Lyriost – Madentiraden

08.07.2015 um 04:16 Uhr

Bedenkenswert

von: Lyriost

Bedenkenswert

Bei der Befolgung der weitverbreiteten theorematischen Aufforderung: „Lerne denken, ohne zu werten“  kommt es im Ergebnis nicht selten zu einer Vertauschung der Verben. Man wertet nun, ohne zu denken. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 08.07.2015 um 08:57 Uhr:Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum es die Menschen offenbar zwanghaft dazu treibt, alles und jedes zu werten?
    Und das, obwohl der Mensch noch nicht einmal über körpereigene Messsystme verfügt, die das Bestimmen absoluter Werte ermöglichen würde. Ein vergleichendes Schätzen - das ist es, was der Mensch tut. Und nur allzuleicht übersieht er dabei, dass die von ihm angewandten Referenzsysteme ebenfalls nicht absolut sind sondern sich bereits bei der leisesten Berührung verschieben oder gar in Staub auflösen.
  2. zitierenLyriost schreibt am 08.07.2015 um 10:29 Uhr:Lieber Zwischenweltler, das, was den Menschen dazu treibt, ist das Streben nach Identität, nach Bedeutsamkeit und Bedeutung, der Wunsch, er möge nicht nur Mensch sein, sondern auch Maßstab. Aber sogar Gott hat sein absolutes Referenzsystem nicht mehr, er hat es irgendwo liegengelassen und weiß nicht mehr, wo. ;-)
  3. zitierenZwischenweltler schreibt am 08.07.2015 um 11:40 Uhr:Wer braucht schon Gott? ICH bin das Maß aller Dinge! ;D

    Identität ist opportunistisch. Zwinge einen Menschen in ein anderes soziales Umfeld und er wird in kürzester Zeit seine "Identität" ändern (oder untergehen). Das Umfeld setzt den Maßstab.
    Jedoch gilt auch: Der Maßstab bestimmt sich aus dem Durchschnittsindividuum einer sozialen Gruppe. Und genau hier liegt der Schatz der Freiheit verborgen. ;)

  4. zitierenLyriost schreibt am 08.07.2015 um 11:54 Uhr:Ja, Gott ist in die Jahre gekommen, war zwischenzeitlich klinisch tot und plagt sich und uns heute mit Demenz.

    Zum Glück toleriert fast jedes soziale Umfeld einzelne andersgeartete Gesellschaftsnarren. Und sei es nur als abschreckendes Beispiel. Da sehe ich meine Freiheit. Solange der sogenannte IS oder andre totalitäre Wahnwitzige nicht an meine Tür klopfen bzw. sie eintreten.
  5. zitierenZwischenweltler schreibt am 08.07.2015 um 13:01 Uhr:Siehst Du Dich als Gesellschaftsnarr, ja?
    Hmm... dann bin ich wohl auch einer. Es sei denn, als Narr darf man nicht gleichzeitig Opportunist sein.

    Dass unsereins immer noch seine Nische findet, in der man toleriert wird, stimmt wohl. Nur werden diese Nischen immer kleiner, so scheint es mir.
    Das Kranke ist doch, dass meist diejenigen ihren Anspruch auf Toleranz gelten machen, die selbst am wenigsten tolerant sind. Und wenn sich genügend Intoleranz angesammelt hat, wird sie von den weniger geistig Betuchten als Maßstab angenommen.
  6. zitierenGrafKroete schreibt am 08.07.2015 um 19:13 Uhr:Also ich mag meine Vorurteile...... sie erleichtern einem das erdachte Bedenken ungemein....*g*

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