Lyriost – Madentiraden

04.11.2009 um 00:01 Uhr

Wenn ein Tabu bricht ...

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Wenn ein Tabu bricht ...

Wenn in der Rede ein Tabu bricht, halten sich "anständige" Menschen die Ohren zu. Dabei wäre es sinnvoller, sich die Nase zuzuhalten, denn wenn ein Tabu bricht, stinkt es.

03.11.2009 um 23:31 Uhr

Machtstreben

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Machtstreben

Häufig ist der Drang nach Macht Ausdruck des Bestrebens, einem Mangel an natürlicher Autorität abzuhelfen und ein durch die Erfahrung dieses Mangels hervorgerufenes Gefühl der Minderwertigkeit abzuschütteln. Gelingt selten.

03.11.2009 um 12:06 Uhr

Identität und Pose

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Identität und Pose

Wer seine Identität nicht findet, erfindet sich eine Pose, damit auch er etwas vorzuweisen hat. Das ist durchaus legitim, ist es doch in unserer statusverliebten Gesellschaft notwendig, den Anschein genuiner Identität zu erwecken. Die Crux solcher Erfindungsgabe aber ist das schlechte Gedächtnis. Statt die Pose als eine vorübergehend benötigte Krücke zu betrachten und weiter auf Identitätssuche zu bleiben, gibt sich der Poseur mit seinem Krüppeldasein zufrieden und identifiziert sich so sehr mit seiner Pose, daß er vergißt, sie als das zu betrachten, was sie ist: seine Notgeburt; und so richtet er sich in einer stelzenhaften Scheinidentität ein und vergißt seinen Traum vom eigenständigen Laufen. 

03.11.2009 um 09:11 Uhr

"Gutmensch"

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

"Gutmensch"

Der "Gutmensch" ist eine Spezies, die dem gewöhnlichen Menschen ein Stachel ist, weil er ihn beständig daran erinnert, daß er in moralischer Hinsicht weniger Luft auf den Reifen hat, als er zu denken beliebt.

02.11.2009 um 15:05 Uhr

Cellulite

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Cellulite

Früher dachten Frauen beim Betrachten ihrer Oberschenkel daran, daß sie mal wieder eine Orange essen könnten, seit dem Aufkommen der Illustrierten haben sich die Assoziationen verändert und wurden durch massive Werbung weg vom hemdsärmeligen Obsthändler zu den freundlichen Lebensrettern in weißen Kitteln gelenkt, die allerlei sanfte Cremes mit Drahtbürsteneffekt anpreisen. Pharmazie ist einträglicher als der Handel mit Obst. Und auch die Kinder des Obsthändlers würden wie die des Apothekers lieber Pharmazie studieren, statt sich mit Karpologie zu befassen – wenn man sie ließe.  

02.11.2009 um 13:11 Uhr

Blähungen und Entblähungen

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Blähungen und Entblähungen

Wenn eine Sammlung von Apophthegmata oder Aphorismen mit viel Zeit, Mühe und Weitschweifigkeit aufgebläht wurde, darf sie sich fortan Roman nennen und wird als solcher gern gelesen. Später dann fällt der Roman in der Erinnerung der Rezipienten meistens wieder zu einer Sammlung von Aphorismen oder Apophthegmata zusammen, aus denen sich mit viel Zeit, Mühe und Weitschweifigkeit ein neuer Roman konstruieren ließe.

02.11.2009 um 11:01 Uhr

Dämonen und Zeitlichkeit

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Dämonen und Zeitlichkeit

Wenn einer viel Zeit mit Nachdenken und Nachfühlen totgeschlagen hat, erkennt er, daß die wahren Dämonen im Außerzeitlichen existieren, tief im Innern des Menschen, und sie lassen sich bestenfalls fangen und anketten, aber sie sind zu mächtig, um sich von uns massakrieren zu lassen.

02.11.2009 um 08:57 Uhr

Frauen und Pilze

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Frauen und Pilze

Mit den Pilzen ist es wie mit den Frauen: Die schönsten sind die gefährlichsten. Sagt meine Frau.

01.11.2009 um 09:55 Uhr

Oktober

von: Lyriost   Kategorie: Sonstiges

Oktober