Lyriost – Madentiraden

02.01.2006 um 12:27 Uhr

Altruistische Wahrnehmungsbeschränkung

von: Lyriost

Altruistische Wahrnehmungsbeschränkung

Besser ist es, im Nebel zu wandern, als mit einem Brett vorm Kopf herumzulaufen, denn je nach Dichte des Nebels und Perspektive des Betrachtenden bietet Nebel zwar keine sonderliche Farbigkeit, aber immerhin ein gewisses Maß an Transparenz. Bretter hingegen leuchten hin und wieder in schönen Farben, aber das ist nur für den Betrachter von außen sichtbar, woraus folgt, daß jedwede Erheiterung in diesem Falle eine einseitige ist. Das Brett vorm eigenen Kopf nützt also höchstens den andern. Nur unverbesserlichen Altruisten kann das Legitimierung und Trost bedeuten. Sie lieben ihre Bretter so sehr, weil sie den andern etwas Gutes tun wollen, völlig uneigennützig. Völlig uneigennützig? Oder ist am Ende nicht gar so falsch, was Heinrich von Kleist dermaleinst schrieb, nämlich daß der Altruismus die versteckteste Form des Egoismus sei?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenreality schreibt am 03.01.2006 um 01:47 Uhr:für mich ist der liebevolle Umgang miteinander auch deshalb sinnvoll, weil ich mich dann besser fühle. (mein coming out nach Mitternacht.) Wünsche einen schönen Tag und ein schönes Jahr

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