Nährboden
Nährboden
Monotheistische Religionen seien ein guter Nährboden für Haß und Fanatismus, so sagt man. Bei Licht betrachtet aber ist es wohl eher so, daß Haß und Fanatismus, stets auf der Suche nach Möglichkeiten, sich auszuleben, in solcherart Religionen ein ideales Betätigungsfeld finden. Der tatsächliche Nährboden für fanatisch geprägte destruktive Handlungen ist die menschliche Psyche, die zwischen Selbstzweifel und Größenwahn schwankt.
Monotheistische Religionen seien ein guter Nährboden für Haß und Fanatismus, so sagt man. Bei Licht betrachtet aber ist es wohl eher so, daß Haß und Fanatismus, stets auf der Suche nach Möglichkeiten, sich auszuleben, in solcherart Religionen ein ideales Betätigungsfeld finden. Der tatsächliche Nährboden für fanatisch geprägte destruktive Handlungen ist die menschliche Psyche, die zwischen Selbstzweifel und Größenwahn schwankt.



Liebe Grüße
Andersdenkende=Andere Menschen. Jeder Mensch ist anders und denkt anders. So entsteht eine Machtlücke, in der die Denkvorschrift gerne einspringt...
Diesen Anspruch auf absolute Wahrheit haben die Religionen für mich übrigens mit manchen politischen Ideologien gemeinsam, der Kommunismus ist für mich ein gutes Beispiel. Die kommunistische Lehre ist eigentlich eine Religion, nur ohne Gott; aber auch die marxistische Lehre hat ihren "eschatologischen" Teil und sagt die vermeintlich feststehende zukünftige Entwicklung voraus (Verelendungshypothese etc.) - wie ein prophetisches Buch in einer Heiligen Schrift. Natürlich sind die verkündeten Inhalte und Werte dieser absoluten Lehren jeweils sehr verschieden, doch der Absolutheitsanspruch ist eine Gemeinsamkeit. Religionen sind ihrem Wesen nach totalitär.
Freilich gibt es mitunter Entwicklungen, in denen solche absoluten Lehren gezähmt werden: das Christentum ist, nicht zuletzt durch die Aufklärung und in einem jahrhundertelangen Säkularisierungsprozeß weitgehend gezähmt worden, allerdings gibt es immer noch manche Fundamentalisten, besonders in den U.S.A., und ich halte diese Leute für extrem gefährlich.
Auch die marxistische Lehre hat sich in verschiedenen Richtungen entwickelt: die gemäßtigte führte schließlich zur Sozialdemokratie, die sich - alles um allem - um die soziale und demokratische Entwicklung in Europa sehr verdient gemacht hat, während die radikalen Strömungen zu den furchtbaren Exzessen des Stalinismus oder Maoismus führten.
Solche absoluten Lehren sind also prinzipiell gefährlich, selbst wenn ihre Inhalte (das "Programm", das sie verfolgen) durchaus von Wert sein mögen. Ludwig Feuerbach hat dies in seinem Hauptwerk "Das Wesen des Christentums" gut herausgearbeitet: von der christlichen Ethik hielt er nämlich sehr viel, machte aber auch deutlich, daß der ausschließende Charakter des Glaubens die Ethik dann recht gründlich verdirbt, weil der Nicht-Christ dann von allen Regeln wie Nächstenliebe etc. mehr oder weniger deutlich ausgenommen wird. Keine ganz einfache Lektüre, aber sehr zu empfehlen.
ich gebe dir natürlich vollkommen recht, was den Charakter dieser Lehren betrifft, nur wenn es um die menschliche Natur geht, da möchte ich darauf hinweisen, daß diese sich Lehren schmiedet, die zu ihrem Fanatismusbedürfnis passen. Die Frage ist doch, was war zuerst, die Henne oder das Ei? Gruß Naphta