Lyriost – Madentiraden

01.05.2005 um 09:44 Uhr

Mysterium

von: Lyriost

Mysterium

Als ich heute morgen aufwachte und meine Frau neben mir atmen hörte, habe ich mich gefragt, warum sie mit mir zusammen die Nacht verbringt, wenn sie so weit von mir entfernt ist, wie sie nicht müde wird, immer wieder zu behaupten. Ich habe keine Antwort gefunden. Wenn auch viele Vermutungen. Keine von ihnen überzeugt, ich habe nicht mal eine Ahnung. Meine Vermutungen über ihre Motive überzeugen mich ebensowenig wie ihre Erklärungsversuche. Der Sinn ist verborgen. Wahrscheinlich uns beiden.

Aber ich werde nicht müde werden, immer wieder zu betonen, daß ich ihr nur so lange fern bin, wie sie mir fern sein will. Ob sie mir nun wirklich so fern ist, wie sie glaubt, oder ob sie mir aus irgendeinem mir und möglicherweise sogar ihr unbekannten Grund fern sein will, spielt dabei bis auf weiteres keine Rolle.

Das Handeln der Menschen ist manchmal ein Mysterium.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBernardo schreibt am 01.05.2005 um 10:10 Uhr:das habe ich noch nicht in meinen blog gestellt:



    Virtualitaet



    final

    nach hass und lust,

    erzwungener

    moral,

    fairem

    kampf,

    nicht

    beziehungszerreissend:

    ende.



    loesungsuchend

    traenenvoller machtworte

    rede, sagtest du,

    herumirren des

    hasses der lust halber,

    nichtende suchend.



    Loesungsuchend

    Raum, stuhlbesetzt, geoeffnet,

    sicherheitshalber definitionsbehaftet nur virtuell,

    der minimalloesung folgend

    - du willst mich nicht sehen,

    ich liebe kalte stuehle der chance halber –

    auf nichtende wartend.



    definiert sind

    wartezimmer der

    virtuellen virtualitaet

    und

    virtuellen realitaet



    entscheide raumexistenz



    ich habe

  2. zitierenBernardo schreibt am 01.05.2005 um 10:14 Uhr:aus Nähe ein weiteres:



    ich liebe dich



    automatenhaft

    beantwortet

    sinnentleert

    immer wieder

    bestätigungsuchend



    plötz

    lich

    - warum -



    das alleszerschneidende

    subversive

    trennungsneigende



    - warum -



    Mary: Radiergummi

    weg damit

    Ruhe !



    aber



    - warum -

  3. zitierenLyriost schreibt am 01.05.2005 um 14:18 Uhr:@ Mit Nachdenken darüber und hierüber ist es nicht getan, ich muß länger darüber und hierüber nachfühlen. Auch über den Blitz und den Donner. Und den Nachhall. Ja, warum?
  4. zitierenLyriost schreibt am 01.05.2005 um 17:45 Uhr:@ ansiedad: Das ist möglich, aber dann wird es wirklich problematisch, denn ich weiß nicht mehr, wie ich ihr näher kommen soll, weil sie meine Nähe nicht zu ertragen scheint, sobald ich wirklich nah bin. Dann stößt sie mich energisch zurück. Und ich versuche, darauf mit soviel Sanftmut wie machbar zu reagieren.



    Das ganze hat manchmal etwas von einem Marionettenspiel, wo man nicht weiß, wer an welchen Fäden zieht.
  5. zitierenLyriost schreibt am 01.05.2005 um 18:39 Uhr:@ ansiedad Vielleicht sollte ich mich entfernen, damit sie mir näher kommen kann. Das ist eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Das Problem dabei ist nur, daß ich das als taktisches Entfernen sehen würde, und ich halte nichts von derlei Taktieren. Und wenn ich mich wirklich entferne, dann war\'s das. Klack, die Tür ist zu.
  6. zitierenBernardo schreibt am 02.05.2005 um 08:18 Uhr:Ly, entschuldige, daß ich mich einmische, deine Frau ist eine überaus selbstständige Frau, die auch in ihrer Welt lebt. Eurer beiden Sensibilität hat Euch finden lassen. Die Schnittmenge, die Überlappung der Kreise, war groß, zu Anfang. [ Ich kann nicht beurteilen, wie einfühlsam du ihre Leistungen ausdrückst, das geht manchmal in einer Partnerschaft etwas verloren. ]



    Kann es sein, daß deine Frau auf der vertieften Suche nach sich und ihrer Selbstverwirklichung sich etwas entfernt hat und dadurch die Schnittmenge deutlich reduzierte? Kann es sein, daß Partnerschaftstoleranz gerade in Eurem Fall auch diese Entfernung zulassen sollte, ohne, daß fundamental die Beziehung infrage gestellt wird.



    Kann die Formel \"Nähe durch größere akzeptierte kreative Distanz\" aufgehen?
  7. zitierenLyriost schreibt am 02.05.2005 um 11:54 Uhr:@ Das Problem, Bernardo, ist manchmal, daß Menschen, wenn sie einander nahekommen, sich selbst näherkommen, aber wenn sie Probleme mit ihrem Selbst haben und diese gewohnheitsmäßig mit scheinbarem Erfolg in den Ego-Bereich verdrängen, sich von dem andern, der als eine Art Katalysator wirkt, abwenden, weil sie Angst davor haben, sich dem Teil in sich selbst zuzuwenden, auf den es ankommt, dem Kern ihrer Persönlichkeit – dann wenden sie sich vom andern ab, um zu vermeiden, sich sich selbst zuzuwenden. Und leben weiter ihr verhängnisvolles Muster, weil es bekannt und gewohnt ist. Und wenn es bei ihnen immer wieder mal mächtig knallt, verlagern sie die Ursache dafür in den jeweils andern. Vermeidung der Auseinandersetzung mit sich selbst durch Projektion von Konfliktursachen auf den andern.
  8. zitierenBernardo schreibt am 02.05.2005 um 12:39 Uhr:Ja, Ly, du bist der, der in die Suppe spuckt. Die war mal köstlich, jeder hätte sie genossen. Schau dich doch mal um, die Leute stehen Schlange, nur, um den wilden Duft zu genießen geschweige denn, von diesem wunderbaren Mahl zu kosten.

    Ly, Erfolg ist endlich und brutal, tötlich gemein. Wir alle wissen das oder spüren es zumindest. Erfolg ist Lebenselexier, ist die Kraft, die neuen Erfolg gebiert. So lange du oben stehst und genügend Claquere hast, bist du der suppebespuckende Mann, der kritikasterhaft relativieren will.

    Ly, hoffentlich ist der Sockel, an dem du den Prßlufthammer angesetzt hast nicht ein wichtiger Teil eures Fundaments, ich fürchte fast.



    Meine Frau und ich wir haben ein Bild seit Anfang unserer Beziehung: hier ist mein Garten, teils wunderschön, so schön, daß ich dich einlade zu mir; wir kennen fast alle Pflanzen und Einzelheiten dieses Gartens. Doch dort hinten, in der Ecke, da ist ein Mäuerchen; das ist mein verschlossenes Bereichlein. Und nur mein Schlüssel paßt dort hinein. Ich will dir gar nicht sagen, was alles dort ist. Ich will dir auch nicht sagen, wie wohl ich mich dort auch fühle. Ich erwarte Respekt von dir, daß dieses mein ureigener Bereich ist.

    Wir achten diese Spielregeln. Bisher haben wir noch keine Mauer flicken müssen.
  9. zitierenBernardo schreibt am 02.05.2005 um 12:41 Uhr:ich vergaß zu erwähnen, daß jeder selbstverständlich seinen eigenen Garten hat; ich denke aber, das war im Kontext verständlich.
  10. zitierenBernardo schreibt am 02.05.2005 um 13:33 Uhr:Hey, Honey, du bist doch eine Frau! Weiß frau, daß Frau oft nur taktiert?

    Absolut richtig ist gut zuzuhören und Schwingungen wahrzunehmen; manchmal können Frauen das besser als wir Grobklotze.
  11. zitierenLyriost schreibt am 02.05.2005 um 14:28 Uhr:@ Bernardo Ich stimme dir zu, Bernardo, aber wenn durch die Mauerritzen Blut in den gemeinsamen Garten fließt, weil der abgetrennte eigene Bereich voll davon ist, dann funktioniert das Modell nicht.
  12. zitierenBernardo schreibt am 02.05.2005 um 14:48 Uhr:Ly, löse dich von dir, es sei denn, die Verletzungen sind wissentlich zugefügt; das kann mann/frau gleichermaßen. Andernfalls gebe ich Honey Recht, trennt euch. Ich würde wissen wollen, wie sie reagiert, wenn du einen Lösungsweg vorschlägst, daß ihr euch zeitweise trennt, um durch die Distanz die Chance zu haben zueinander zu finden.
  13. zitierenLyriost schreibt am 02.05.2005 um 14:51 Uhr:@ Bernardo ... schon geschehen. Räumlich. Scheinbar. Aber anscheinend nicht.
  14. zitierenlemeur schreibt am 02.05.2005 um 19:29 Uhr:@ Bernardo @Lyriost



    Also, ich weiß auch nicht... diese Trennungen auf Zeit... bringen die wirklich was...? Ich... nein, naja, ich weiß auch nicht... Egal...

  15. zitierenBernardo schreibt am 02.05.2005 um 21:53 Uhr:@ Ruemel, deine Frage ist richtig. Zum mindesten kann eine temporär genannte Trennung den Partnern den Ernst der Lage verdeutlichen. In dieser Verdeutlichung steckt aber auch eine große Gefahr: die endgültige Trennung. Aber ist eine endgültige Trennung wirklich eine Gefahr? Ist sie nicht eher die Chance zum Neuanfang? Andererseits, wenn den Partnern klar wird, daß es jetzt ernst wird und wenn daraus sich etwas bereinigt, dann wirst du - ich hab es mal genannt - \"schulbubenhaft\" hüpfen. Also, wie du es auch immer drehst und wendest, konsequent zu sein ist der einzige Weg, die Verantwortung vor sich auch wahrzunehmen.
  16. zitierenlemeur schreibt am 02.05.2005 um 22:38 Uhr:aber wenn ich die verantwortung wahrnehmen, dann kann ich doch auch sage:\" ja\" oder \"nein\"... \"vielleicht\" ist immer quälend
  17. zitierenBernardo schreibt am 03.05.2005 um 07:58 Uhr:@Ruemel: wir sollten nicht Theoretisches diskutieren, laß uns den Text von Ly nochmals ansehen. \"wenn sie so weit von mir entfernt ist, wie sie nicht müde wird, immer wieder zu behaupten.\" und es heißt \"daß ich ihr nur so lange fern bin, wie sie mir fern sein will.\"

    Konsequenz: man hat die geistige Trennung schon vollzogen, von ihr aktiv betrieben, von ihm erlitten aber jederzeit offen zum Anfang.



    Jetzt weiß ich nicht, ob du je den verantwortungsvollen Schritt einer Ehe/Partnerschaft gemacht hast. Wer an einer Stelle -nein- sagt, während der andere noch die Hand ausgestreckt hält, der handelt egozentrisch und verantwortungslos, der hat die Partnerschaft vielleicht nie in vollem Bewußtsein angenommen. Wer sich die Qual einer Ehe/Partnerschaft nicht auferlegen will - unabhängig, ob es jemals zu einer solchen Situation kommt oder nicht - ist meines Erachtens nicht reif für eine Ehe/Partnerschaft . Es ist eine absolute Illusion zu glauben, daß in einer Ehe/Partnerschaft fortwährend Milch und Honig fließen. Oft gibt es Kampf, der Individuen halber. Kampf, an dessen Ende entweder der Tod steht oder Kampf, an dessen Ende der Kompromiß und die Versöhnung stehen.



    Sprachlosigkeit ist aus meiner Sicht die Grenze zwischen \"Problem erkannt\" und Bewältigung durch Kampf. Das ist der Zustand heute.
  18. zitierenLyriost schreibt am 03.05.2005 um 08:13 Uhr:Bernardo, du triffst das Wesentliche.
  19. zitierenBernardo schreibt am 03.05.2005 um 09:17 Uhr:Lady sprach aus dem Nähkästchen. Nein, ernst: du erwähnst fast beiläufig etwas überaus Wichtiges: wie wird aus Sprachlosigkeit ein geordneter und zielführender Dialog?



    Ich denke, nur die Einsichtigkeit in die Notwendigkeit einer Lösungsfindung kann das bewirken. Reduziert sich dann die Frage auf die sehr einfache Unterfrage: wie wird man/frau einsichtig, daß eine Lösung gefunden werden muß?
  20. zitierenLyriost schreibt am 03.05.2005 um 09:24 Uhr:Ja, Bernardo, aber da braucht es wohl ein Wunder oder viel Zeit.
  21. zitierenlemeur schreibt am 03.05.2005 um 09:57 Uhr:Nun ja, Kommunikation ist die Basis für eine Lösung. Sie muss aber nicht die Lösung beinhalten. Oft kommt auch die Kommunikation zu spät und es haben sich schon Sichtweisen manifestiert, die der andere nicht nachvollziehen kann.

    Und ein klares NEIN ist besser als ein VIELLEICHT. Nur sollte es wohlüberlegt sein und nicht leichtfertig ausgesprochen werden. Vorher sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft sein. So ein beinhaltet aber auch eine Chance... Wer sich losgelassen hat, kann sich neu an den Händen fassen...

    Ach, es ist schwierig...
  22. zitierenLyriost schreibt am 03.05.2005 um 10:02 Uhr:@ Ruemel Wenn du dir den letzten Satz sparst, ist es ein guter Ansatz.
  23. zitierenBernardo schreibt am 03.05.2005 um 10:03 Uhr:Ja, Ruemel, \"Kommunikation ist die Basis...\", ja, \"sie muß nicht eine Lösung beinhalten...\", aber: kommunizierst du nicht, wirst du keine Chance haben.

    Ich frage wieder: wie kommt es dazu, daß es für eine zielgerichtete Kommunikation nicht zu spät wird; anders ausgedrückt: wie kann in Partner dazu bringen, sich zu äußern?



    ( meine Sitzung fängt in 1 Minute an )
  24. zitierenLyriost schreibt am 03.05.2005 um 10:04 Uhr:@ DHL Ich werde es demnächst mal versuchen, meinen Beitrag zu kommentieren, als wäre er nicht mein Beitrag. Aber dazu muß ich mich erst distanzieren. Das dauert ein wenig.

  25. zitierenLyriost schreibt am 03.05.2005 um 10:06 Uhr:@ Bernardo Das wüßte ich auch gern.
  26. zitierenBernardo schreibt am 03.05.2005 um 14:08 Uhr:Honey, ich mach dich zur Managementberaterin. Goldene Regel dort: wer fragt der führt. Mehr iss nich! Und am Ende steht dann wirklich dein Satz: \"Gegen seinen Willen kann man mit niemandem reden\", dann ist vielleicht wirklich Ende. Man müßte sich mal eine deadline setzen, bis hier und nicht weiter. Ab da \"NO\"!
  27. zitierenBernardo schreibt am 03.05.2005 um 15:56 Uhr:Also, Honey, das ist das Mindeste bei unserm Treffen: ich will Tränen von dir sehen!

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