Geschlossene Gesellschaft
Geschlossene Gesellschaft
Wenn wir uns allzusehr mit unseren Meinungen identifizieren, laufen wir Gefahr, sie für Wissen zu halten. Dieses Scheinwissen lähmt uns und nimmt dem Prozeß der Meinungsbildung alle Dynamik. Wir prüfen nur noch, ob unsere Erlebnisse und Wahrnehmungen unser Wissen bestätigen, und nicht mehr, ob unser Wissen mit den neuen Erfahrungen übereinstimmt. Im ungünstigsten Fall wissen wir über das Bescheid, was geschieht, ohne unsere äußere Wahrnehmung ins Bewußtsein zu heben, ja wir können es nicht, weil uns unser Bewußtsein signalisiert, Neuaufnahmen seien nicht nötig, da alles, was an die Tür klopft, bereits bekannt und bewertet sei. Keineswegs wegen Überfüllung geschlossen, sondern geschlossene Gesellschaft.



Eher passe ich neue Infos meinen vorhandenen Schemata an, als dass ich meine Schemata ändere.
...aber Du hast das viel schöner formuliert. ;)
Diese nüchtern intellektuelle Beschreibung dieses Musters bekam ich einmal - und das durchaus berechtigt - vor den Kopf geknallt. Aber es war in gewisser Weise heilsam, denn es ist gut, sich dieses nur allzu menschliche Verhalten immer mal wieder vor Augen zu führen. ;)
2. @ Unbreakable: Das 'Was schert mich mein dummes Geschwätz von gestern' stammt m.W. von Adenauer. Aber vielleicht war der nur ein verhindertes Funkenmariechen.
M.E. gibt es keinen Gedanken, der noch nicht gedacht wurde; auch Adenauer hat nur abgekupfert, ob als verhindertes Funkenmariechen sei dahingestellt.
Der Gedanke, alles sei nur abgekupfert, ist zwar ein abgekupferter, aber auch ein fehlerhafter Gedanke: Viele haben das schon gesagt, angefangen bei Salomon, glaube ich, richtiger es es dadurch allerdings nicht geworden. Ich vermute, der Gedanke, alles sei nur abgekupfert, ist von jemandem in die Welt gesetzt worden, dem das eigenständige Denken schwerfällt oder der aus Bequemlichkeit darauf verzichtet. ;-)
Einstein muss seit Jahrzehnten herhalten ... ist es nicht mal wieder an der Zeit für einen neuen Gedanken?
Und wahrhaft, ich ergetz mich an den Gedanken anderer und seien sie noch so alt - zumal auf mich erstere Theorie wohl zutrifft - allein das Denken fällt mir schwer. ;o)
Es gibt zu jeder Zeit mehr neue Gedanken, als jeder von uns wahrnehmen kann. Und dann gibt es noch, bei manchen, unter dem Schutt des Anerzogenen und Angelesenen, das Eigene. Man muß es nur rauskramen. ;-)
Das meinte ich mit neuen alten Gedanken ... chaostheoretisch werd ich mich kundig machen - das passt begriffsmäßig ... der Rest muss warten, ggf. bis er schwarz wird.
Danke für den/die Tip(p)/s
Das fühlt man (wenn man ein Mädchen ist) ;o)
Heute weiß ich, woher dieser Eindruck kommt: Aus der Gefangenschaft in sich selbst. In der Verfolgung immer gleicher Gedankenkreise, die sich mit dem Muster der Assimilation nicht durchbrechen lassen.
Das Ausbrechen aus diesen Kreisen ist ein einziger Schritt - der Schritt des Zulassens, der Schritt des Einlassens. Angst verspürt der Mensch, wenn ihm Neues begegnet. Das war schon immer so. Doch diese Angst zu überwinden, ist kein Kunststück - es ist Fortschritt.
Ups ... das war böse!
Das Bittere ist in dir.
Du hingegen erscheinst mir desillusioniert. Das meinte ich mit "bitter". Mag sein, daß ich mich täusche. Doch auch manche Jungs besitzen weibliche Intuition. ;)
Manch Mädchen fehlt`s halt an der weiblichen Intuition. ;o)
Aber das Thema "Scheinheiligkeit" überlassen wir doch lieber dem Hausherren hier. Dazu gab's schon mal einen sehr interessanten Eintrag.
Irgendwann find ich den "scheinheiligen" Eintrag des Hausherrn. :o)