Lyriost – Madentiraden

05.05.2010 um 16:48 Uhr

Clip des Tages

von: Lyriost   Kategorie: Sonstiges

Clip des Tages

Du Levande

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGretchen schreibt am 05.05.2010 um 17:50 Uhr:Hallo, Lyriost, da hast Du eine komische Komödie vorgeschlagen. Über den Trailer habe ich mich bereits schlapp gelacht. Aber ich muß gestehen, daß ich diesen Film bislang noch nicht kannte. Danke für deinen Tipp.

    P.S. Hattest Du denn gar kein Mitleid mit dem süßen Hund? Ich fühlte mich irgenwie mit ihm ganz solidarisch;-)

    Grüße
    Gretchen
  2. zitierenGretchen schreibt am 05.05.2010 um 23:11 Uhr:Sieht man das Leben als ein Wirken bloß physischer Kräfte, die kausal einander bedingen, könnte man geneigt sein zu sagen, das Leben sei ein mehr oder weniger Hinvegetieren in schlechten oder besseren sozialen Verhältnissen. Oder?

    Möchte Dich, Lyriost, nicht traurig machen am Abend. Aber Dein Clip hatte so etwas davon.

    Gute nacht Dir
    Gruß
    Gretchen
  3. zitierenGretchen schreibt am 05.05.2010 um 23:13 Uhr:Sorry, "Gute Nacht".
  4. zitierenLyriost schreibt am 06.05.2010 um 00:03 Uhr:Hallo, Gretchen, jemand schrieb an anderer Stelle: "Wo bleibt hier die Achtung vor Tier und Mensch, lyriost?
    Ich verzichte auf Ihre Intellektualität. Kann darüber gar nicht lachen." Das war offensichtlich ernstgemeint.
    Ist das nicht lustig?

    Selbst wenn einer die Filme von Andersson nicht kennt, sollte er doch wohl so viel mitbekommen, daß es hier nicht darum geht, Menschen und Tieren (interessant, daß ihm anders herum gewichtet zu werden scheint) Achtung zu versagen.

    Ja, der arme Hund. Statt munter hinter Katzen herjagen zu können, hängt er zappelnd am Band und wird durch die Gegend geschleift. Zur Tragweite dieser symbolischen Darstellung gäbe es manches zu sagen, vor allem, wenn man bedenkt, wo sich das Ganze abspielt: vor dem Fenster einer Großküche, in der gerade die etwas weitläufigeren Verwandten des domestizierten Fellknäuels in mundgerechte Stücke gehackt werden. Ob es wohl etwas mit der Achtung vor Tieren zu tun hat, daß die Zahl der Fleischesser in Deutschland deutlich über neunzig Prozent liegt? Nun wird der arme Hund nicht gegessen, denn das paßt nicht zu unseren kulturellen Gepflogenheiten, sondern rücksichtslos behandelt von einem, der selbst kaum krauchen kann, aber, wie es scheint, andern gegenüber so ichbezogen barsch ist, wie man es nicht nur gelegentlich bei älteren Menschen erlebt, seien sie nun behindert oder nicht. Wer es in seinem aktiven Leben nötig hatte, gegenüber seinem Haustier den Herrn raushängen zu lassen, der wird es sich meist auch dann nicht abgewöhnen, wenn er alt und grau und niemand mehr da ist, der ihn beachtet.

    Aber der arme Hund. Nein, nein, das ist wirklich ein Mißverständnis. Abgesehen davon, daß der Hund für meine Wahrnehmung nicht so echt aussieht, wie es bei oberflächlicher Betrachtung erscheint: Jeder weiß doch, wie Filme entstehen, und es ist bekannt, daß derjenige, der noch gestern grausig verstümmelt mit blutigem Schaum vor dem Mund verstarb, bereits morgen in einem anderen Film mit einer Pumpgun Jagd auf Wehrlose macht. So wird auch der Hund, wenn es denn tatsächlich einer war, im nächsten Film auf dem Schoß einer netten Frau sitzen und ihr Vanilleeis schlecken. Damit ist er mehr als genug entschädigt für seine unkundigen Betrachtern demütigend erscheinende Vorführung, die ihm wahrscheinlich sogar Spaß gemacht hat, denn jeder weiß, wie unschamhaft rückenrubbelnd Hunde sich manchmal benehmen, wenn sie auf dem Boden etwas gerochen haben, was sie antörnt.

    Bliebe noch die Frage zu klären, weshalb der moralisch Empörte nicht lachen kann, nicht lachen will oder nicht gelacht zu haben vorgibt. Und wie moralische Vorstellungen hier instrumentalisiert werden. Aber das würde jetzt zu weit führen. (Ich werde demnächst in einem Beitrag über pflegeleichte, abwaschbare Plastikmoral darauf zurückkommen.) Mir sind die Abläufe jedoch vollkommen klar. Moralische Diskreditierungsversuche waren schon immer ein probates Mittel, Unliebsames zu bekämpfen, ohne mühsam nach Argumenten suchen zu müssen, von denen man ahnt, daß sie möglicherweise nicht zu finden sein könnten.

    Liebe Grüße
    Lyriost
  5. zitierenGretchen schreibt am 06.05.2010 um 14:51 Uhr:Hallo, Lyriost. Danke für Deinen Kommentar. Habe ihn mit großer Lust gelesen. Bin auf weitere Sachen von Dir gespannt.

    Dich sehr lieb grüßend
    Gretchen

Diesen Eintrag kommentieren