Lyriost – Madentiraden

31.08.2017 um 17:42 Uhr

Verbildungsradio

von: Lyriost

Verbildungsradio

Gespräch zweier Literaturexpertinnen über einen Autor. Sagt die eine, sie habe sich nach einer Lesung noch mit dem Autor über dessen Vita unterhalten. Dann parlieren sie eine Weile, und als die andere schließlich sagt, es sei eine spannende Frage, ob das neue Buch dieses Autoren einen biographischen Hintergrund habe, habe ich abgeschaltet. Nun werde ich nichts weiter über die Sprachmächtigkeit dieser Expertinnen angesichts eines Autors erfahren. Möchte ich auch nicht.  

29.08.2017 um 21:14 Uhr

Über "Entsorger"

von: Lyriost

Über Entsorger

Wer bestimmte Menschen "entsorgen" will, der sieht diese Menschen als Müll; denn Müll, Abfallbeseitigung ist das, was normalerweise mit diesem Wort verbunden wird. Wer Menschen als Müll betrachtet, ist zutiefst inhuman und genau die Sorte Mensch, die als der "häßliche Deutsche" in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Solche Typen haben im politischen Leben unseres Landes nichts zu suchen. Das muß mit aller Deutlichkeit klargemacht werden. Das gilt für alle Möchtegern-Entsorger, auch linke.

Allerdings gibt es zwischen Sprachspielen wie "Besorgte Bürger entsorgen" und rassistischen Popeln so etwas wie eine ästhetische Differenz. Nichtsdestotrotz haben Wörter wie "entsorgen" in der politischen Debatte nur dann etwas zu suchen, wenn es nicht um Menschen, sondern um zu entsorgende Ideologien geht, denn da gehört einiges in den Müll. 

18.08.2017 um 18:29 Uhr

Über Grobmotoriker

von: Lyriost

Über Grobmotoriker

Im österreichischen "Standard" konnte man heute etwas über die Gefährlichkeit der Intimrasur lesen. Hohe Verletzungsgefahr. Dazu fällt mir ein: 
Es gibt auch Leute, die sich versehentlich einen halben Zeh absäbeln, wenn sie sich mit der Gartenschere die Fußnägel schneiden.

17.08.2017 um 09:22 Uhr

Nichts gegen Wölfe

von: Lyriost

Nichts gegen Wölfe

Ein bekannter Wolf
sagt über einen andren
er sei ein Lamm

Was soll man davon halten?
Nicht recht flüstern die Wölfe
flüstern Wölfe zu Wölfen

Was soll man davon halten?
Ist recht rufen die Wölfe

Die Lämmer schweigen

16.08.2017 um 14:22 Uhr

FOCUS-Online: Kommentar abgelehnt

von: Lyriost

"FOCUS-Online: Kommentar abgelehnt  

Ihr Beitrag: So ist es

Ja, Dummheit, wie jeder Rassismus. Damit es auch genügend Zeichen sind, sage ich es noch mal: Ja, Dummheit, wie jeder Rassismus.

wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.


Ihr Beitrag: Leider Unsinn

Wir bitten unsere denkschwachen Kommentatoren vor der Bildung von Analogien jemand Denkfähigen zu fragen, ob die beim Denkversuch generierte Analogie treffend, zutreffend und nicht etwa völliger Humbug ist.

wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht."

Offensichtlich dürfen bei Focus-Online nur noch Schwachköpfe und Rassisten Kommentare abgeben. Und offensichtlich sind Administratoren (oder zumindest einer dort) nicht der Meinung, daß Rassismus per se Dummheit ist, sondern eine legitime Denkweise. Kritik an solcher Denkweise dagegen nicht.

Focus-Online

16.08.2017 um 10:57 Uhr

Verdächtige Beobachtungen

von: Lyriost

Verdächtige Beobachtungen

Zunehmend liest man in Verbindung mit Kriminalität in der Presse, wer "verdächtige Beobachtungen" gemacht habe, möge sich melden. Deshalb melde ich mich jetzt mal. Ich habe die Beobachtung gemacht, daß viele Menschen, speziell auch Journalisten, immer weniger in der Lage sind, ihre Gehirne zur Arbeit zu überreden. Diese Beobachtung ist natürlich ebensowenig verdächtig wie jede andere. Verdächtig sind oder könnten sein einzig und allein Vorkommnisse, Personen, Situationen und so weiter. Und nicht Beobachtungen. Es sei denn, jemand beobachtet sich selbst bei verdächtigen Taten. Wie etwa (auch journalistische) Gehirne sich selbst beim Formulieren. Wenn sie es täten.

04.08.2017 um 09:39 Uhr

Das Prinzip Verantwortungslosigkeit

von: Lyriost

Das Prinzip Verantwortungslosigkeit

Was ich sehe, ist: Die Welt als Zukunftsvision wie auch als realer Erdklumpen wird mehr und mehr, wie Ernst Bloch das einst in Hinblick auf die Tagträume der Menschen formuliert hat, zur Beute der Betrüger. Er schrieb das damals, als er sich, ganz ähnlich wie wir heute in den prosperierenden Industrie- und Dienstleistungsländern, mitten im "Dunkel des gelebten Augenblicks" befand, aber dennoch in weitgehender persönlicher Sicherheit. Im Gegensatz zu uns Heutigen hatte Bloch bei allem Zweifel das Rettende fest im utopischen Blick. Inwischen sind die traditionellen Utopien jedoch allesamt angerostet oder zu Gammelideologie geworden, ein Kehrichthaufen, aus dem nichts Rettendes mehr aufscheint, nichts, was Hoffnungen befeuern könnte. Und aus dem uns, je nach Temperament, schon gar nichts mehr wächst außer animalischer Gier, Verantwortungslosigkeit und das Bewußtsein der Vergeblichkeit.    

03.08.2017 um 10:01 Uhr

Konstanz

von: Lyriost

Konstanz im Wandel

Früher zerrte man viele Betrüger vor Gericht, verurteilte zumindest die kleinen und steckte sie in winzige Räume. Die großen ließ man laufen. Heute läßt man besonders dreiste Betrüger nicht mehr nur laufen, sondern bittet sie um Einsicht und Demut. Zumindest ganz große Betrüger. Selbstverständlich vergeblich.