Lyriost – Madentiraden

14.08.2014 um 08:14 Uhr

„F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 28

von: Lyriost   Stichwörter: Family, Affairs

F. A. – Verbotenes Verlangen“, Seite 28

Wer kennt das nicht: quietschende Schuhe? Meistens findet sich diese Geräuschentwicklung bei Turnschuhen auf PVC-Böden. Hier jedoch sind wir nicht in einem Krankenhaus oder in einer Kantine, wo solche Böden üblich sind, sondern in einem altehrwürdigen Herrenhaus mit Parkett und Teppichen, und der Herr, mit dem wir es hier zu tun haben, muß bestimmt nicht aus Kostengründen mit Gummisohlen vorliebnehmen. Außerdem heißt es: „Seine Schuhe verursachten ein dumpfes Geräusch bei jedem Auftreten.“ Das paßt so gar nicht zu: „… die Sohlen quietschten leise.“

Die Schmetterlinge im Bauch“ quietschen nicht, aber sie „nahmen die Ausmaße der nationalen Streitkräfte an“. Blöd, nicht. Was soll man dazu sonst sagen? Hätte nicht die britische Luftwaffe genügt? Was nun bringt diese Schmetterlinge in ungeordnete Bewegung? Dieser „Adonis [kein Jüngling, sondern dreißig plus] gehörte zu den Männern, die lässig auf einem feurigen Hengst saßen und mit einer Marlboro im Mundwinkel dem Sonnenuntergang entgegenritten“. Als hätte man (das gab’s nicht mal im Reklamefernsehen) jemals einen Kerl auf einem Pferd mit einer Kippe im Gesicht gesehen. Beim Reiten raucht man nicht. Bei jeder Art von Reiten, denn das würde die Pferde irritieren und käme nicht gut an. Daß bei solchen Klischees einer anderen Frau als der Autorin „Hitze hochkriechen“ könnte, halte ich für sehr wenig wahrscheinlich. Es sei denn … aber nein.

Auch schön: „Der Kerl zerstückelte ihr Selbstbewusstsein gerade in hauchdünne Scheibchen.“

Wie bei der Betrachtung des Wortbestandteils „stück“ auffällt, geht es beim Zerstückeln nicht etwa um fein säuberlich hauchdünn geschnittenen Parmaschinken, sondern vielmehr um grobe Brocken, die aus etwas herausgerissen werden. Das hat die Autorin bei der Analogiebildung wohl nicht bedacht.

Morgen geht’s weiter mit Seite 29 und „alles und nichts“.