Lyriost – Madentiraden

28.07.2006 um 07:02 Uhr

Anecken

von: Lyriost

Anecken

Wer als erwachsener Mensch anecken will, der hat seine Jugend ins Alter gerettet - oder vielmehr pubertäre Allmachtsphantasien. Vielleicht will er die Welt verändern, andere zum Nachdenken bringen. Als wäre es nicht sinnvoller, erst mal sich selbst zum Nachdenken zu bringen! Wer eigenständig denkt, muß sich keine Gedanken darüber machen, ob und wo er aneckt, er eckt garantiert an, denn eigenständiges Denken scheint mir mittlerweile so ungewöhnlich wie
Turnschuhe in einem Ballsaal oder ein Flaneur an einer Straßenecke.

Mir reicht es, darauf zu lauschen, was ich denke, und das nach ethischer und logischer Selbstzensur zu sagen (am interessantesten ist es, wenn der Zensor noch schläft oder einfach müde vor sich hin grummelt), damit ich mich und meine Sicht der Dinge kennenlerne - und die, die sich in mir versteckt haben, um mir in mein Denken hineinzureden.

Das absichtsvolle Anecken überlasse ich denen, die sich beim intellektuellen Häßlichkeitschirurgen künstliche Ecken verpassen lassen. Und natürlich den Spät- oder Dauerpubertierenden.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenulysses schreibt am 28.07.2006 um 08:02 Uhr:Einen professionellen \"Anecker\" aus meiner Schulzeit habe ich kürzlich wieder getroffen. Es war ihm direkt peinlich, als mir seine Frau von ihrem neu erworbenen Reihenhäusschen und dem Schrebergarten erzählte. - Wenigstens hat er noch die alten Bob-Dylan-Platten, und raucht ab und zu Kräuter, die lustig machen ... ;-)
  2. zitierenLyriost schreibt am 28.07.2006 um 08:30 Uhr:... und vergeßlich ... Blowing in the Wind ... ;-)
  3. zitierensanftmut schreibt am 28.07.2006 um 14:03 Uhr:TTTTTZZZZZZZZZZZZ: :-)!!!



    JOA! hab ich verstandenm ,der wind kam hier vorbei...:-)!!!

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