Lyriost – Madentiraden

20.07.2006 um 14:24 Uhr

Arthur Schopenhauer

von: Lyriost

Arthur Schopenhauer

So ernst die Lehre des letzten großen Systematikers der Philosophie auch ist, bei der Lektüre keines anderen Philosophen habe ich so sehr und so häufig gelacht wie bei ihm, aber nicht wie bei manchem anderen über unerklärliche Widersprüche, falsche Schlußfolgerungen und Mißdeutungen oder Irrtümer. Was mich bei Schopenhauer zum Lachen bringt – und deshalb lese ich seine Schriften lieber als die jedes anderen Welterklärers –, was mich bisweilen vor Freude brüllen läßt, das ist sein impertinenter Witz, der grollige Humor eines gesunden, aufgeklärten Griesgrams, der beim Sprechen die Hand vor die Augen hält, damit man das Augenzwinkern nicht sieht.

Für mich ist das Werk dieses lebenssprühenden Lebensverneiners das mit Abstand Beste, was die deutsche Philosophie hervorgebracht hat, und nur beim Lesen der Schriften des kränklichen Lebensbejahers Nietzsche, Schopenhauers invertiertem Zwillingsenkel, vermag ich ähnlichen ästhetischen Genuß zu empfinden, aber dort wegen der großartigen Sprache, in die er alles kleidet, tiefste Einsichten wie auch größte Irrtümer.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenArioso schreibt am 21.07.2006 um 17:28 Uhr:Ein empfehlenswertes, amüsantes und kurzweiliges Schopenhauer-Brevier ist bei Reclam (2002) unter dem Titel \" \'Man muß nur hübsch alt werden; dann giebt sich Alles\' - Schopenhauer zum Vergnügen\" erschienen.

    Gruß

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