Lyriost – Madentiraden

22.12.2006 um 07:59 Uhr

Athaumasie

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Tod, Angst, Ruhe, Meinung

Athaumasie

Es sind nicht die Dinge oder Geschehnisse, die uns Angst machen, sondern unsere Meinung über sie. Die Dinge können wir im Kern nicht ändern, unsere Meinung über sie aber sehr wohl. So ist auch der Tod nur dann ein Problem, wenn wir ihn als Problem betrachten.

Was wir brauchen, ist eine athaumasische Betrachtungsweise, um zu der Meeresstille des Gemüts zu gelangen, die jeden Schrecken in sich aufnimmt, ohne mit ihm im Innern zu reagieren.

Es ist dann so, als fielen die Beunruhigungen des Lebens wie schmutzige Wassertropfen in einen Ozean.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenArioso schreibt am 22.12.2006 um 10:09 Uhr:Das klingt nun allerdings doch sehr buddhistisch. Tatsache ist, dass wir uns an den Status quo, an unser gegenwärtiges Ich. klammern, um der Auslöschung zu entgehen. Wenn man dieses Anhaften lösen könnte, wären die Probleme, die wir mit Katastrophen und mit dem Tod haben, zweifellos gelöst. Auf der anderen Seite ist das Bemühen, dieses Anhaftung zu lösen, doch bereits ein Agieren aus dem Ich heraus, und dieses Bemühen verstärkt letztlich nur das Ich. Und ich habe (trotz hinreichender Suche) noch niemanden getroffen, der die Anhaftung überwunden hätte.
    Gruß
  2. zitierenLyriost schreibt am 22.12.2006 um 10:15 Uhr:Lieber Arioso, buddhistisch auch, aber ich dachte dabei eher an die sokratische Apologie oder etwa an die Philosophie des Epiktet. Es ist jedoch mehr eine immerwährende Aufgabe als ein realistisches Ziel. Da gebe ich dir recht. Es geht in erster Linie um etwas mehr Gelassenheit. Dir alles Gute. Ly
  3. zitierenNimien schreibt am 23.12.2006 um 10:22 Uhr:Ich musste beim Lesen auch gleich an Seneca denken - oder an die rational-emotive Therapie von Albert Ellis, die von derselben Grundannahme ausgeht und damit arbeitet. Allerdings halte ich es wohl eher mit zartgewebt: Ich hege eine unerschütterliche Sympathie für die bunten Wassertropfen des Lebens, die Beunruhigungen des Geistes. Von daher bewegt sich mein Ideal auf einem Kontinuum zwischen der Seelenruhe, die aus der Verbundenheit mit meinem innersten Kern beruht, und der intensiven Lebendigkeit, die entsteht, wenn ich Gefühle in ihrer ganzen Vielfalt und Intensität empfinde und zum Ausdruck bringe. Immer nur alles in mich aufzunehmen, ohne damit im Inneren zu reagieren, wäre mir entschieden zu langweilig.

    Liebe Grüße!
  4. zitierenLyriost schreibt am 24.12.2006 um 09:08 Uhr:Bewegung, Bewegung: Die Erde dreht sich um die Sonne, die Sonne um das Zentrum der Milchstraße, und auch die Milchstraße ist rasend schnell unterwegs. Die Erde ist mit fast 30 Kilometer pro Sekunde unterwegs um die Sonne. Unsere Sonne umkreist das Zentrum der Milchstraße mit einer Geschwindigkeit von 225 Kilometern pro Sekunde. Und alles zusammen rast ins Nichts oder auf ein Loch zu, von dem wir nichts wissen. Wenn man sich das ins Bewußtsein ruft, sollte keine Langeweile aufkommen, aber ein wenig Beruhigung ist wohl vonnöten. ;-)

    Schöne Raumfahrergrüße und allen ein stürmisch-besinnliches Fest. Ly
  5. zitierenzartgewebt schreibt am 26.12.2006 um 10:44 Uhr:„Die Vorstellung anderer Systeme gibt euch leicht das Gefühl der Bedeutungslosigkeit. In diesem Überfluss ist jedoch NICHTS bedeutungslos, NICHTS vergeblich. Alles steht in Wechselbeziehung zueinander, die Realitäten sind ineinander verflochten und die Zusammenhänge unverkennbar.
    Ihr seid weder an der Spitze noch am Fuß des „Bewusstseinsberges“. Ihr seid weder der Mittelpunkt noch der äußere Rand. Doch euer INNERES SELBST ist auf sublime Weise mit jeder Realität verbunden, obwohl ihr euch dessen nicht gewahr seid, und es kann seine Verflochtenheit im Netzwerk jedweder Existenz zurückverfolgen und behält dabei doch die Eigenart seiner Wesenheit.

    Das INNERE SELBST weiß zum Beispiel auch, was die Wirklichkeit hinter den Sternen und Planeten ist, die das Auge sieht. Das ICH hingegen würde durch eine solche Wahrnehmungsfülle von PANIK ergriffen werden

    Jeder Gedanke ist Energie, die nicht zerstört, die nie wieder verloren gehen, nur transformiert werden kann. Die subjektive Realität eines einzigen Menschen, den man allein im Universum ließe, würde über genügend Energie verfügen., dass daraus ein anderes Universum entstehen könnte....(Seth)“.

    ...ähm...*räusper*...wird schon schief gehen...*zwinker*
    liebe Grüße aus dem Orbit
    zartgewebt ;-)

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