Lyriost – Madentiraden

14.04.2005 um 18:52 Uhr

Der zersplitternde Trost

von: Lyriost

Der zersplitternde Trost

Wo selbst die Tauben sich im Lärm verlaufen
da wird das sanfte Wort verschluckt, bleibt stumm.
Wo Blinde kalte, kranke Augen kaufen
da werden alle tiefen Blicke krumm.

Da hilft kein Rausch, kein sinnvolles Besaufen
die Bilder kreischen, das Delirium
im Ohr das Prasseln von den Scheiterhaufen
verbrannter Hoffnungen Martyrium.

Das ist die Zeit, da sie mit Feuer taufen
und niemand fragt sich noch, warum
kein Glanz mehr auf den Sternenhaufen –
vom Trost befreites Säkulum.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 15.04.2005 um 09:10 Uhr:Genau das ist der Sinn dieser Art von Gedichten. Der analytische Verstand stößt auf hermetisch abgeschlossen scheinendes Gelände, findet auf Anhieb kein Loch im Zaun, zerrt vielleicht noch ein bißchen herum und wendet sich dann anderen Dingen zu. Aber vom Gelände weht ein Duft zu uns herüber, der in uns etwas zum Schwingen bringt.



    Dein Kommentar, Lady, ist nicht nur schön, sondern von ähnlicher Art.

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