Lyriost – Madentiraden

23.01.2012 um 21:44 Uhr

E und U

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

E und U

Lächerlich, heute noch an dieser überkommenen bildungsbürgerlichen Unterscheidung zwischen dem Ernsten und der Unterhaltung festzuhalten, als gäbe es nicht ebenso belangloses, grausam langweiliges Schwerkulturelles wie auf der (angeblich) anderen Seite tiefsinnige unterhaltende Popkultur, also viele Sorten Käse. Die "vielbeschworenen Grenzen" zwischen E und U sind nichts weiter als Toleranzgrenzen in den Köpfen der Rezipienten; deshalb kann ein Künstler sie nicht ohne weiteres aufheben. Die sich objektiv gebende Kulturhierarchisierung geht in erster Linie auf Distinktionsbestrebungen der eingebildeten Kultureliten zurück und ist jenseits von Statusspielereien weitgehend bedeutungslos. Ob Hochkultur oder Pop, entweder es taugt etwas oder ist Schrott oder so lala, und jeder muß das ganz subjektiv in jedem Einzelfall entscheiden. Man sollte sich natürlich nicht ein E für ein U vormachen (lassen), aber auch kein U für ein E.

20.01.2012 um 00:31 Uhr

Gier

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Gier

Mehr als je zuvor ist zuwenig. Nur 2710 Millionen Dollar Gewinn, das enttäuscht.

Spiegel

11.01.2012 um 14:57 Uhr

Hingucker

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Hingucker

Erstaunlich, wie der eine dem andern nach Papageienart nachplappert, ohne genau hinzugucken – oder vielmehr hinzuhören –, was er von sich gibt. So hat sich seit einiger Zeit der Begriff "Hingucker" wie Ambrosia verbreitet. Ob nun lange weibliche Beine, Schmuck, außergewöhnliche Schuhe oder ein futuristisches Autodesign: Allesamt wird das, was geradezu magnetisch Blicke auf sich zu ziehen, sie einzufangen scheint, neuerdings gern und oft als "Hingucker" apostrophiert, als wäre das nicht eher eine passende Bezeichnung etwa für jemanden, dem solcherart unpassende Wortverwendung aufstößt, weil er sie durch Hingucken wahrnimmt. So gesehen sind die, die den Begriff "Hingucker" im Sinne von Blickfang benutzen, Weggucker, Sprachspiegellose. Dort, wo die Rendezvous von Sprache und Logik beobachtet werden können, gibt es eine Menge Stolperdrähte – oder sollte ich sagen: Hinfaller –, die die allzu schlechten Seher und Blindläufer in die Horizontale zwingen. Nichtgucker und Weggucker werden hingefallert. 

06.01.2012 um 16:58 Uhr

Mode im Amt

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Mode im Amt

"Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt "Focus" zufolge seit Jahren Vorstöße von Luxus-Modeherstellern ab, sie kostenlos mit Kleidung für öffentliche Anlässe auszustatten."

Das ist nicht zu übersehen und wundert niemanden.

DIE WELT

06.01.2012 um 11:34 Uhr

Der atmende Sinn

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Der atmende Sinn

Ohne Ausrüstung unter Wasser zu atmen hat vordergründig keinen Sinn. Wie aber erkennt der Mensch, der weitgehend blind ist und allen Grund hat, seiner Wahrnehmung zu mißtrauen, am zuverlässigsten, ob er sich unter Wasser befindet?

Indem er versucht zu atmen.