Lyriost – Madentiraden

18.12.2006 um 11:57 Uhr

Heidegger und die Sprache

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: Philosophie, Sprache

Heidegger und die Sprache

"Was sich uns entzieht, zieht uns dabei gerade mit, ob wir es sogleich und überhaupt merken oder nicht. Wenn wir in den Zug des Entziehens gelangen, sind wir - nur ganz anders als die Zugvögel - auf dem Zug zu dem, was uns anzieht, indem es sich entzieht ... "

Wenn man intuitiv kreisend die ontologische Differenz soseiend in ihrer Daßheit reproduzieren will, wie Heidegger das manchmal tut, dann kommen solcherart Sätze herausgesprudelt, vielmehr, sie werden herausgezogen. Das Erstaunliche ist nur, daß dabei nicht die Knöpfe von der Trachtenjacke abgesprungen sind, so daß Heidegger hätte hinterherrobben müssen, um die Knöpfe daran zu hindern, sich seiner Joppe dauerhaft zu entziehen, und jene wieder in seinen Besitz zu bringen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenperenike schreibt am 18.12.2006 um 13:20 Uhr:wieso klingt doch pausibel. ich will auch immer haben, was ich nicht bekomme. und wenn man das ganze 3x gelesen hat, ergibts ja irgendwann mal sinn. aeusserst oekonomisch - wenns schwer verstaendlich is, hat man mit wenigen zeilen, viel zu lesen. und irgendwann dann ein tolles erfolgserlebnis :)
  2. zitierenLyriost schreibt am 18.12.2006 um 13:33 Uhr:Eben: "Die Hinausgesprochenheit der Rede ist die Sprache. Diese Wortganzheit, als in welcher die Rede ein eigenes 'weltliches' Sein hat, wird so als innerweltlich Seiendes wie ein Zuhandenes vorfindlich."
  3. zitierenperenike schreibt am 18.12.2006 um 16:32 Uhr:ui - da muss ich passen. wieder heidegger? kuehl wie wenige aussage so viele worte haben koennen.

    und welche fachrichtung produziert solche satzungetueme? philosophie?

    naja die narrativen wissenschaften werden mir ohnehin ein buch mit 7 siegeln bleiben.

    mathematik als sprache hat da schon den vorteil der eineindeutigen klarheit.
  4. zitierenLyriost schreibt am 18.12.2006 um 16:59 Uhr:Eineindeutig ist in der Tat ein schönes eineindeutiges Wort. Es stammt, glaube ich, aus einem Tümpel, in den Mathematik und Teile der Philosophie zusammengesickert sind. ;-)
  5. zitierenperenike schreibt am 18.12.2006 um 22:18 Uhr:eineindeutig begibt sich nur dann in einem tümpel mit teilen der philosophie wenn und nur wenn ein mathematiker das alter erreicht hat, in dem er glaubt, ein philosoph zu sein :)

    chemiker landen in diesem alter bei evolution. und ein guter genetiker ist in diesem alter ein toter genetiker. (zu viel mit mutagenen zeugs gespielt - wir sterben quantitaiv an krebs aus)
  6. zitierenLyriost schreibt am 19.12.2006 um 07:46 Uhr:"... das Sein dieses Seienden ist je meins ..." Wunderbar. Man muß es hören, denn im je eigenen Hören wird das soseiende Daßsein ganz spezifisch untragisch trotz seiner seinsungewiß-wissenden Seiendheit. Danke für den Link. ;-)

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