Lyriost – Madentiraden

05.06.2006 um 09:36 Uhr

Das Märchen von der Sicherheit

von: Lyriost

Das Märchen von der Sicherheit

Nur wer an das Märchen von der sicheren und warmen menschlichen Gesellschaft, an die Mär vom Guten in jedem Menschen glaubt, wird die Realität als Abweichung von der Realität empfinden, und zwar unabhängig von der Gesellschaftsordnung. Wer aber wissen will, wie die Menschen wirklich sind, der schaue sich um und werfe einen Blick in die Geschichte. Und wenn er dann merkt, daß er zu einem Zeitpunkt und an einem Ort lebt, wo die Fratzen des Bösen überwiegend hinter Gitterstäben aufleuchten, dann freue er sich, daß er sein Leben jetzt leben darf und noch ein wenig frei atmen, bevor der Geruch verbrannten Menschenfleisches wieder durch alle Ritzen in sein wohnliches Provisorium dringt. Freu dich, Mensch, wenn du frei atmen kannst, und rede dir nicht ein, die Luft sei erfüllt vom kalten Kreischen böser Gewalten, wo doch nur die Stimmen der vielen unterschiedlichen Vögel miteinander konkurrieren. Lerne zu unterscheiden. Das kalte Kreischen kommt aus den Verliesen, wo die Dämonen an den Gitterstäben rütteln.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenrollblau schreibt am 06.06.2006 um 08:52 Uhr:Keine Hoffnung auf ethisch - moralische Evolution ? LG rollblau
  2. zitierenLyriost schreibt am 06.06.2006 um 09:09 Uhr:Nein, rollblau, bestenfalls so etwas wie Verzögerung der Oszillation zwischen der Vorherrschaft des eher Guten und der des eher Schlechten. Die Wölfe werden nie dauerhaft mit den Schafen in einer noahschen Farm der Tiere gleichberechtigt Würfel spielen.
  3. zitierenhoffnung schreibt am 07.06.2006 um 10:06 Uhr:super geschrieben.

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