wird man dann sagen: Alte Blechgurke rammt 8er BMW? Oder wird man nach der Vorfahrt fragen oder nach dem Farbspiel der Ampeln? Da kannst du nur hoffen, daß der Verkehr auf der Straße besser geregelt ist als im Weltall. Und sich im Zweifelsfalle Zeugen finden. 

11.02.2009 um 23:15 Uhr

Würde

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Würde

Was ist das für eine Phantasmagorie, wenn ich, eingesponnen im Netz der Sitten und Gebräuche, gesellschaftlicher Konventionen, von andern beschlossener Gesetze, vollgepumpt mit moralischen Vorurteilen der Kultur, von meiner Würde spreche, von meiner und der Würde anderer, die hauptsächlich darin besteht, den Würdenträgern aller Länder die Taschen zu füllen, Leuten, die neben der Verantwortung die Würde vor sich hertragen (und manchmal auch um den Hals), während die große Masse der Menschen für die wirklichen Lasten zuständig ist? Und damit die Leidtragenden sich nicht allzu traurig und beladen fühlen, gesteht man ihnen, zumindest auf dem Papier, auch eine Würde zu, leicht zu tragen, denn sie sind schon beschäftigt mit anderen Gewichten: Man verleiht ihnen die innere Würde. Und nicht nur diese, sondern gleich auch noch die Würde der Arbeit, sofern diese nicht gegen die guten Sitten verstößt.

Da geht die Arbeit, und sei sie noch so entfremdet, gleich besser von der Hand, wenn der Mensch sie und sich selbst als etwas Würdevolles anstaunen kann. Als wären gerade diese Begriffshalluzinationen vom "inneren Wert an sich" (mit dem an sich hatte es der Königsberger Trockentüftler), von der "Menschheit selbst als eine Würde", wie Kant das nennt, nicht ein phantastisches Mittel, das Streben des Menschen nach persönlicher Autonomie, die doch die Grundlage jeder wirklichen Würde sein muß, auszuhebeln, dieses Streben, das einzig den Namen Würde verdiente, wäre er nicht schon so sehr in den Schmutz gezogen, daß man ihn ohne Ekel anzufassen sich getraute.

Weil aber die Menschheit selbst als eine Würde gesehen wird, wird diese nun des einzelnen Bürde, denn er hat nach Kant die Pflicht, die "Würde der Menschheit in seiner Person zu bewahren". Diese Kantsche Autonomie ist jedoch keine tatsächliche Autonomie, sondern die Grundlage der Fähigkeit, "moralische Gesetze frei und selbstbestimmt aufstellen und befolgen zu können". Und da wir die moralischen Gesetze bereits weitgehend fertig vorfinden – an dieser Stelle ein Dankeschön an die Kirchen und Religionsgemeinschaften –, können wir uns mit unsrer Autonomie vollständig auf die Befolgung der Gesetze konzentrieren. Wenn wir das schön artig und anständig tun und nicht vom Weg abkommen, jedenfalls nicht allzu weit, haben wir das Recht, uns des Glanzes unserer inneren Würde sicher, ein wenig in die äußere Würdesonne zu begeben. Wir haben Würde, wie schön.

Und wie wir da so liegen auf dem Würdegrill, stellen wir mit einem Mal fest, daß um uns herum lauter kalkige Gestalten zu sehen sind, denen es offensichtlich an Würde mangelt, sei es weil sie ihnen vorenthalten wird, obgleich doch jedem Menschen diese Würde zusteht, sei es weil sie sich würdelos verhalten und damit ihre Würde zu verlieren drohen. Nun stehen wir, falls wir nicht zu sehr mit der persönlichen Würdepflege beschäftigt sind, ein wenig schläfrig zwar, aber doch entschlossen auf und sind ehrlich entrüstet. Und würdevoll, wie wir mittlerweile sind, beginnen wir zu ermahnen. Und wir tun das gerecht: Wir weisen die Unterdrücker der Würde auf den Umstand hin, daß niemand die Akzeptanz seiner Würde vorenthalten, niemandem die Würde abgesprochen werden dürfe, da er sie von Anfang an besitze und nicht verlieren könne, es also sinnlos sei, sie ihm nehmen oder vorenthalten zu wollen – und die Würdelosen ermahnen wir, ihrer Würde gerecht zu werden wie wir selbst, wobei wir freilich vergessen zu sagen, daß sie, ganz gleich wie würdelos sie sich auch immer verhalten mögen, nach unserer Würdedefinition ihrer Würde unter allen Umständen sicher sein können.

Wie man sehen kann, ist der Begriff "Würde" für mich nicht wie für viele andere ein Analgetikum, sondern ein Emetikum. Und ein Absurdikum sowieso.

11.02.2009 um 20:01 Uhr

Die Würde Mugabes

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Die Würde Mugabes

Auch der Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe, trägt seinen Stolz mit großer Würde. Er will sich "nicht demütigen lassen", so ist zu lesen. Der größte Teil der anderen Menschen in Simbabwe aber wird derweil dem Stolz und der Würde – ist das nicht auch in diesem Fall dasselbe? – Mugabes geopfert.

rp-online

11.02.2009 um 15:50 Uhr

Diogenes und die Würde

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Diogenes und die Würde

Diogenes von Sinope, der "verrückte Sokrates", wie Platon ihn genannt haben soll, stand auf dem Marktplatz und onanierte. Einige der Vorbeikommenden lachten, andere waren erzürnt und warfen ihm böse Blicke zu. Einer rief: "Du bist würdelos", und trat so heftig nach Diogenes, daß der umfiel.

"Warum versuchst du, mich meiner Würde zu berauben, indem du nach mir trittst", fragte der Philosoph, willst du dich dafür rächen, daß die Konventionen dir deine Würde streitig machen? Da hast du mit mir den Falschen erwischt. Ich scheiß auf die Konventionen. So wahre ich meine Würde, die in meiner Unabhängigkeit besteht."

Und als der andere nichts sagte, sondern ihn nur unvermindert feindselig anschaute, fügte Diogenes hinzu: "Ist es nicht des Menschen unwürdig, sich zu verstecken und heimlich dem Ruf der Natur zu folgen, in Abgeschiedenheit, durchdrungen von falscher Scham, seine Bedürfnisse zu befriedigen?" Dann rollte sich Diogenes in eine Decke und sagte: "Nun verschwinde, ich möchte ein wenig ruhen. Und wenn du nachgedacht hast über meine Worte, darfst du mich gerne wecken. Ich werde dir zuhören, und wir können über alles reden."

11.02.2009 um 14:02 Uhr

Würde und Stolz

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Würde und Stolz

Würde ist oft nichts anderes als verkleideter Stolz.

10.02.2009 um 11:43 Uhr

Wortreich

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Wortreich

Wenn einer wortreich erklärt, es sei vollkommen unsinnig, viele Worte zu machen, dann frage ich schon mal nach dem Grund seiner eigenen Wortgebirge, und dann kommen die merkwürdigsten Antworten. Hin und wieder auch mal eine wortreiche Beschimpfung. Die schönste Reaktion aber ist die wortreiche Aufforderung, zwischen den Zeilen zu lesen. Irgendwo wird der Sinn zu finden sein. Und wenn ich dann zwischen den Zeilen lese und über das Gelesene sprechen will, kommt entweder keine Reaktion mehr oder die karge Bemerkung, ich hätte nicht richtig gelesen.

10.02.2009 um 11:23 Uhr

Esoterik und Intellekt

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Esoterik und Intellekt

Einige Esoteriker in der Nachfolge Oshos neigen dazu, den Intellekt intellektuell zu verteufeln: Sie kleben sich mit Hilfe ihrer reduzierten Interpretation des Intellekts, den Teil für das Ganze nehmend, einen Pappkameraden mit Namen Intellekt zusammen, stellen jede Menge leere Flaschen drumherum auf, und dann stoßen sie alles mit dem gleichen reduzierten Intellekt und großem Getöse wieder um.

Wen kann das überzeugen, wenn nicht ihren Intellekt? Wenn man, wie ich, davon ausgeht, daß das, was dort als Intellekt bezeichnet wird, nur das ist, was der nichtintuitive Intellekt durch analytische Dekonstruktion des Denkens übrigläßt, dann kann man nur lächeln darüber, wie sie sich selbst auszutricksen versuchen, rein intellektuell. Das, was dort als Intellekt beschrieben wird, ist doch schon eine Reduktion des Intellekts mit Hilfe des Intellekts. Das ist nicht schwer zu verstehen, jedenfalls dann nicht, wenn der Intellekt um diese Tendenz seines Wesens weiß und Wert darauf legt, nicht von sich selbst auf einen Teil seiner selbst reduziert zu werden. Das kann man natürlich nur verstehen, wenn man nicht rein intellektuell an die Beschreibung des Intellekts herangeht. Das, was verschiedentlich von Esoterikern als Intellekt beschrieben wird, um das Denken allgemein zu desavouieren, ist nur ein Teil dessen, was vom Denken übrigbleibt, wenn sie es reduziert-intellektuell zergliedern. Das, was dort als Denken bezeichnet wird, ist kein reales Bild, sondern ein modellhaft-intellektuelles Bild des Denkens.

tao

10.02.2009 um 10:28 Uhr

Mißverständnis

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Mißverständnis

Nach dem Liebesspiel
sagte Frau Bär
zu ihrem Gatten:
Du bist eine Sau, Bär.
Das betrübte ihn
und er tapste zum Fluß
dort wusch er sich und
rubbelte sein Fell.

Als er zurückkam
strahlte er und sagte:
Nichts ist sauberer
als ein sauberer
Bär.

10.02.2009 um 08:58 Uhr

Demut

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Demut

Demut braucht Mut.

09.02.2009 um 12:25 Uhr

Glauben und Denken

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Glauben und Denken

Jedem Glauben liegt das Streben nach einem Gefühl der Geborgenheit zugrunde, und der Verzicht auf beständige Glaubensinhalte ist ein Sich-Schicken ins Ungeborgene, ein Sprung in die Leere, der durchaus Mut erfordert, der aber notwendig ist, um das Sehen zu lernen. Sonst sehen wir nur, was andere uns zeigen, und übersehen die Löcher in den Glaubensdecken, die uns andere gereicht haben und die wir uns umhängen – voller Verwunderung, daß es so etwas gibt, und voller böser Vorahnung, daß die fremden Decken uns nicht dauerhaft erwärmen werden.

Und wenn uns das überfordert, was wir durch die eigenen Augen zu sehen bekommen, können wir jederzeit wieder unter eine der Glaubensdecken kriechen, so wir dann noch eine finden, die keine Löcher hat. 

08.02.2009 um 10:35 Uhr

Über Zwang

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Über Zwang

Zwang ist Zwang. Sicher. Aber es ist ein Unterschied, ob man einen Hungrigen zum Essen zwingt oder einen Satten. Und der Zwang, dem ein Wehrloser ausgeliefert ist, ist ein anderer als der, der die Wünsche eines wehrhaften Autoritätshörigen befriedigt.

07.02.2009 um 05:20 Uhr

Schlaf des Selbstgerechten

von: Lyriost

Schlaf des Selbstgerechten

"Er schläft den Schlaf des Gerechten", sagt man, denn ein gutes Gewissen sei ein sanftes Ruhekissen. Wie so manche Redensart, ist die vom "Schlaf des Gerechten" nicht allzu ernst zu nehmen. Selbstgerecht, sich ihrer Schuld nicht bewußt, guten Gewissens haben die Ungerechten häufig einen ruhigeren Schlaf als die andern. Daher sollte es besser heißen: Er schläft den Schlaf des Selbstgerechten.

06.02.2009 um 23:52 Uhr

Krankheit

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Krankheit

Für einen Großteil der (zumindest scheinbar) gesunden Menschen ist die offensichtliche Krankheit der anderen in erster Linie eine willkommene Gelegenheit, auf die eigene Gesundheit hinzuweisen.