Lyriost – Madentiraden

03.08.2009 um 10:05 Uhr

Bibliographisches Institut

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Duden, Rechtschreibung, Rechtschreibreform

Bibliographisches Institut

Im Duden, ehemals maßgeblich und amtlich in Fragen der Rechtschreibung, heute jedoch hauptsächlich maßgebend in seiner Maßlosigkeit willkürlicher Empfehlungen der eigenen rechtschreiblichen Präferenzen von orthographischen Varianten, finde ich die Empfehlung, das Wort "bibliographisch" nicht mehr zu verwenden, sondern durch "bibliografisch" zu ersetzen. Nun denke ich natürlich nicht daran, mich solcherlei geschmäcklerischer Anmaßung zu unterwerfen. Aber, so dachte ich mir, der Duden sollte sich doch wohl an seine eigenen Empfehlungen halten.

Der Duden erschien bisher im Verlag Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim. Also nicht Bibliografisches Institut & F.A. Brockhaus AG. Da Eigennamen weder der vom Rat für deutsche Rechtschreibung zu verantwortenden Rechtschreibreform unterliegen noch den eigenwilligen Auslegungen dieser Reform durch die Duden-Redaktion, war die Schreibweise mit "ph" bisher gerechtfertigt.

Unlängst fand jedoch eine Hauptversammlung dieser Firma statt, die den Duden herausgibt. Da sich die Besitzverhältnisse geändert haben, stand eine Namensänderung an, und eine Umbenennung wurde beschlossen. Zukünftig firmiert man unter "Bibliographisches Institut". Ohne Brockhaus, aber wie gewohnt mit "ph".

Nun frage ich mich: Warum hält man sich beim Duden nicht an die eigenen orthographischen Empfehlungen, deren Berücksichigung man mir seit geraumer Zeit mit dicken gelben Farbklecksen so sehr ans Herz gelegt hat?

 

PS: Der Duden habe "sich immer stark gemacht" für eine einheitliche Rechtschreibung, kann man auf der Website des Verlages lesen, wo die Parodie eines Interviews mit dem Redaktionsleiter geboten wird. Dummerweise wird "stark gemacht", im Sinne von "sich für etwas einsetzen", in reformierten Texten seit längerem zusammengeschrieben. Vielleicht sollte man beim Duden mal das eigene Korrekturprogramm verwenden. Oder sich, besser noch, für eine externe Prüfung von Dokumenten "starkmachen".

 

Duden

Quelle

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 14.09.2009 um 03:16 Uhr:Wenn man noch Thür und Thor als Fibel hatte, wird es immer schwieriger den ganzen Wendungen zu folgen.
    Zumal es Imi auch nicht mehr gibt, dennoch aber Oma.
    Ich glaube eine grafische Darstellung eines Grafiker ist grafisch, auch auf einem Foto kaum zu veranworten.
    Sprache und Schrift sollte sich entwickeln, das schon, aber nicht so verwirrend.
    Liebe Grüsse

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