Lyriost – Madentiraden

31.03.2010 um 12:59 Uhr

Stilisierung

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Stilisierung

Es ist völlig unsinnig, einem Künstler vorzuwerfen, durch seine Stilisierung der Realität reduziere er sie und verwandle sie willkürlich in abstrakte Unerkennbarkeit. Ist doch jede Wahrnehmung von Objekten ein automatisierter Prozeß reduzierter und selektiver Aneignung. Der Künstler tut nichts anderes, als auch diesen Prozeß wahrzunehmen und ihn für kurze Zeit zu individualisieren. Wer glaubt, Realität sei etwas, was unabhängig von Wahrnehmung existiere, macht Realität zu einem bildgebenden Automaten. Die wahre Reduktion ist die, bei der das Bild bereits im Kopf ist, bevor man es sieht.       

31.03.2010 um 11:16 Uhr

Tirade 146 – Bild aus Stein

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Tirade 146 – Bild aus Stein

Im Blick das Blicken
Im Fernen das Nahe sehn
der Sprache Sprechen

den Blick der leeren Blicke
den kalten Geist der Leere

31.03.2010 um 09:40 Uhr

Urknällchen light

von: Lyriost

Urknällchen light

In Genf wird seit gestern wieder scharf geschossen. Das Experiment sei aber noch weit davon entfernt, die Bedingungen zur Zeit des Urknalls nachzustellen, sagte CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer. Man darf vermuten, daß er weiß, was er sagt. Journalisten wissen es besser: "Heute wird der Urknall simuliert" ("BZ"), "Urknall im Labor" ("Welt"), "Dem Urknall ganz nah" ("FAZ"), "CERN simuliert Urknall" ("Chip online"), Forscher simulieren erfolgreich Urknall" (MDR) und so weiter und so fort. Journalismus light.