Lyriost – Madentiraden

03.11.2009 um 09:11 Uhr

"Gutmensch"

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

"Gutmensch"

Der "Gutmensch" ist eine Spezies, die dem gewöhnlichen Menschen ein Stachel ist, weil er ihn beständig daran erinnert, daß er in moralischer Hinsicht weniger Luft auf den Reifen hat, als er zu denken beliebt.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 03.11.2009 um 09:19 Uhr:Hmm.... was verstehst Du unter "Gutmensch"?
    Solche, die ein besonders hohes Maß an moralischen Werten aufweisen und sich daran orientieren?
    Wenn ja, wessen Moral vertreten sie?
  2. zitierenLyriost schreibt am 03.11.2009 um 09:49 Uhr:Lieber Zwischenweltler,

    der Begriff gehört, wie du dir denken kannst, nicht zu meinem Vokabular, und ich betrachte mich selbst durchaus nicht als "Gutmenschen". Im allgemeinen wird er als Schimpfwort gebraucht, etwa für Millionäre, die sich für die Wiedereinführung der Vermögenssteuer einsetzen, oder für Ärzte, die sich darüber empören, daß viele ihrer Kollegen nur noch Privatpatienten behandeln wollen.

    Die Moral dahinter ist eine ganz einfache: Man betrachtet alle Menschen als Menschen, nicht nur die der eigenen Hautfarbe oder Klasse, Religion oder Bildungsschicht.

    Gruß
    Lyriost
  3. zitierenZwischenweltler schreibt am 03.11.2009 um 09:57 Uhr:Danke für die Erklärung. Dieser Begriff zählt auch nicht zu meinem Vokabular, deshalb die Frage.
    DIe Beispiele, die Du nennst, sind recht plausibel. So aus dem Bauch heraus empfinde ich aber auch einige Menschen gut, die sich gegen die gängige Moral stellen. Weil ich der Meinung bin, daß Moral sehr stark dem Zeitgeist unterliegt und nicht durchweg positiv zu werten ist.... zumindest aus meiner Sicht. ;)

    Grüße zurück!
    Z.
  4. zitierenLyriost schreibt am 03.11.2009 um 10:18 Uhr:Das stimmt, generalisierende moralische Imperative sind stets mit Vorsicht zu betrachten, weil sich dahinter sehr häufig wenig universalistische Motive verbergen und Moral benutzt wird zur Durchsetzung von Partikularinteressen und zur Befriedigung von Wünschen, anderen ihre Identität zu rauben und sie an die eigene Lebensweise mit ihren reduzierten Vorstellungen anzupassen.
  5. zitierenZwischenweltler schreibt am 03.11.2009 um 10:50 Uhr:Ja, so ist es. Schade eigentlich, wenn man selbst die Moral nicht mehr unkritisch als Orientierungshilfe einsetzen kann....
  6. zitierenzartgewebt schreibt am 03.11.2009 um 10:51 Uhr:Auch wenn du deinen Stachel gut getarnt trägst, Lyriost,
    ist er doch sehr treffsicher, wenn er zum Einsatz gelangt.

    *...anderen ihre Identität zu rauben und sie an die eigene Lebensweise mit ihren reduzierten Vorstellungen anzupassen.*

    Wusch ... das sitzt!
    Ich denke, da darf sich jeder mal an die eigene Nase fassen ;-)
  7. zitierenOmbrage schreibt am 03.11.2009 um 10:57 Uhr:*lächel*
    welch phrasenreicher Bullshit.

    Wenn man es auf das Wesentliche reduziert (und wie immer ist eine Reduktion auf das Wesentliche das Optimum - welch paradoxe Weisheit ^^ *schmunzel*) dann soll, ja muss, dort stehen:

    Der Gutmensch versteckt sich hinter seiner Interessen-Moral um seine Motive und Absichten durchzusetzten resp. seine Schwächen und Inkompetenzen zu kaschieren, ja sogar zu adeln!

    Zu meinem Vokabular zählt der Begriff (wie seltsam, das er hier von Menschen benutzt - ja gar iniziert wird, die ihn nach eigenem Bekunden garnicht nutzen ^^ eine interessante Diskussion über Schein und Heiligkeit. *lächel*), denn dieser widerwärtige Typus Mensch begegnet einem auf Schritt und Tritt. Seine Begleiter sind Niedertracht, Faulheit und Ignoranz.

    Und auch die Moral, alle Menschen als Menschen zu betrachten ist eine klassische Gutmenschen-Aussage. Denn sie lebt von der Lüge und bestenfalls Illusion, das alle Menschen gleich sind vor dem Auge des Betrachters oder auch objektiv. Sich selbst erhöhend, indem ich tabuisierte Merkmale geißele und mich dann genüsslich auf meine eigenen - ja so viel begründerteren und "wertvolleren" zurückzuziehen, erfüllt den Tatbestand des Gutmenschentums für das es eigentlich nur zwei Synonyme gibt - die Heuchelei und der Defätismus.

    Der Begriff IST ein Schimpfwort, aber er tituliert m.E. weniger die im Rampenlicht, die event. tatsächlich ihrem Gewissen folgen, sondern er gilt jenen, die sich eben über selbige echauffieren. ;O)
  8. zitierenLyriost schreibt am 03.11.2009 um 11:24 Uhr:Immer noch die pubertäre Pose des Hündchens, das einen Happen Nietzsche gefressen hat und nun zähnebleckend am schlechtverdauten eigenen Haufen riecht. Schwache Leistung, Ombrage. So was ersetzt auf Dauer nicht das eigene Denken. Wirste noch lernen. ;-)
  9. zitierenOmbrage schreibt am 03.11.2009 um 11:39 Uhr:*schmunzel*
    Ja, ich wußte doch, das ich dich mit deiner Eitelkeit bekomme. ;O)

    Dem Ombrage sein Nietzsche ist dem Lyriost sein Pawlow. wau wau *lächel*

    Insegsamt ein recht untauglicher Versuch, anderen ihre Identität zu rauben und sie an die eigene Lebensweise mit ihren reduzierten Vorstellungen anzupassen.* *lach*

    PS Immerhin zeigt deine mühsam beherrschte Reaktion, das du mich verstanden hast - gut verstanden. ;O)
  10. zitierenLyriost schreibt am 03.11.2009 um 11:44 Uhr:Wenn du dereinst so weit sein wirst, deine angelernte lächerliche Pose aufzugeben, wird vielleicht sogar ein richtiges Gespräch möglich werden. Vielleicht.
  11. zitierenOmbrage schreibt am 03.11.2009 um 12:14 Uhr:"vielleicht ist so ein feiges Wort..." (Danke, Silbermond ;O))

    Nein, dazu wird es nicht kommen, denn mir mangelt es an Interesse und dir an Fähigkeit. Meine Einlassung wäre eine Möglichkeit gewesen, beim Thema bleibend ein wenig Reibungswärme zu erzeugen.
    Aber wie immer weichst du jeder weiterführenden inhaltlichen und kritischen Auseinandersetzung mit deinen Texten aus, indem du versuchst, den Autor zu diffamieren. *lächel*
    Das mag für den Teil der Zuleserschaft, den nicht einmal du erreichen willst, vergnüglich und ausreichend sein, für mich ist es der traurige Beweis, das deine Auslassungen letztlich nur einkopierte Gedanken anderer Menschen sind. Du versuchst stetig, Inhalte durch Eloquenz zu ersetzten - das motiviert den Troll in mir, sicher nicht den Gesprächspartner.
    Im Grunde bist du ein aggressives, eitles Kerlchen das mir tatsächlich nur als Podium gereicht. ;O)

    Soll heißen - ich lehne dein Friedensangebot ab!

    Soll aber auch heißen, das du mir nun zum dritten mal in Folge bestätigt hast, das deine Themen zwar manchmal wirklich gut sind, deine Auseinandersetzung damit jedoch nicht wirklich stattfindet, was schade ist - da du durch deine Rhetorik den "Einfachen" den Mut nimmst und den anderen dein Podium nicht teilst.

    In diesem Sinne verabschiede ich mich aus deinem Blog mit einem schattigen Gruß.

    Vale, Lyriost
  12. zitierenLyriost schreibt am 03.11.2009 um 12:17 Uhr:Von Friedensangeboten kann nur im Krieg die Rede sein. Ich aber führe keine Kriege. Schon gar nicht mit Unbewaffneten.
  13. zitierenZwischenweltler schreibt am 03.11.2009 um 12:24 Uhr:
    Ombrage:Meine Einlassung wäre eine Möglichkeit gewesen, beim Thema bleibend ein wenig Reibungswärme zu erzeugen.
    Seit wann ist Dir an Wärme gelegen? *erstauntguckt*
  14. zitierenamoremia schreibt am 03.11.2009 um 14:32 Uhr:*fingerheb* MICH hat neulich jemand als Gutmensch bezeichnet und in Anbetracht der Diskussion....*räusper* äußere ich mich nicht weiter zu dem, was ich eigentlich hätte sagen können.....oder vielleicht wollen.
  15. zitierenZwischenweltler schreibt am 03.11.2009 um 15:55 Uhr:@Mia: Die Frage ist ja, ob Dich dieser Jemand in Lyriosts Sinne oder im Sinne von Ombrage als Gutmensch bezeichnet hat. Letzteres wäre dann wohl eher respektlos...
  16. zitierenZooStation schreibt am 05.11.2009 um 00:09 Uhr:"phrasenreicher bullshit" finde ich schon mal als Wortkreation gut, das sollte - gerade hier, wo das Wort noch zählt - gewürdigt werden! Finde ich. Persönlich. ...will da keinem zu nahe treten! Ist nur meine Meinung.
    (kein Ausrufezeichen)
    zurück zum Thema:
    du sagst natürlich viel mehr über den "gewöhnlichen Menschen" aus, als über den sogenannten "Gutmenschen".
    dazu fallen mir zwei Dinge ein:
    - was ist denn dein Bild von einem "gewöhnlichen Menschen"?
    - ich kenne den Begriff "Gutmenschen" als von explizit rechts-konservativen Menschen benutzte, diffamierende Beschreibung von Menschen, die im politischen Spektrum eher links orientiert sind (Grüne, Linke, amnesty, greenpeace etc.).
  17. zitierenLyriost schreibt am 05.11.2009 um 00:27 Uhr:Der "gewöhnliche Mensch" ist in diesem Zusammenhang der, der den Begriff "Gutmensch" diffamierend benutzt.
  18. zitierenZooStation schreibt am 05.11.2009 um 01:08 Uhr:Da sind wir doch mal ausnahmsweise einer Meinung!
    Das freut mich!
  19. zitierenLyriost schreibt am 05.11.2009 um 01:10 Uhr:Übrigens: Der Ausdruck "phrasenreicher Bullshit" ist doch selbst nichts als eine Phrase. Wenn wenigstens noch eine alliterative Verzierung dabei wäre, könnte ich über eine zumindest ästhetische Würdigung nachdenken. Aber so? Nichtssagend blaß, finde ich. Trotzphasengezeter.
  20. zitierenZooStation schreibt am 05.11.2009 um 01:25 Uhr:jaaa, gut...- das macht jetzt alliterativ nicht viel her, aber es klingt trotzdem schön! Dein Punkt ist natürlich der des Herausforderers. Du suchst den Ebenbürtigen. Und da hat ombrage natürlich nicht ganz Unrecht, wenn er von "Krieg" spricht; klar ist das eine Übertreibung, aber das ist ja nun eine der ältesten Stilmittel..
    Er fordert dich heraus, du - was tust du? - begiebst dich auf sein Terrain - schon mal über Sun Tzu gelesen?
    Dein Terrain ist die Ästhetik - da bin ich Laie, und ich kenne noch ein paar Andere...
  21. zitierenLyriost schreibt am 05.11.2009 um 07:01 Uhr:Liebe(r) ZooStation, ich freu mich über jeden Kommentar, aber ich suche niemanden, fordere niemanden heraus. Wenn sich jemand herausgefordert fühlt, nun ja, dann soll er.
    Gegen Ebenbürtige habe ich nichts. Aber ombrage ist ganz sicher kein Ebenbürtiger. Da ist viel Pose, aber keine Substanz. Nichts dahinter.

    Schöne Grüße
    Ly

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