Erdmann – Szenische Monodialoge 9
Erdmann – Szenische Monodialoge 9
ERDMANN verknittert, verläßt das Schlafzimmer, geht zum PC und startet ihn, dann begibt er sich ins Bad.
Na ja wie Ken
sehe ich nicht gerade aus
aber was soll's
ich bin keine Kunstfigur
und kein Doktor Laude
trotzdem in summa
zufrieden in meiner Haut
auch wenn's manchmal
etwas spannt
in der Haut von dem
Dr. (ruhend) Theodor Plagiatus möchte ich
nicht stecken
dem wird jetzt nicht nur auf die
Finger geguckt sondern richtig
unter die Nägel
das tut weh
was soll der machen
das Ding ist gedruckt
sein Name steht drunter
meins meins
und jetzt wird es
auseinandergenommen
soll er jetzt sagen
was wahrscheinlich stimmte:
Das ist alles fair bezahlt
verzapft hat's ein andrer
geht nicht wäre noch schlimmer
denn der Name
steht drunter
ja der falsche Name ...
In seiner Haut möcht ich nicht
stecken
Und wenn dann hätte ich
wenigstens zum Schluß
Korrektur gelesen
und die Fehler
minimiert
Genützt hätte das
aber auch nichts
weil es nicht
die eigenen
gewesen wären
Und der akademische Prüfer
steckt mit im Dilemma
ganz tief drin
wenigstens ist der bereits
emeritiert
dafür ist der forsche Theo
jedoch noch
ein wenig zu jung
und noch
kein Professor
Dumm am Laufen
das Ganze
Verläßt das Bad, hört ein Summen
Diese blöde Kiste.
Hat sich beim Runterfahren
gestern abend wieder aufgehängt
die ganze Nacht gelaufen
bei den Strompreisen
oder hab ich Trottel im Vorschlaf
nur wieder vergessen
das Ding auszuschalten?
Setzt sich kopfschüttelnd
an seinen Arbeitsplatz.



Freiherr von und zu Aalglatt hat sich ja jetzt auch ins Kriegsgebiet geflüchtet...
Ob ihm klar ist, daß er da nicht in Hollywood ist?
Werde auch nie begreifen, wo der Mann die Attitüde der Unfehlbarkeit hernimmt.
Aalglatt, opportunistisch und abgebrüht - das war mein Bild von Anfang an und ich fühle mich bestätigt.
Hi Lyriost! Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Lieben Gruß
SweetFreedom
Sweet Freedom, ich hoffe, du hattest ein gutes Wochenende. Die Sonne scheint ...
Was ich nicht verstehe, ist, daß die Mehrheit der Menschen, wenn man Umfragen glauben darf, Stehlen, Betrügen und dreistes Lügen toleriert, wenn der Täter ihnen sympathisch ist.
Liebe Grüße
Lyriost