Lyriost – Madentiraden

17.09.2014 um 10:14 Uhr

Falsche Landkarte im Kopf

von: Lyriost

Falsche Landkarte im Kopf

EsterS bei T-Online über ausreisewillige Elsalvadorianer:

„Ach ja, dann sollen die doch auch noch kommen, ziehn wir halt ne 2. Etage ein. ist ja sooo schön bei uns, ein bisschen Karibikfeeling das fehlt noch in unserm schönen Multi Kulti Land.

Halt ein bisschen weit so aus der Karibik hierher zu kommen, das geht nicht mit Schlauchbooten. Vielleicht schicken wir da noch einige Transalls hin, die jeden einladen der will.“

Das sieht man wieder, wie blöd doch die Großmäuler in den Kommentarspalten der Online-Zeitungen oft sind: El Salvador hat als einziges Land Mittelamerikas keinen Zugung zur Karibik, weil es auf der falschen Seite, am Pazifik, liegt.

Das bringt jede Menge Daumen noch oben, denn die meisten andern haben auch eine falsche Landkarte im Kopf.

Karibik?

16.09.2014 um 09:33 Uhr

Ukrainische Merkwürdigkeiten

von: Lyriost

Ukrainische Merkwürdigkeiten

Das ukrainische Parlament soll heute über das Assozierungsabkommen mit der EG abstimmen. Wie das? Soviel ich weiß, wurde dieses Parlament im August per Dekret aufgelöst. Auch wenn das Parlament natürlich kommissarisch tätig werden kann, sollte eine solch weitreichende Entscheidung erst nach den Parlamentswahlen von den gewählten Parlamentariern getroffen werden, finde ich.


Abstimmung
Auflösung

Diskussion

Geschichtsphilosophischer Hintergrund

09.09.2014 um 15:34 Uhr

Die Wahrheit der Sonne

von: Lyriost

Die Wahrheit der Sonne

Du läßt mich sehen
den kahlen Stein
du läßt mich gehen
ins Blau hinein

ich denke Wärme
in dunkler Nacht
Gedankenschwärme
in grauer Pracht

das Blut singt leise
in meiner Stirn
die alte Weise
vom kalten Hirn

08.09.2014 um 10:23 Uhr

Ich, Wahrheit, Kausalität, Sinn

von: Lyriost

Ich, Wahrheit, Kausalität, Sinn

Wenn wir uns von außen als Person betrachten, als Person denken, fängt die Verwirrung an, denn was wir als Person sehen, ist eine ständig wechselnde, oszillierende Agglomeration von eigenen und aufgepropften Persönlichkeitsanteilen, die im Wettstreit miteinander das ausformulieren, was wir als unser Ich betrachten. Greifbar, substantiell ist da wenig.

Wahrheit ist etwas ebenso Flüchtiges, mit dem Standort und Standpunkt des Betrachtenden Verbundenes, und objektive Wahrheit finden wir tatsächlich nur in den Katechismen ideologischer Eiferer und bei Verblendeten. Selbst wenn diese Wahrheiten ausnahmsweise wohlmeinend sind, so sind sie doch immer relative Wahrheiten und sagen nichts darüber aus, was wirklich ist.

An Kausalität muß man nicht glauben, denn die ist sowohl unmittelbar wahrnehmbar wie gedanklich leicht (oder auch etwas komplexer, wie etwa bei Schopenhauers „vierfacher Wurzel“) nachzuvollziehen.

Aber „Sinn“ verflüchtigt sich bei mir, sobald ich darüber nachdenke, denn es ist allzu offensichtlich ein Konstrukt, das an bestimmte Erwartungen und Weltmodelle und vor allem an unsere Sprache gebunden ist. Sobald wir das Wort Sinn aussprechen, haben wir schon eine Vorstellung von seiner Bedeutung. Es ist aber nicht die Bedeutung des Wortes Sinn, die wichtig ist, denn die hat wie auch jedes Wort arbiträren Charakter. Das, was hinter dem Wort steckt, bleibt im Dunkeln verborgen, und es ist nicht die Wahrheit allen Weltgeschehens, es ist nicht die aristotelische Entelechie oder Hegels ominöser „Weltgeist“, sondern nur unsere kindliche Vorstellung von dem, was wünschenswert wäre. Aber das Wünschen hilft schon lange nicht mehr.

Ohne Sinn und Wahrheit ist es weniger bequem, aber es lebt sich freier. Man kann unbekümmert gestalten und muß sich seiner Gefühle nicht schämen.

Alcide 

07.09.2014 um 09:57 Uhr

Wo, bitte, geht's denn hier zum Ableben?

von: Lyriost

Wo, bitte, geht's denn hier zum Ableben?

Eben las ich: „Solange Sie selbstzerstörerisch leben, nähern Sie sich Ihrem Ableben.“ Das ist richtig. Aber wenn ich nicht (mehr) selbstzerstörerisch lebe, so das überhaupt möglich ist, nähere ich mich ebenfalls meinem Ableben.

05.09.2014 um 07:18 Uhr

Zen und Multitasking

von: Lyriost

Zen und Multitasking

Was ist besser, eine zenorientierte Herangehensweise an die vielen Aufgaben unseres Lebens oder Multitasking? Psychologen sind darüber uneins. Ich selbst habe mich für eine klare Antwort entschieden: Beides ist am besten, beides gleichzeitig: zenorientiertes Multitasking. Allerdings erfordert ein solch hohes Maß an Achtsamkeit viel Achtsamkeit. Die jedoch muß man dauerhaft aufbringen – und das, ohne es immer wieder zu tun. Wir müssen die Achtsamkeit einmal grundlegend implementieren, gewissermaßen einen Schalter umlegen. Gelingt uns das, können wir auf ganz neue, höhere Art Multitasking betreiben, indem wir es gleichermaßen tun und seinlassen.

04.09.2014 um 14:21 Uhr

Mauer

von: Lyriost

Mauer

Der ukrainische Regierungschef Jazenjuk, übrigens nicht durch allgemeine Wahlen legitimiert und auch nur geschäftsführend tätig, hat eine neue Idee: Wir errichten eine Mauer an der russischen Grenze, also an der Grenze zum Schurkenstaat Rußland oder, wie es neuerdings unter ukrainischen Psychopathen heißt: „Terrorstaat“. Steht jedenfalls so in der „Bild“-Zeitung. Also, man hat die Absicht, eine Mauer zu errichten, Beispiel Berlin, mit Minen und vielleicht auch Selbstschußanlagen. Wäre es nicht besser, man baute ein kleines feines Anstältchen mit Holz- oder Kohleöfchen für Sozio- und Psychopathen wie Herrn Jazenjuk? Das käme uns, ja uns, nämlich bedeutend billiger, denn wir werden das bezahlen müssen. Die Ukraine selbst ist nämlich schon lange pleite und hat in Rußland noch etwa fünf Millarden Dollar Gasschulden.

Die Bundesregierung hat Verständnis.

Jazenjuk-Mauer

Linkliste Ukraine

02.09.2014 um 11:27 Uhr

Tirade 205 – Augusterlebnis

von: Lyriost

Tirade 205 – Augusterlebnis

Ein bißchen lügen
es kribbelt in den Fingern
"großer wunderbarer Krieg*"

und hundert Jahre später
ein bißchen lügend kriegen
 

* Max Weber