Lyriost – Madentiraden

21.08.2006 um 07:37 Uhr

Eskapismus

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Politik, Poesie, Weltflucht

Eskapismus

Von gesellschaftspolitisch interessierten Menschen wird Poeten häufig vorgeworfen, sie interessierten sich nicht genügend für das Politische, und gern wird in diesem Zusammenhang das Wort Eskapismus gebraucht. Daß Poeten gesellschaftspolitisch Interessierten vorwerfen, sie beschäftigten sich zuwenig mit Poesie, hört man dagegen eher selten.

Dabei ist jede einseitige Orientierung eine Art Weltflucht und Verengung des Horizonts, und die Hierarchie der Prioritäten ist nicht allgemeingültig festzulegen. Nicht jedem ist es existentielles Bedürfnis, seinen Hintern auf Gewerkschaftsversammlungen breitzusitzen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 23.08.2006 um 22:35 Uhr:Ja schon, gefällt mir sehr deine Aussage, aber......

    könnte man dann nicht auch das als WELTFLUCHT bezeichnen,
    dieses Ablenken von der Wirklichkeit in hunderttausend Zerstreuungen – ständig Unterhaltung fordernd, anstelle selber initiativ zu werden.

    Ist das Dasein unserer Wohlstandsgesellschaft nicht auf Passivität ausgerichtet – will man nur oberflächlichen Genuss? Ein Betäuben durch passives Zusehen. Das Leid anderer, Krieg, Hungersnöte nur durch Presse, Rundfunk und Fernsehen wahrnehmend, wodurch es fast schon Unterhaltungscharakter erhält?

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    Wir schlummern den Schlaf der Selbstgerechten und bilden uns ein, selbst vorwärts zu kommen, nur weil um uns Bewegung gespielt wird. (Volker Zotz)

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    Gut, ich geb` es ja zu....bin auch sehr "weltfremd" - zumindest wird es mir zur Genüge vorgeworfen :-//
  2. zitierenLyriost schreibt am 24.08.2006 um 09:16 Uhr:Ist nicht unsere ganze Kultur "Zerstreuung und Ablenkung"?

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