Lyriost – Madentiraden

17.01.2017 um 15:34 Uhr

Fragen zur Anatomie des toten Winkels

von: Lyriost

Fragen zur Anatomie des toten Winkels

Ist ein begrenzter Horizont mit einer Art totem Winkel eine Wahrnehmungsstörung, hervorgerufen durch unbewußte Selektion? Oder ist die Kurzsichtigkeit Folge von Wahrnehmungseinschränkungen durch bewußte Verweigerung? Oder ist die Engführung des Blicks einfach nur Gewohnheit?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKlartext100 schreibt am 17.01.2017 um 15:57 Uhr:Ich begebe mich auf dünnes Eis, ich weiß.

    Als Freidenker erlaube ich mir besondere Freiheiten. Manchmal trage ich mein Gehirn nur so mit mir rum am Tag und erlaube mir den Altersbonus voll auszuschöpfen. Auch so ist das Leben schön mal im toten Winkel für kurze Zeit zu sein.
    Habe ich nun auch quer gedacht?
  2. zitierenLyriost schreibt am 17.01.2017 um 16:17 Uhr:Ja, schön, wer hält sich nicht für einen Freidenker? Zum Freidenken gehört natürlich immer auch das Recht, zeitweise Denkverzicht zu üben, also Denkpausierender zu sein. Dann taucht allerdings zwangsläufig die Frage auf: Ist ein denkpausierender Freidenker noch ein Freidenker oder eher ein freipausierender Denkfreier? Daß das Ganze altersabhängig ist, glaube ich jedoch nur bei nachgewiesener Demenz. Dann gibt es auch einen Bonus. Bei gesunden Menschen schränkt das Denken die Schönheit des Lebens ebensowenig ein, wie es dessen Häßlichkeit dämpft. Beides wird lediglich ein wenig bewußter.

    Du hast nicht quer gedacht, sondern nur das Thema ein wenig verfehlt. ;-)

  3. zitierenKlartext100 schreibt am 17.01.2017 um 16:41 Uhr:Ich begab mich auf dünnes Eis, ich weiß.
    Bin echt froh nicht auch noch lesen zu dürfen diesen alten Twitter-Spruch den du wohl kennst: Ein IQ von 150 ist super, pech ist nur, wenn Mann sich den mit seiner Frau teilen muss. Klar auch am Thema vorbei... stehe heute wohl im toten Winkel bei Dir.
    Trotzdem ist das Leben schön... viel Schnee im Sauerland?
  4. zitierenZwischenweltler schreibt am 17.01.2017 um 17:03 Uhr:Lieber Herr Lyriost, anatomisch gesehen ist der tote Winkel keine Wahrnehmungsstörung sondern schlicht eine weitestgehend fixe physiologische Beschränkung, der alle Menschen gleichermaßen unterliegen.
    Sollte Du jedoch auf Engstirnigkeit, geistige Kurzsichtigkeit oder auf allgemeine kognitive Beschränktheit abzielen, empfehle ich, das Thema aus dem Kontext der Anatomie zu befreien.
    Menschliche Beschränktheit liegt zwar auch in der Anatomie begründet, nur ist es selten die anatomische, die uns zur Weißglut bringt.

  5. zitierenLyriost schreibt am 17.01.2017 um 18:35 Uhr:Lieber Zwischenweltler, Herr, nun spiel hier mal nicht den analogieresistenten Physikomedicus. Du weißt schon, jenseits deiner gespielten kognitiven Beschränktheit, daß es mir nicht um Perzeption ging, sondern mein spielerisch unstreng fokussierter Blick auf die apperzeptive Seite der Wahrnehmung, also nicht die Physiologie, sondern die Psychologie, gerichtet war.

    Insofern sind tote Winkel die Bereiche, wo zwar wie beim Autofahren jede Menge zu sehen wäre, wo jedoch vom Nichtsehenwollenden nicht deshalb nichts wahrgenommen wird, weil nichts wahrgenommen werden kann, sondern weil nichts wahrgenommen werden soll.

    Grenzfälle sind sicher mit Kopftüchern oder Kopfwindeln verzierte Köpfe.

    Auch zuviel Schnee kann die Sicht behindern, nicht zuletzt auch der im Kopf. Aber davon haben wir ja alle ein wenig.

  6. zitierenZwischenweltler schreibt am 18.01.2017 um 10:08 Uhr:Nicht zu vergessen, die Scheuklappen. Die setzt man sich - im Gegensatz zum Pferd - für gewöhnlich selber auf, und man sich daran gewöhnt, lernt man schnell die Bequemlichkeit zu schätzen, die so ein toter Winkel mit sich bringt.

    (Ich bin immer wieder begeistert von Deinen rhetorischen Ergüssen. Man muss Dich nur ein bisschen kitzeln. :) )
  7. zitierenZwischenweltler schreibt am 18.01.2017 um 10:10 Uhr:(das "hat" reiche noch nach ;-) )

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