Lyriost – Madentiraden

07.01.2011 um 11:35 Uhr

Auf der Suche

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Auf der Suche

Gesine Lötzsch ist auf der Suche nach dem Weg zum Kommunismus, so wie viele Esoteriker auf dem Weg zur Erleuchtung sind oder wie einstmals Edison, ganz banal, auf der Suche nach der Glühlampe war. Wie die meisten, die nach Wegen zum Licht und zur Glückseligkeit suchen, geht auch Frau L. davon aus, daß der "Pfad zum Kommunismus" ein "sehr langer und steiniger" sein wird, also eher eine Art Höllenweg ist. Ich weiß ja nicht, woher sie ihre Kenntnisse hat, denn wer einen Weg nicht kennt, kann dessen Begehbarkeit nicht recht einschätzen, glaube aber, das mit der Steinigkeit wird so falsch nicht sein. Wenn es also stimmt, wieso sollten wir uns dann die Mühe machen, diesen Weg zu beschreiten? Ich für mein Teil bleibe lieber zu Hause, wünsche jedoch denen, die steinige Wege lieben, eine gute Reise. Und sollten sie noch zu meinen Lebzeiten im Paradies des Kommunismus ankommen, bitte ich schon jetzt um eine Ansichtskarte, falls das Schreiben ins nichtkommunistische Ausland dort erlaubt sein sollte.    


Junge Welt

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVolker S. schreibt am 07.01.2011 um 12:49 Uhr:Ein Brief von ...

    ... Gesine Lötzsch an Gregor Gysi vom 31.12. 2019:

    Lieber Genosse Gregor,

    der Funke der Revolution sei mit Dir. Ich bin angekommen! Jawohl!

    Und stelle fest, hier im reinen Kommunismus ist es so schön, dass man schon wieder befürchten muss, die bösen Kapitalisten wollen uns das wieder wegnehmen.

    Da hilft - glaube ich - nur eine Mauer.

    Willst du mitmauern Genosse Gregor?...dann komme bald. Tüchtige Maurer können wir immer gebrauchen.

    Mit kommunistischen Grüssen
    Deine Genossin Gesine.
  2. zitierenSweetFreedom schreibt am 07.01.2011 um 22:44 Uhr:Der Artikel in der Jungen Welt ist grausam, ja.

    Aber Lyriost, ich hätt' echt vermutet, Dein Herz schlüge etwas weiter links... :-)

    Zumindest den schönen Traum vom großen K treibt mir so schnell keiner aus.

    Lieben Gruß
    SweetFreedom
  3. zitierenLyriost schreibt am 10.01.2011 um 12:52 Uhr:Leider ist es so, daß sich stets genügend boshafte Menschen finden, die die romantische politische Träumerei der vielen für ihre eigenen Zwecke ausnutzen. Außerdem: Mit noch so schönen Wahnbildern eines friedlichen und glücklichen Übermorgen ist heute niemandem geholfen.

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