Lyriost – Madentiraden

24.06.2006 um 13:02 Uhr

Fetische

von: Lyriost

Fetische

Fetische aller Art können dem, der mit ihnen umgeht, viel Freude bereiten. Freude kommt bei der Benutzung von religiösen, aber noch mehr bei weltlichen Fetischen auf wie auch bei der Formulierung und Zurschaustellung von deren Ablehnung.

Dauerhaft ungetrübte Freude kann aber nur der spielerische Mensch empfinden, derjenige, der Fetische als Spielzeug betrachtet, das man augenzwinkernd aus der Kiste holt und wieder weglegt, so wie man das als Kind getan hat. Wer jedoch Fetische ernst nimmt und der Spiegelung des in sie hineininterpretierten zauberhaften Soges länger als einen Augenblick erliegt, vergessend, das man selbst der Urheber der Verzauberung ist, der gerät in eine selbstverschuldete Abhängigkeit, die ihm die Freiheit nimmt und damit den wirklichen Genuß. Aus dem Fetisch-Jongleur wird ein Fetischist, einer, dem beim Jonglieren die Freude fehlt, weil er ständig Furcht davor hat, daß ihm ein Fehler unterlaufen oder daß jemand ihm eines seiner Diabolos wegschnappen könnte.

Dasselbe gilt für diejenigen, die glauben, so erwachsen zu sein, daß sie über die Benutzung von Fetischen erhaben sind, und dieser Erhabenheit augenzwinkernd Ausdruck geben, indem sie sich über die Jongleure lustig machen und deren Infantilität spöttisch belächeln. Wenn sie ihre Ablehnung zu ernst nehmen (vielleicht auch weil sie in sich selbst Reste des potentiellen Spieltriebs spüren), wird diese leicht zum idiosynkratischen Reflex und nimmt ihnen die Freude am Spott. So werden aus ihnen Antifetischisten, deren Augenzwinkern einem feindseligen Starren Platz macht, das in der Folge Ursache von zunehmender Intoleranz und Verbitterung wird.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensanftmut schreibt am 24.06.2006 um 16:42 Uhr:YIP !!!

    °*°:-)(-:°*°

    dein hühnchen:-)°*°(-. !!!

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