Lyriost – Madentiraden

28.04.2012 um 10:30 Uhr

Getrieben statt gedacht

von: Lyriost

Getrieben statt gedacht

Das Zentrale der Existenz ist weder das Subjekt noch dessen gehirnliche Wahrnehmung, zentral ist die Kraft, die beides hervorbringt und mit einem Vorstellungsapparat ausstattet, den diese Kraft sich zunutze macht, um sich selbst abzubilden und damit aus dem scheinbaren Nichts ihres Seins herauszuholen. Wir neigen dazu, das Akzidentielle mit dem Essenziellen zu verwechseln; deshalb ist alles Forschen am Gehirn und an dessen Konstruktionen Fokussieren des Nebensächlichen.

DIE ZEIT

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAlcide schreibt am 28.04.2012 um 11:58 Uhr:Ein Problem, das einen wirklich umtreiben kann: Gibt es Bewusstsein ohne Gehirn?
    Für Metzinger ist dieses Subjekt ja auch nur ein Konstrukt; ein virtuelles Organ, so wie das Immunsystem ein virtuelles Organ ist, das mal aktiv wird und dann wieder abtaucht, so auch das Bewusstsein, das uns eine Ich-Vorstellung verleiht. Es gibt kein Selbst, nur ein Selbstmodell. Der Mensch ist ein 'Bio-Automat', schreibt er. Es ist ein bis an sein Ende gedachter Materialismus. Interessant, aber auch eiskalt...
  2. zitierenLyriost schreibt am 29.04.2012 um 10:07 Uhr:Ich denke, es gibt unbewußtes Sein ohne Gehirn, das zum Bewußtsein drängt, um aus dem Zustand des Unbewußten herauszukommen. Es scheint mir geradezu eine Funktion des Unbewußten zu sein, zum Bewußtsein zu drängen. Das ist der immanente Zug zum Sündenfall der Bewußtwerdung, die durch das Öffnen der Büchse der Pandora das Leid in die Welt bringt.

    Es ist ein weiter Weg von der Wahrnehmung zur bewußten Wahrnehmung, und es ist ein verhängnisvoller, denn alle Selbstmodellierung ist vor allem auch Schärfung der Sinne für den Schmerz.






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